Kritiken eines anonymen Filmfans

Kara Ben Nemsi - Staffel 1

Die legendäre Karl-May-Serie
Abenteuer, Serie

Kara Ben Nemsi - Staffel 1

Die legendäre Karl-May-Serie
Abenteuer, Serie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Kult entsteht durch unermüdliche Wiederholung, Legenden durch Verklärung. So auch bei dieser seit Jahrzehnten nicht mehr gezeigten TV-Serie, von deren Qualität man sich jetzt endlich überzeugen kann. Wenn ein angesehener Theaterschauspieler ohne besondere Action-Fähigkeiten einen Superhelden spielt und sich beliebte Komiker als Araber tummeln, sollte man keinen Abenteuerfilm erwarten. Tatsächlich geht der Serie sowohl das mythische Flair der Kinofilme ebenso ab wie die breite Epik des großen Bruders Advents-Vierteiler (z.B. "Der Seewolf"). Autor und Regisseur Gräwert hat scheinbar ein Sakrileg begangen, indem er die Handlung dessen beraubte, was allgemein als Reiz der May-Bücher gilt: das bunte, spannende Abenteuer. Aber - und das ist die angenehme Überraschung - dahinter kommt ein zweiter Karl may zum Vorschein, nicht weniger reizvoll. Einer, der seinen Helden mit Witz und Intellekt agieren lässt, der auf ironische Weise einen kleinen Bramarbas (also quasi sich selbst) zum zweiten Helden macht und mit bitterem Spott seine teutonischen Peiniger in der orientalischen Justiz abbildet. Gräwerts Serie ist halb Parodie, halb seriöse Komödie, nah am Original und es immer etwas ironisierend. Wen kümmerts, daß die meisten pathetisch rezitierenden Orientalen eher nach "Derrick" aussehen als nach Karl May - "Derrick" ist ja (um den Bogen zu schlagen) Kult. Und ein Quentchen davon läßt sich auch bei "Kara Ben Nemsi Effendi" finden.

ungeprüfte Kritik

Jules Verne - Box 2

Stadt aus Stahl - Die Reise zum Planet des Grauens - Reise ins Zentrum der Zeit
Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer

Jules Verne - Box 2

Stadt aus Stahl - Die Reise zum Planet des Grauens - Reise ins Zentrum der Zeit
Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.07.2010
Die Tschechen haben ein gutes Händchen für Jules Verne - vielleicht, weil ihnen der eigenwillig schrullige Humor des Franzosen liegt, vielleicht, weil sie nicht versuchen, ihn dramaturgisch zu verbessern. Unter den zahllosen Verne-Verfilmungen tummeln sich eine Menge derer, die nur noch den Namen des Autors verwenden - wenige vertrauen auf die visionäre Kraft des Originals. Diese Verfilmung des Roman "Die 500 Millionen der Begum" tut es - und zurecht. Wie in "Erfindung des Verderbens" (genial verfilmt vom Tschechen Karel Zeman) entwickelte er die Horrorvision einer Bombe, wie sie leider nur 100 Jahre später Wirklichkeit wurde. Unschwer lassen sich die Parallelen des Eisprojektils zur bakteriologischen Kriegsführung ziehen (nur 15 Jahre zuvor wurde John Sturges für einen ähnlichen Plot in "Satan Bug" als absurd verlacht). Ludvik Raza widersteht einer Verwässerung der Geschichte durch eine Liebesgeschichte (der Held ist bereits verheiratet und weiht seine Frau nicht in sein Vorhaben ein) und zeigt statt dessen düstere Bilder, die sich ins Hirn einbrennen - Tod, Hilflosigkeit, aber auch (ach wäre die Wirklichkeit doch auch so) überirdische Gerechtigkeit: der amoralische Geschäftsmann geht an seiner eigenen Maßlosigkeit zugrunde.
Jedem Verehrer von Jules Vernes Visionen, aber auch Liebhabern guter, weil origineller Science-Fiction sei dieser Film (der glücklicherweise in originaler Kinosynchronisation vorliegt) ans Herz gelegt.
Über die ebenfalls zur Box gehörenden amerikanischen Machwerke sei nur der Mantel des Schweigens gebreitet ...

ungeprüfte Kritik

Die verzauberte Marie

Nach einem Märchen von Jewgeni Schwarz.
Kids, Fantasy

Die verzauberte Marie

Nach einem Märchen von Jewgeni Schwarz.
Kids, Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ein perfekter Märchenfilm, wie es nur wenige gibt. Wie schade, dass der große Jewgeni Schwarz die Umsetzung seines Theaterstückes "Zar Wasserwirbler" nicht mehr erleben konnte - er wäre stolz auf Rou gewesen. Spannung, Komik, Poesie, großartige Schauspielerleistungen (bis in die deutsche Synchronisation), eine farbenprächtige Musik - wer sich bei diesem Film langweilt, ist wohl schon zu sehr durch amerikanische Knallerei und sogenannte coole Sprüche verdorben. Alle jedoch, die sich den Zauber der Märchenwelt nicht nehmen lassen, werden diesen Klassiker lieben und ihn nie vergessen.

