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Kritiken von "videogrande" aus

1297 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Silent Assassin
    Thriller, Action
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 25.05.2018
    „Silent Assassin“ ist nicht etwa ein ernst zu nehmender Spionagethriller, sondern eher so etwas wie „Koreawood“-Unterhaltung. Der Film ist nämlich im Grunde ein Teeniefilm, zum Teil eine Highschoolromanze im Stile von (etwas weit hergeholt) „Teenwolf“, in dem ein scheinbarer Loser eben doch etwas ganz anderes ist, zum Teil kitschiges Melodram. Das Ganze ist natürlich wenig glaubhaft, denn man kann nicht recht verstehen, wie aus dem Schüler ein gnadenloser Killer wurde. So schwankt der Film zunächst ständig hin und her zwischen den üblichen Mobbingszenen unter Schülern und massentauglichen Kills unter Agenten. Natürlich gibt es eine obligatorische Lovestory und die bremst den Fluss des Filmes dann auch wieder gehörig aus. Wer also so etwas tiefschürfendes wie „JSA“ erwartet hat, dürfte reichlich enttäuscht sein. Trotzdem ist das ein Hochglanzstreifen in hervorragender Bildqualität mit Unterhaltungswert für Freunde des asiatischen Kinos.
    Fazit: Koreanische Klischees und Kitsch treffen auf hollywoodschen Unterhaltungsstil. Das ist einen (laaangen) Abend lang ok, wenn man auf Fernost-Filme steht und in diesem Fall zur Zielgruppe der Bravo-Leser gehört.
  • Assassins Tale
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 22.05.2018
    Völlig nichtssagendes Filmchen von dem ich den Eindruck habe, man wollte einen auf Tarantino machen. Laiendarsteller, die dadurch mal mehr mal minder authentisch wirken, spielen in einem C-Movie auf, dessen Machart schon deutlich billig ist, auch wenn sich die Regie Mühe gemacht hat und Standbilder, schwarzweiße Spielereien und passende Songs eingebracht hat. Der gute Wille ist hinter dem Werk zu erkennen. Als hätte man das sehr geringe Budget kaschieren wollen. Leider hat man als Zuschauer manchmal den Eindruck, als wäre diese banale Gangstergeschichte mit dem Handy gedreht worden. Der Begriff „Wackelkamera“ steigt zu ganz neuen Dimensionen auf...und das nervt. Darsteller und Story konnten mich von Anfang an nicht packen und somit habe ich recht halbherzig zugesehen und kann einfach keine Sterne vergeben. Dem Film fehlt es am „Mitnahmeeffekt“, nichts hält mich am Schirm, weder Spannung noch Humor, denn beides ist nicht vorhanden. Fazit: Nicht jeder kann mit geringem Budget einen Kultfilm schaffen, auch wenn hier deutliche Ansätze zu sehen sind. „Assassins Tale“ ist eher eine „Good-Night-Tale“ zum Einschlafen.
  • SS-GB
    Nach dem Roman von Len Deighton.
    Serie, Thriller, Kriegsfilm
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 16.05.2018
    "SS-GB" ist gelinde gesagt eine Schlaftablette. Das ist schon fast am Vorspann mit seiner einschläfernden Musik zu ahnen. Bei dieser Koproduktion hat man sich eigentlich Mühe gegeben, denn „die Deutschen“ werden auch von teils bekannten deutschen Darstellern verkörpert, die im Original auch deutsch sprechen, was in der Synchro natürlich untergeht. Schauspielkino im Film Noir Stil. Warum zum Henker allerdings entwirft man eine alternative Vergangenheit, in der Nazideutschland England erobert hat, wenn man dieses Potenzial überhaupt nicht nutzt? Auf Hintergründe und mögliche Veränderungen des geschichtlichen Ablaufs wird nur ganz sporadisch eingegangen, sozusagen herumgeredet...und geredet wird hier verdammt viel. Verfilmt wurde eine Detektivgeschichte, die in jedem Land, zu jeder Zeit und vor allem in der Realität hätte handeln können. Man hätte das besetzte Frankreich als Handlungsort ansetzen können. Folge für Folge gibt es endloses Palaber, die Geschichte kommt nicht vorwärts und ist unwahrscheinlich langweilig. Kaum Dramaturgie, keine Cliffhanger am Ende der Folgen. Ob es nun am Budget lag, aber Action, Tricktechnik und aufwändige Kampfszenen finden sich hier nahezu überhaupt nicht. Erst die letzte Folge nimmt Fahrt auf, da ist es dann zu spät. Und ein Rat an die Requisite: Überdenken Sie mal das angebliche Ritterkreuz von Standartenführer Huth...
    Fazit: Öde. Gute Darsteller verschwenden ihr Talent in einem überlangen Langweiler.
