Kritiken eines anonymen Filmfans

Der Ölprinz

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
"Hier wird auf Sparflamme gekocht - sogar im wörtlichen Sinne" schrieb ein Buchautor über diesen Film - und meinte damit die unsäglichen Rückpro-Aufnahmen des Ölbrandes zu Anfang des Filmes. Leider hatte er recht. Spätestens ab hier ging es steil bergab mit den Karl-May-Filmen. Nur Bruchstückchen des Maysters sind zu erkennen, aber selbst die sind nicht immer dramaturgisch sauber verarbeitet. Zudem griff Dengers Drehbuch ein Element des (sehr guten) Vorgängers "Unter Geiern" auf und wirtschaftete es hier und mit den folgenden Filmen herunter: Indianer wird getötet, Verwandter schwört Rache und wird erst zum Schluß des Films bekehrt. Immerhin ist "Der Ölprinz" nicht unbefriedigend dank des Titelhelden (herrlich "ölig": Harald Leipnitz) und einiger anderer Darsteller (u.a. Mario Girotti alias Terence Hill), und Martin Böttchers Musik sorgt auch für einiges Tempo. Ordentlich, aber nicht mehr.

ungeprüfte Kritik

Old Surehand

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Die Karl-May-Welle hatte ihren Zenit längst überschritten, und "Old Surehand" merkt man dies am deutlichsten an, ohne daß er gleich ein schlechter Film geworden wäre. Wieder einmal wurde durch das Drehbuch extrem viel verspielt - alle Winnetou-Filme des Jahres 1965 haben exakt den selben Inhalt: Häuptlingssohn wird ermordet, Häuptling schwört Rache, Winnetou und sein weißer Freund bringen rechtzeitig den wahren Mörder. Die einzige Abweichung besteht hier darin, daß Winnetou nur recht wenig mit der Affäre zu tun hat, er tritt erst nach der knappen Hälfte des Filmes auf! Die Fans waren zu Recht verstimmt und straften den Film mit Nichtachtung - obwohl als 1.Teil ausgewiesen, folgte nie ein zweiter - immerhin auch eine Würdigung der Filmgeschichte wert. Sieht man über all das hinweg, bekommt man zumindest einen Western zu sehen, der gediegen gearbeitet ist, vor allem die Inszenierung hat Kraft und Tempo. Fluch über das Drehbuch ...

ungeprüfte Kritik

Winnetou und das Halbblut Apanatschi

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Es begann so abwechslungsreich - ein Kind, das von einem Adler attackiert wird, eine schnippische Titelheldin, zwei Trapper, die durch das Gold von Freunden zu Feinden werden; aber nach zwanzig Minuten ist's vorbei - dann wird nur noch geballert und gesprengt. Ein heilloses Wirrwarr hat der Vielschreiber Denger da angerichtet, laut, aber nicht spannend. Schlimmer ist jedoch, daß die gewaltlosen May-Helden Winnetou und Old Shatterhand Sprengsätze en masse schleudern und Shatterhand zu "guter" Letzt sogar einen Banditen in den Rücken schießt. Daß dieser ärgerliche Film überhaupt noch Mittelmaß ist, liegt an der besten Musik, die Martin Böttcher seit "Unter Geiern" komponierte, am explosiven Götz George und an Uschi Glas (die schließlich nicht immer die Ausstrahlung von Seife hatte).

ungeprüfte Kritik

Unter Geiern

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Die Karl-May-Leser waren geschockt, als Old Surehand das erste Mal auf der Leinwand erschien: Er war viel zu alt, viel zu lässig und humorvoll und hatte außerdem in der Geschichte "Unter Geiern" überhaupt nichts zu suchen. Nun ja, Lex Barker war verhindert und Ex-Hollywood-Star Stewart Granger wollte sich gut in Szene setzen.So wurde aus Surehand ein augenzwinkernder Westerner, der mit Karl May nichts gemein hat. Was hier jedoch etwas verspielt wurde, wird durch die Indianerszenen wieder reingeholt - der Drehbuchautor der Winnetou-Trilogie hatte hier seine kompetente Hand im Spiel, ohne genannt zu werden. Götz George (ironischerweise nur zweite Wahl für die Rolle) bringt den Film mit seinem Temperament ordentlich auf Touren (besonders die Szene in der brennenden Farm bietet wirklich gutes Schauspiel), Martin Böttcher komponierte eine seiner schönsten Musiken, und den jungen Terence Hill (damals noch als Mario Girotti) kann man in seiner zweiten Western-Rolle erleben; vor allem aber sei auf die erklecklich große Rolle von Georg (! alias Gojko) Mitic hingewiesen. Regisseur Vohrer machte aus seinem Western-Debüt einen sehr ansprechenden Film, der wieder einmal beweist, daß sauberes Handwerk nicht hoch genug einzuschätzen ist. Die DVD bietet zudem, was das Fernsehen bis heute (!) versäumt - ungekürztes Vergnügen.