ungeprüfte Kritik

Feuer, Wasser und Posaunen

Nach einem russischen Volksmärchen
Fantasy

Feuer, Wasser und Posaunen

Nach einem russischen Volksmärchen
Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Der beste Film eines der besten Märchenfilm-Regisseure, die es jemals gab - ein Meisterwerk, ohne Frage. Und ein Fest für Freunde des großen russischen Komikers Georgi Milljar, der hier gleich in zwei Rollen zu sehen ist: als Gerippe Unsterblich (eine verwandte Rolle spielte er bereits 23 Jahre zuvor) und als Hexe Baba Jaga (die er sogar zweimal vorher schon verkörperte). Aber auch die anderen Darsteller können sich sehen lassen, besonders der junge Hauptdarsteller sei hervorgehoben, der überzeugend den von den "Posaunen des Ruhms" überheblich gemachten Wassja spielt. Witzige Dialoge, wunderbare Tricks, prunkvolle Musik, farbenprächtige Ausstattung - Herz, was willst du mehr. Die wie so oft brillante DEFA-Synchronisation rettet den Film ohne Verluste ins Deutsche. Nicht nur für die Weihnachtszeit geeignet, aber in dieser auf jeden Fall ein absolutes Muß!

ungeprüfte Kritik

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer

Ali Baba und die 40 Räuber

Die schönsten Märchenklassiker der russischen Filmgeschichte.
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ganze 83 Minuten dauert es, bevor der klassische Satz "Sesam, öffne dich!" fällt - und keine Minute der episch weit ausholenden Vorgeschichte herrscht Langeweile. Zwar sind die typisch indischen Elemente der Ko-Produktion etwas gewöhnungsbedürftig (was besonders auf die Hauptdarstellerin und ihre Gesangseinlagen zutrifft), das wird aber mehr als wettgemacht durch die ausgefeilten Charaktere, die Pracht der Bilder und vor allem durch Rolan Bykow (und seinen deutschen Sprecher) in einer grandiosen Doppelrolle. Allen Freunden von 1001 Nacht ebenso wie der sowjetischen Märchenfilme sei dieser Abenteuerfilm ans Herz gelegt!

ungeprüfte Kritik

Befreiung

Drama, Kriegsfilm

Befreiung

Drama, Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Antikriegsfilme sind immer ein zweischneidiges Schwert - kann man die Greuel des Krieges glaubhaft darstellen, ohne sie zu zeigen? Rückt die Verwendung von Heldenfiguren die Dramaturgie nicht zu sehr in die Nähe des kriegsbejahenden Filmes? Diese und andere Klippen hat Yuri Ozerov mit seinem gigantischen Epos geradezu bravorös umschifft. Er verweigert dem Publikum glatte Helden (oder eine durchgängige Heldenfigur überhaupt - nur Episodenfiguren, die kontinuierlich immer wieder auftauchen, gibt es), er wagt es, ihm teilweise geradezu dokumentarische Szenen von langen Lagebesprechungen vorzusetzen, ohne in Langeweile zu verfallen, karikiert den überforderten deutschen Führungsstab, ohne ihn komisch oder gar ungefährlich wirken zu lassen, bringt ein Sammelsurium an historischen Fakten ein, ohne den Überblick zu verlieren. Und schon 1969 wurde Stalin in sehr kritischem Licht gezeigt, dass man ihn, ohne viel zwischen den Zeilen zu lesen, als einen despotischen und inkompetenten Kriegsherren interpretieren konnte. Kleines Manko der deutschen Fassung ist, dass sie zeitweise heftig mit der Zweisprachigkeit zu kämpfen hat und diesen Kampf nicht immer gewinnt. Sieht man über damit ausgelöste Sprünge hinweg, wird man mit einem wuchtigen Epos mit viel Unterbau belohnt.

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Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm

Töte Amigo!

Western, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.09.2009
Damiano Damiani - ein Name, der eigentlich für spannende und ätzend kritische Politthriller steht. Ein Name, der auch bei seinem einzigen ernsten Spaghetti-Western für Qualität bürgt. "Quien sabe?" erzählt die Geschichte einer unmöglichen Freundschaft, die letztendlich durch politische Verhältnisse zerstört wird. Gian Maria Volonte ist wie immer großartig als Killer, dem die Begegnung mit einem noch skrupelloseren Yankee die Augen öffnet für seine Verantwortung in den Wirren der Revolution. Sehenswert auch Klaus Kinski in seiner ersten positiven Western-Rolle. Unbedingt verkneifen sollte man sich die katastrophale deutsche Fassung (es sei denn, man interessiert sich dafür, welche Szenen darin geschnitten wurden) und gleich die untertitelte Originalfassung anklicken. Für ein Aha-Erlebnis anderer Art ist die Musik von Luis Bacalov gut: Sie ist teilweise aus seinem Klassiker "Django" geklaut. Kurzum: Ein weiterer Schatz aus einem etwas mißachteten Genre