  • Kirschblüten und rote Bohnen
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 14.05.2018
    "Kirschblüten und rote Bohnen" gehört zu den ganz einfachen Filmen, die eine banale Alltagsgeschichte (mit natürlich tiefschürfendem Hintergrund) erzählen. Mit typischer, japanischer Gemütlichkeit - andere nennen es auch Langeweile - entfaltet er eine poesievoll gefilmte Geschichte, die leider etwas vorhersehbar ist und die vor Rührseligkeit fast schon trieft. Ein richtig großer Wurf ist der Film nicht geworden, dennoch mochte ich ihn und habe bis zum Ende geschaut. Das mag angesichts meiner anderen Filmvorlieben erstaunen, doch auch so ein Arthouse-Werk kann zu gegebener Zeit unterhaltsam, bzw. fesselnd sein. Voraussetzung ist allerdings, dass man ein Fan des asiatischen, eventuell speziell japanischen Kinos ist. Deutschland und Frankreich haben mitproduziert und zwar für den Sender Arte, der dann auch gleich die Zielgruppe vorgibt. Fazit: Kein umwerfender aber ein schöner Film um Vergänglichkeit, Ausgrenzung, Vorverurteilung und vieles mehr.
  • Sie nannten ihn Diego
    Western
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 14.05.2018
    Gehört zu den Filmen, zu denen ich überhaupt keinen Draht finden konnte und den ich vor Ende ausschalten musste. Ich wusste nicht mal mehr, wie der auf meine Wunschliste geriet. Wir sehen einen Filmregisseur, der sich für einen Western Inspiration suchen will. Er gerät in ein Wüstenkaff, wird dort verwechselt und für einen Gangster gehalten, was allerlei zwielichtige Gestalten auf den Plan ruft. Seit „El Mariachi“ nicht gerade neu. „Sie nannten ihn Diego“ wartet nun auf mit jeder Menge wirklich sehr gut gefilmten Landschaftsaufnahmen, die allerdings nur karg und wüstenähnlich sind. Auf dem Discovery Channel wäre das sehenswert, nicht aber einen ganzen Spielfilm lang. Der Hauptakteur wird nun ständig in ellenlange Dialoge, meist Lagerfeuergespräche, verwickelt und ist ein echtes Weichei, zu dem man auch keine Bindung aufbauen kann. Er wird geschlagen und gefoltert und jammert wie ein Waschweib, meine Augenlider wurden schwer, weil absolut NICHTS von Belang passierte. Es mangelt dem Film am roten Faden, an Action und echten Schauwerten. Ich spulte dann eine Weile schnell vor, scheinbar gibts noch ne Schießerei und das übliche „Wir-machen-einen-Helden-aus-dir“ Training. Dann hatte ich genug Zeit verschwendet. Fazit: LAAANGWEIIILIG! ...aber schöne, weite Wüstenlandschaften ;-)
  • Sympathy for Mr. Vengeance
    Seine Rache ist gnadenlos.
    Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 14.05.2018
    Ich habe Park Chan Wooks s.g. Rachetrilogie zufällig in verkehrter Reihenfolge gesehen. Ohne diese zu kennen ist eindeutig, dass „Mr. Vengeance“ der ältere der Filme ist, denn er ist ziemlich anders, als die beiden starken Nachfolger, die im Übrigen nichts miteinander zu tun haben. Es handelt sich um eine rein thematische Trilogie. Auch dieser Streifen verlangt seinen Figuren und dem Zuschauer einiges ab, aber die Geschichte ist noch nicht ganz so verschachtelt und überraschend, wie man es von Park gewohnt ist. Sie ist reichlich surreal und teilweise wirkt sie wie eine Art skurrile Komödie. Das mag an unfreiwilligem Witz liegen, der sich hier oft findet und der seinen Höhepunkt in den merkwürdigen und völlig unpasseneden Szenen mit einem Behinderten findet, dessen Darsteller in meinen Augen maßlos übertreibt. Aber auch dies wird seinen metaphorischen Sinn haben. Ob ich mir die anderen Filme Parks nach diesem angeschaut hätte und ob meine Bewertung ohne Hintergrundwissen schlechter wäre? Ich nehme es fast an. So sehe ich aber nun einen emotionalen, verwirrenden und für westliche Zuschauer merkwürdigen Film vor mir, der brutal und schonungslos ist und den Weg für „Oldboy“ und „Lady Vengeance“ ebnete. Fazit: Verstörendes, hartes Arthousekino, dessen Hintergründe man kennen sollte. Nur für Asia und Park Chan Wook Fans.
  • Das brandneue Testament
    Gott existiert. Er lebt in Brüssel.
