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Kritiken von "ahohmann" aus

86 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Sicario
    Auftragskiller
    Thriller, Krimi
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 24.09.2018
    Emily Blunt hat hier, nicht nur als Figur allgemein, sondern auch in ihrer rechtlichen Funktion als FBI-Ermittlerin, eher eine Zeugen- oder sogar Feigenblattfunktion denn einen Mittelpunkt in der Handlung. Der Streifen zeigt, wie weit man herab sinken muss, um den wahrscheinlich verzweifelten Kampf mit den Drogenproduzenten aufzunehmen, und wie sehr sich beide Seiten letztlich ähneln, oder nach und nach aneinander angleichen und die Rechtsordnung in den Hintergrund rückt. Die schauspielerische Leistung ist herausragend, die Bedrohung immer im Hintergrund, insbesondere auch durch die außergewöhnliche Musik des leider wenig später verstorbenen Isländers Jóhann Jóhannsson. Das bildliche Ambiente in Kombination mit der Musik ist nicht ganz unähnlich mit dem eines Christopher Nolan. Der Regisseur hat auch als einer der wenigen den guten Geschmack, bei Aufnahmen in Mexiko nicht gleich den Gelbfilter vor die Kamera zu kleben. Die Spannung ist hier eher psychologisch als rein vordergründig. Keine leichte Koste.
  • Mr. Turner
    Meister des Lichts
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 01.08.2018
    "Mr. Turner" dürfte für Timothy Spall, der ein typischer "Charakterdarsteller", also auf Nebenrollen abonniert ist, die Rolle seines Lebens sein.

    Dieser Film ist ruhig, sehr ruhig. Und lang. Und anders als die meisten anderen Filme beliefert er uns nicht mit herausragend schönen Gesichtern.

    Und dennoch ist er voller Schönheit. Viele Einstellungen sind so meisterhaft komponiert, dass ich einfach nur auf Pause drückte und sie wie Gemälde genoss, nicht selten mehr flämischer denn englischer Inspiration, etwa wie einen Vermeer. Manche Dialogszenen bestehen aus einer einzigen, langen Einstellung, aber man möchte eigentlich gar nicht wirklich, dass ein Schnitt dieses Gemälde unterbricht.

    Und obschon Turner auch von seinen abstoßenderen Seiten gezeigt wird, etwa mit seiner höchstmöglichen Distanz zu den eigenen Kindern, so ist der Film doch auch voller liebevoller Zärtlichkeit für und zwischen seinen Protagonisten.

    Vielleicht ist das, was dem Erlebnis dieses Films am nächsten kommt, ein Museumsgang.
  • Die Verlegerin
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 13.07.2018
    Mit einem solchen Team kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Hier geht es um die "Pentagon Papers", einen zentralen Moment in der amerikanischen Geschichte der Pressefreiheit, an die mit diesem Film in dieser Zeit natürlich nicht ohne Hintergedanken erinnert wird.

    Der deutsche Titel "Die Verlegerin" fokussiert sich auf die Rolle von Meryl Streep, die hier in der Tat überzeugend darstellt, wie sich eine Erbin, die Zeit ihres Lebens etliche Selbstzweifel hatte, zur Unternehmerin wandelt und zu bahnbrechenden Entscheidungen durchringt, die den Weg des Lokalblatts "Washington Post" zur Publikation mit Weltruf ebnen.

    Aber der Originaltitel "The Post" gibt akkurater her, dass es eigentlich eine ganze Truppe an Charakteren ist, allesamt meisterhaft gespielt und von Spielberg geführt, die diese historischen Tage darstellt, und in denen viel vom seinerzeit unzertrennbaren Duo Katharine-Graham-Ben-Bradlee abhing.

    Es gilt das gleiche wie bei "Lincolm" vom selben Regisseur: Ein Grundinteresse für, und eine Grundkenntnis in amerikanischer Geschichte sind hilfreich, um den Film besser zu genießen, da die Intensität nicht so sehr vom Rhythmus her kommt, sondern vom Wissen um die Bedeutsamkeit des Moments.
  • The Nice Guys
    Nett war gestern.
    Krimi, Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 13.07.2018
    "Buddy Movie" zwar relativ klassischer Faktur, in dem aber die beiden Hauptdarsteller sich selbst dergestalt auf die Schippe nehmen und gleichzeitig die "Alchemie" zwischen ihnen so gut funktioniert, in dem auch die schrillen 1970er so viel Farbe und Dekadenz einbringen und eine Zeit malen, die ganz gegen Puritanismus und "politische Korrektheit" ging, dass es richtig Spaß macht. Erstmals seit Langem kann ich hier sogar Ryan Gosling ertragen.
  • Jumanji - Willkommen im Dschungel
    Das Spiel hat sich verändert.
    Fantasy, Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 19.06.2018
    Überraschend unterhaltsamer und humorvoller Film, nachdem ich einst einen Bogen um das Original gemacht hatte (und folglich nicht mit ihm vergleichen kann). Es macht Spaß, den Schauspielern dabei zuzuschauen, wie sie Spaß daran haben, sich selbst auf die Schippe zu nehmen.