ungeprüfte Kritik

Das Geheimnis der schwarzen Koffer

Deutscher Film, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.04.2009
Ein blasser Hauptdarsteller und eine gemächliche Regie - das ist das einzige, was dieser Film sich vorwerfen lassen muss. Die Handlung ist vergleichsweise realitätsnah und logisch konstruiert, die Figuren sind nicht schwarz-weiss gezeichnet, sondern mit schönen Zwischentönen, besonders der oft gescholtene Hans Reimann bietet eine glänzende Vorstellung zwischen Biederkeit und aufblitzender Brutalität, die Musik des sonst eher im schlüpfrigen Bereich tätigen Gert Wilden ist spritzig und seinen "echten" Wallace-Kollegen Thomas und Böttcher ebenbürtig.
Von den BRYAN Edgar Wallace-Filmen der einzig empfehlenswerte.

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Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western

Mit Django kam der Tod

Der Mann, der Stolz, die Rache.
18+ Spielfilm, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.03.2009
Mit Django hat dieser Film nichts zu tun - es handelt sich um eine recht originalgetreue Adaption von "Carmen" (wenn auch im Western-Stil). Deshalb ist Django alias Jose auch nicht der gewohnte harte Bursche, sondern ein sensibler Choleriker, der an seinem Liebeskummer zugrunde geht.
Die strunzdämliche deutsche Fassung sollte man sich unbedingt verkneifen und gleich auf die Originalfassung zurückgreifen (leider wurde nicht die hochwertige DDR-Synchronisation auf die DVD gepresst), dann wird man mit einem interessanten (wenn auch nicht durchweg gelungenem) Streifen belohnt.

ungeprüfte Kritik

Die vier Musketiere der Königin

Die Rache der Milady
Abenteuer

Die vier Musketiere der Königin

Die Rache der Milady
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Eine würdige Fortsetzung (im Original), die sich von der fast reinen Komödie des ersten Teils wegbewegt und die tragischen Tendenzen des Romans voll zum Tragen kommen läßt. Wie gesagt - im Original, denn die deutsche Fassung hat einen immensen Nachteil: Man ist auf die strunzdämliche Synchronisation angewiesen, die ähnlich den "Rittern der Kokosnuß" ihr Bestes tut, um dem Film jeglichen Anspruch zu nehmen und beständig rüden Ton mit Komik verwechselt. Das verdirbt die Freude am Gerangel auf dem gefrorenen See, an den beständigen Ungeschicktheiten von Constance oder der feinen Freundschaft zwischen d'Artagnan und Athos. Sehr schade, denn eigentlich - wie gesagt - eine würdige Fortsetzung, bei dem man also von vornherein auf die Originalfassung zurückgreifen sollte.

ungeprüfte Kritik

Die drei Musketiere

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Zwar ist die Idee, Dumas "Drei Musketiere" als Komödie zu inszenieren, nicht neu - Altmeister Hunebelle tat das schon 20 Jahre zuvor - aber trotzdem ist Richard Lester mit seinem verrückten Zweiteiler etwas Einzigartiges gelungen. Nicht nur, daß zum ersten Mal im Film alle vier Helden eine eigene unverwechselbare Identität besitzen (so wie Dumas sie geschildert hat) - er versetzte sie auch aus der glitzernden Welt in eine realistischere, geprägt von Schlamm und Dreck (sicher auch ein wenig der Entstehungszeit geschuldet - der Zeit des Italo-Western). Respekt vor allem für seinen Einfallsreichtum bei den Action-Szenen - jede der Kampfsequenzen ist einzigartig, ob sie nun in einer Wäscherei spielt, in finsterer Nacht (unter Zuhilfenahme von Laternen) oder ob er Oliver Reeds Unvermögen beim Degenschwingen raffiniert in einen Kampfstil verwandelt, der sich auf das Prinzip "Kraft = Masse x Beschleunigung" stützt. Zudem ist (bei diesem Film) die deutsche Fassung hervorragend gelungen.

ungeprüfte Kritik

Die Küste der Piraten

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2009
Von italienischen Abenteuerfilmen erwartet man im allgemeinen Trash hoch drei, billig produziertes Schmierentheater. Aber "Küste der Piraten" wartet mit einigen Überraschungen auf: er ist ziemlich aufwendig und die Geschichte schlägt durchaus einige interessante Haken. Man kann sogar zeitweise Lex Barker stilecht mit Piraten-Augenklappe bewundern (es gibt sogar eine logische Begründung dafür). Natürlich wieder das alte Problem: Der gute Pirat ist natürlich kein Pirat aus Leidenschaft (aber genau das macht den wirklichen Piratenfilm aus), sondern ein unschuldig Verurteilter. Aber ein flottes Abenteuerstück für einen bunten Nachmittag bleibt's allemal.

ungeprüfte Kritik