ungeprüfte Kritik

Der Schatz im Silbersee

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Startschuß für eine Kultserie - die Fans streiten, ob er oder "Winnetou 1" der beste Karl-May-Film ist. Doch selbst der "Schatz" trägt (wenn man objektiv ist) schon den Keim des Niedergangs der Serie in sich: Streckenweise hat das Drehbuch wenig mit der Erzählung zu tun, legt zuviel Wert auf die Weißen - eine Westernstadt wie die hier gezeigte gibt es in keinem May-Buch. Diese nicht unberechtigte und oft geäußerte Kritik sollte aber nicht vergessen machen, daß immerhin eine straffe und spannende Fabel gestrickt wurde, die den Geist des Maysters wahrt. Über jeden Zweifel erhaben sind die rasante, beispielhafte Inszenierung, die grandiose Musik und die perfekt ausgesuchten Schauspieler, besonders Herbert Lom (der sich als Anglo-Tscheche selbst synchronisierte) und Götz George verdienen spezielles Lob. Kein Anspruch, keine hohe Kunst - und trotzdem: das ist großes Kino in seiner ursprünglichsten Art.

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Winnetou 3

Western

Winnetou 3

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der dritte Teil der Trilogie ist leider bei weitem nicht mehr auf der Höhe der früheren Filme. Schablonen an allen Ecken und Enden, und gegen Ende mangelt es heftig an Einfällen und macht den guten Eindruck der ersten Hälfte (mit neuen Drehorten und originalen May-Motiven) zunichte. Statt eines wirklich großen Finales, welches der edle Apache verdient hätte, verdröselt sich der Film im Kitsch. Schade, schade ...

ungeprüfte Kritik

Winnetou 2

Western

Winnetou 2

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Geht man nur nach der Originaltreue, wenn man Literaturverfilmungen beurteilt, ist der Titel blanker Etikettenschwindel - mit dem gleichnamigen Buch von Karl May hat der Film praktisch nichts zu tun; lediglich das Motiv von Winnetous unerfüllter Liebe wurde übernommen (die im Buch zudem nur kurz erwähnt wird) sowie der Ölbrand. Was allerdings sehr gut eingefangen wurde (und das unterscheidet diese Produktion von vielen späteren) ist sowohl der humanistische Geist Mays wie auch das romantische Flair des ersten Teils. Liebevoll ausgestattet im Detail, aufwendig und spannend - was will man denn mehr von einem Abenteuerfilm erwarten? (Vielleicht doch ein wenig mehr originalen May.) Interessant am Rande: die erste größere Indianerrolle des Sportstudenten Gojko Mitic, der als Weißer Rabe so grimmig sein durfte wie danach nie mehr.

ungeprüfte Kritik

Winnetou 1

Western

Winnetou 1

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Pierre Brice vermisste "Räsbägt"? Von wegen. Ohne die Blutsbrüder hätte es Abahachi und Ranger ("Schuh des Manitou") nie gegeben - und ihren Erfolg an der Kinokasse schon gar nicht. Dies wäre also das Vorbild: einer der drei besten Karl-May-Verfilmungen und (in der zweiten Hälfte) dazu noch erstaunlich originalgetreu. Perfekt besetzte Schauspieler, eine schmissige Regie, grandiose Bilder und eine geniale Musik - Herz, was willst du mehr? Richtig, endlich eine unverstümmelte Fassung. Und dank DVD ist sie jetzt endlich zu sehen, noch dazu in guter Bildqualität (erstaunlich, was aus der doch recht abgelagerten Kopie herausgeholt werden konnte, denn das Originalnegativ ist durch die drastischen Kürzungen irreparabel geschädigt). Lausig dagegen ist die Tonqualität (es ist eben doch nur eine Kopie) und die Extras sind auch eher lachhaft. Aber wer will sich beschweren, schließlich geht es um den Film. Und der ist sein Geld ebenso wert wie die Zeit, die man sich nehmen sollte.

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Robin Hood in der Stadt des Todes

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Ein wenig seltsam gewandet ist der sonst so vertraute Robin Hood in diesem Film - er erinnert eher an Zorro. Kein Wunder, der deutsche Titel ist dummer Etikettenschwindel, und "Kavalier mit der schwarzen Maske" (so der TV-Titel) entstand zudem als Parallelproduktion zu "Zorro gegen Maciste". Leider fehlt dem vorliegenden Film die (gewollte?) Ironie des "Bruders" - das einzig Interessante, was er zu bieten hat, ist Pierre Brice mal nicht mit Silberbüchse, sondern mit silbernem Degen. Immerhin, er schlägt sich wacker damit, und auch seine "Doppelrolle" als verweichlichter Jung-Adliger ist ordentlich ausgespielt. Ansonsten wird dem Zuschauer genau das geboten, was man von einem italienischen Abenteuerfilm erwarten kann: eine Heldin, deren blondes Haar das Strahlendste an ihr ist, finstere Schurken, die mit typisch spanischem Temperament mit den Armen fuchteln, Degenkämpfe zuhauf und eine plakativ spanische Musik. Nett, nicht mehr.