    Insbesondere das Reinkarnieren einer zunächst unerträglich selbstsüchtigen Teenagerin passt erschreckend gut zu Jack Black.

    Auch Dwayne Johnson als junger Intellektueller, der sich vor jedem Eichhörnchen fürchtet und auf einmal als körperlicher Koloss mit Obelix-ähnlichen Kräften wiederfindet (und immer noch vor Eichhörnchen fürchtet), ist oft zum Schießen.

    Und dass Karen Gillan, einst jahrelange Begleiterin von Doctor Who und ein paar Mal blau angemalt kurz in den Avenger-Filmen aufgetaucht, auf einmal solch einen teuren Blockbuster in einer Hauptrolle mittragen könnte, wer hätte das gedacht?

    Zum Abschalten - es ist ein bunter und großer Spaß für die ganze Familie.
  • Die Verschwörung 3
    Gnadenlose Jagd
    Thriller, Krimi, TV-Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 13.05.2018
    Die drei Filme der Reihe mögen auf manche wirken wie Thriller für Leute, die am liebsten Rosamunde-Pilcher gucken. Aber wenn man sich auf die Starbesetzung und David Hares hochkarätige Dialoge einlässt und darauf, dass die BBC viel Erfahrung mit relativ ruhigen und dennoch spannenden Polit-Thrillern hat, kann hier einfach den Showdown mit seinem Feind, dem Premierminister genießen - auch der findet übrigens auf einem Sofa statt.

    Wie immer sind es besonders die dialogbasierten Filme, die beim Synchronsprechen am meisten zu verlieren haben. Die Originalfassung bietet sich an. Und sei es nur, um Bill Nighy sich in einer Bäckerei in der Heidelberger Untere Straße für ein paar Laugenbrötchen bedanken zu hören - auf deutsch.

    Die Filme muss man aber in der Reihenfolge sehen, sie sind andernfalls unverständlich.
  • Die Verschwörung 2
    Tödliche Geschäfte
    TV-Film, Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 08.05.2018
    Regisseur und Drehbuchautor David Hare ist dafür bekannt, gern auf die üblichen Verlegenheitslösungen der Spannungserhaltung wie etwa Waffen und Action-Szenen zu verzichten. Dieser zwei Film in der Trilogie mit Bill Nighy spielt im wenig bekannten Commonwealth-Paradies von Turks & Caicos und lässt sich am besten in englischer Originalfassung sehen. Bill Nighy mit Christopher Walken zusammen in einer Szene, das ist auf eine ganz eigene Art großes Kino, auch wenn es hier "nur" ein TV-Film der BBC ist. Hat man vorher aber nicht den Teil 1 von 2011 gesehen, mag dieser Film ein bisschen flach ausfallen.
  • Lincoln
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 08.05.2018
    Außerordentliche Schauspielerleistung in Daniel Day-Lewis' vorletztem Film vor seinem selbst gewählten Ruhestand. Der Film ist fast wie ein Gerichtsdrama strukturiert, und wer dergleichen nicht mag und/oder mit amerikanischer Geschichte (und deren dunkelstem Kapitel, dem Bürgerkrieg) nichts anfangen kann, wird hier vielleicht nicht anbeißen. Aber diese Dialoge! Diese ausnahmslos überzeugenden Schauspieler! Tommy Lee-Jones in seiner Lieblingsmasche der übelst gelaunten Komik! Daniel Day-Lewis in seiner Darstellung von Größe durch Zurückhaltung! Sally Field in der Zwielichtigkeit einer psychologisch höchst instabilen First Lady! Gerade solche Filme voller Finesse lassen sich am besten in der Originalfassung genießen.
  • Justice League
    Die Gerechtigkeitsliga
    Fantasy, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 15.04.2018
    Nachdem die DC-Helden filmisch der Marvel-Konkurrenz hinterher hinkten und auch Christopher Nolan nicht verhindern konnte, dass die Neuauflage von Superman mit gemischen Gefühlen und Erfolg aufgenommen wurde, holte man sich nun einfach Joss Whedons Hirn aus dem Marvel-Universum herüber. Dadurch ist diese neue Auflage keine ganz so drückende Kost mehr. Allerdings hat es auch etwas von einem Marvel-Avengers-Film in anderen Kostümen, mit Bruce Wayne in der Rolle Tony Starks, Diana Prince in der Rolle der Schwarzen Witwe (mit mehr Wumms), Barry Allen als halbschüchterner und schnell denkender später Teenager ist Spiderman, Clark Kent spielt eine Mischung aus Vision und Captain America und Victor Stone mit seiner teils unkontrollierten Cyborg-Metamorphose ist Hulk. Oder vielleicht ist Diana Prince Captain America. Wie auch immer - der Butler Alfred Pennyworth spielt natürlich Jarvis.

    Die diesmalige Feindfigur Steppenwolf kommt leider ähnlich eindimensional daher wie En Sabah Nur in X-Men:Apocalypse und seine Auftritte wirken mehr wie ein Computerspiel denn wie ein Film.

    Aber ich hatte mehr Freude an diesem Film als an den beiden vorigen (Man of Steel, Superman vs. Batman). So gab es etwa mehr Gruppeninteraktionen, mehr menschliche Komplexität. Wenn nun auch in einem Folgefilm die Gegenseite mehr als eine "Schlag-mich-oder-ich-mach'-die-Welt-kaputt"-Lärmmaschine würde, könnten die DC-Helden langsam die Avengers einholen.
  • Am Sonntag bist du tot
    Krimi, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 31.03.2018
    Nach "The Guard", seinerzeit der erfolgreichste irische Indie-Film, den es (zumindest damals - 2011) jemals gegeben hatte, arbeiten J.M. McDonagh und Brendan Gleeson wieder einmal zusammen, dieses Mal nicht in einem irischen Western voll schwarzen Humors, sondern in einem nachdenklichen Film, der sich kein leichtes Thema aussucht. Auch dieser Film wurde von der Kritik hoch gelobt. Die Besetzung ist wieder einmal hochkarätig.

    Aus Rache an einem üblen Pfarrer, der schon längst tot ist, will ein Unbekannter nun einen guten Pfarrer ermorden und teilt es ihm gleich am Anfang des Films mit.

    Der Film ist eine wunderbare Lektion im wertungsfreien Zuhören, einer Königsdisziplin, die dem Ausübenden auch viel Ungemach einbringen kann, da ziemlich viele Leute die Grenzen der Zuhörbereitschaft austesten kommen könnten. Wer diese seltene Fähigkeit lernen will, könnte sich diesen Film anschauen und die wunderbaren Dialoge genießen. Nicht obwohl, sondern weil sich die Hauptfigur in dieser Weise dem Umfeld zur Verfügung stellt, reagieren alle ihren Zynismus und ihre Lebensmüdigkeit an ihm ab, ohne richtig zu merken, wieviel unappetitliche Ehrlichkeit da aus ihnen heraus quillt.

    Ein klein bisschen Verwandtheit könnte der Film auch mit "Die Jagd" von Thomas Vinterberg haben, welcher allerdings deutlich schmerzlicher ist.
  • The Expanse - Staffel 1
    We Have Gone Too Far
    Serie, Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 31.03.2018
    Die Serie entsteht in enger Zusammenarbeit mit den beiden Autoren der Bücherreihe, die gemeinsam unter dem Pseudonym James S.A. Corey schreiben. (Einer der beiden ist persönlicher Assistent von George R.R. Martin.)

    Eine der besseren und zu wenig beachteten Science-Fiction-Serien, die sich auch unterhaltsam anschauen lässt, wenn man die Bücher bereits gelesen hat. (Stand Anfang 2018 gab es bereits sieben Bücher auf englisch, und diese erste Staffel endet irgendwo im letzten Drittel des ersten Bandes.) Wer die Bücher nicht kennt, kann es am Anfang etwas schwer haben, den Durchblick zu behalten, da insbesondere das politische Spannungsfeld zwischen Erde, Mars und den "Gürtlern" (gebürtige Bewohner des Asteroidengürtels) noch nur angerissen ist.

    Diese erste Staffel findet nur innerhalb des Sonnensystems statt. Doch wie es der Titel der Serie "The Expanse" schon sagt, wird sich im Verlauf späterer Staffeln die Reichweite der Handlung nach und nach "ausdehnen".

    Wer seinerseit mit der (leider kurzlebigen) Kultserie "Serenity" Spaß hatte, sollte hier unbedingt hinein schauen. Die Crews sind einander nicht ganz unähnlich.
  • Planet der Affen 3 - Survival
    Für die Freiheit. Für die Familie. Für den Planeten.
    Science-Fiction
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ahohmann" am 12.03.2018
    Erstaunlich, wie viel Nachdenklichkeit und innere Konflikte nicht nur in einen solchen Film passen, sondern ausgerechnet auch im Gesicht eines Menschenaffen ausgedrückt werden können. Sogar der Bösewicht vertritt einen nachvollziehbaren Standpunkt, hinter dem scheinbaren Wahnsinn steckt Verzweiflung. Nichts ist schwarzweiß, wie das in vielen anderen Blockbustern der Fall ist. Die Affenfiguren kommen so natürlich daher, dass man die Spezialeffekte kaum noch wahrnimmt, obwohl sie allgegenwärtig sind. Ein wirklich gelungener dritter Teil.