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Zorro gegen Maciste

Kampf der Unbesiegbaren - Der Rächer mit der Maske begegnet dem stärksten Mann der Welt!
Abenteuer

Zorro gegen Maciste

Kampf der Unbesiegbaren - Der Rächer mit der Maske begegnet dem stärksten Mann der Welt!
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der Sandalenfilm lag in den letzten Zügen, ebenso die Mantel-und-Degen-Filme - so kamen die Produzenten dieses Filmes auf die Idee, beide Genres miteinander zu verbinden, um zwei Publikumsschichten gleichzeitg ins Kino zu locken. Nur bedachten sie nicht, dass beide Genres das selbe Publikum anlockten - und so wurde nichts daraus. Statt dessen brachte man sich selbst in die Zwickmühle, dass man nicht beide Helden gemeinsam gegen die Schurken antreten lassen konnte - die Übermacht wäre zu stark und der Film schnell zu Ende. Einen zum Schurken zu machen, konnte man sich aber auch nicht leisten, um die Zuschauer nicht zu verprellen. Also verfiel man auf eine Idee, die den Kern des Parodistischen in sich trägt: Muskelprotz Maciste ist ein Naivling, der sich irreleiten lässt, Zorro stolpert im Wortsinne über seine eigene Selbstverliebtheit. Darin liegt der Reiz dieses doch eher gewöhnlichen Abenteuerfilms. Äußerst mangelhaft ist allerdings die Qualität der DVD - gemastert von einer flackernden Kopie, die starke Kürzungen aufweist und lieblos synchronisiert wurde. Man hätte besser auf die DDR-Synchronisation zurückgreifen sollen, die weitaus witzigere Dialoge aufwies, ungekürzt war und sogar eine viel bessere Bildqualität hatte.

ungeprüfte Kritik

Präriejäger in Mexiko

Die zweiteilige Karl-May-Verfilmung
Abenteuer, Western, Deutscher Film

Präriejäger in Mexiko

Die zweiteilige Karl-May-Verfilmung
Abenteuer, Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Die DEFA verfilmt Karl May. Ach hätte sie sich doch früher darauf besonnen, als es noch fürs Kino geschehen wäre und in berufeneren Händen als denen von Hans Knötzsch, der in seiner Rolle als Pirnero zwar komisches Talent beweist, als Autor und Regisseur aber versagte. Keine Spannung, kein Tempo, nicht einmal dramatische Geschlossenheit. Dass ich überhaupt noch drei Punkte vergebe, ist wohl ein Stückchen Ostalgie und außerdem dem tapferen (eher vergeblichen) Kampf der Schauspieler Niemczyk (bewährter Schurke, aber schon zu alt für seine Rolle), Siebenschuh und Schubert (in ihren Szenen prickelt's endlich mal, sie waren ganz offensichtlich ein tolles Team), Schröder (der als Lord Lindsay beweist, dass seine Palette mehr umfasste als Herr Fuchs & Pittiplatsch) und natürlich Knötzsch als sächsisches Original.
Sollte man als May- ebenso wie als DEFA-Fan mal gesehen haben, aber mit dem zweiten Mal kann man sich Zeit lassen ...

ungeprüfte Kritik

Der Scout - Tausend Mustangs und ein Häuptling

Western, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.01.2012
Der letzte wirkliche Indianerfilm der DEFA hatte einen schweren Stand im Kino - gegen die legendären Winnetou-Filme kam er nicht an. Und so verlief er sein potentieller Erfolg im Sande - zu Unrecht.
Sicher hat er dramaturgische Schwächen - zu episodisch ist das Drehbuch, zu wenig verfolgt es einen wirklichen Bogen. Und sehen die meisten Indianer etwas zu asiatisch aus (was immerhin eine interessante und gar nicht so falsche Variation ist), passt Mitteleuropäer Gojko hier nun überhaupt nicht hinein.
Auf der Habenseite befinden sich großartige schauspielerische Leistungen von Jürgen Heinrich und Klaus Manchen (ein kluger und besonnener Schurke, wie man ihn seit Mario Adorf nicht mehr gesehen hat) und die schmissige Musik von Karl-Ernst Sasse. Äußerst geschickt auch die Kameraführung von Otto Hanisch, der das Problem, aus wenigen hundert Ponys (nach Wolfsattacken wurde ein Großteil der Pferde von den verängstigten Besitzern zurück gezogen) eine Herde von 2000 Mustangs zu machen, bravourös löste.
Ein spannender Abschluss der Kinoreihe (sieht man vom in jeder Hinsicht missglückten "Atkins" ab) und damit weitaus würdiger als seine drei Vorgänger.

ungeprüfte Kritik