    Komödie, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 09.05.2018
    „Das brandneue Testament“ ist leider ein ziemlich zwiegespaltener Film. Während die Szenen um den granteligen Gott, der Schuld am ganzen Elend auf der Welt ist, vor brüllkomischem Zynismus strotzen und fantasievolle und clevere Einfälle beeinhalten, sind die Nebengeschichten der neuen 6 Apostel völlig aus dem Ruder gelaufen und im Grunde gar nicht verständlich. Was es mit singenden Fischgeistern, einer Liebesgeschichte zwischen Mensch und Gorilla, dem Wunsch eines Jungen ein Mädchen zu sein und einer Männerschwangerschaft auf sich hat, ist nämlich arg philosophisch ausgefallen und könnte selbst von Psychiatern mannigfaltig gedeutet werden. Diese Spaltung des Filmes in genial-lustige, bitterböse Gotteskritik und langweiligstem Arthousekino kostet extrem viele Sterne. Dennoch: Wer sich schon immer gefragt hat, warum es Krankheiten und Kriege gibt und wer darum seinen Glauben an Gott verlor, dem wird der Einfallsreichtum des Filmes gefallen. Zudem sind die Tricks, wie das Laufen über das Wasser, sehr gut geraten. Stilistisch hat man sich an der "Welt der Amelie" orientiert.
    Fazit: Unausgegorene Mischung aus Gesellschafts- und Religionskritik, deren einer Teil brilliant und witzig ist, der andere jedoch öde und unverständlich. Knappe drei Sterne
  • The Disaster Artist
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 07.05.2018
    Ein Film über einen Film, noch dazu einen schlechten? Das dies kein Unfug sein muss, bewies seinerzeit bereits Tim Burton mit "Ed Wood". Und was James Franco hier auf die Beine gestellt hat: Hut ab! Da steckt spürbar Herzblut im Projekt. Eigentlich wäre das Original "The Room" wohl längst in der Versenkung verschwunden, hätte sich dessen dilletante und unfreiwillig komische Machart nicht Kultpotenzial erarbeitet. Mit viel Humor und darstellerischem Talent hat Franco hier nicht nur Filmszenen 1 zu 1 kopiert (den verblüffenden Vergleich sieht man im Abspann), sondern erzählt die Geschichte vom enthusiastischen Möchtegern-Darsteller Tommy Wiseau und dessen Motivation. Zwar gehört dieser Film eher in eine Schublade mit Arthouse-Projekten, aber den Gebrüdern Franco sei Dank, ist eine hoch unterhaltsame Geschichte daraus geworden. Zudem erstaunt, dass nicht der übliche Klamauk entstanden ist, sondern eine tiefschürfende Komödie mit Zwischentönen. Fazit: Erstaunlich, wie unterhaltsam eine banale Geschichte beruhend auf Wahrheit sein kann. Nur ob der Disaster Artist Tommy Wiseau diese Werbung für seinen Schund überhaupt verdient hat, das darf angezweifelt werden...aber ich gebe zu: Ich muss das Ding unbedingt auch mal sehen!
  • Black Panther
    Action, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 07.05.2018
    Ein weiteres Puzzleteil im Marveluniversum. Alle Filme, von Iron Man über Thor bis eben zu Black Panther, hängen zusammen. Ein genialer Schachzug der Produzenten, denn wer nun alles verstehen will, der muss auch alles sehen! Für alle, die den übertriebenen 3. Teil von Thor nicht mochten: Entwarnung! Hier geht es wieder etwas bodenständiger zu. Naja, wenn sie voraussetzen können, dass es in Afrika eine hochentwickelte Kultur gibt, die sich unter einer Energiekuppel verstecken kann. Wir haben es wieder mit einer Comicverfilmung zu tun. Die ist auch ganz ordentlich geraten, über Tricks und Optik darf sich keiner beschweren. Allerdings wird hier meines Erachtens zu deutlich auf Klischees eingegangen. Diesen Film umweht der Wind der 70er Jahre Blaxploitation, wo sich Afroamerikaner eigene Filme schufen. Man spürt leicht rassistische Anklagen und Untertöne unterdrückter Gleichberechtigung. Nichts desto Trotz ist Black Panther, der in "Civil War" seinen Einstand gab, ein sehenswertes, wenn auch zu routiniertes Teil des Ganzen. Es gibt kaum irgendetwas Eigenes. Die Story ist bekannt, enthält viel "007" und ist manchmal tatsächlich etwas langatmig. Der Twist für erfahrene Zuschauer auch sehr vorhersehbar. Was Black Panther hervorhebt, sind seine erstklassigen und sympathischen Darsteller, die hier doch etwas mehr zu tun bekommen, als sich nur vor Greenscreen die Köppe einzuhauen. Fazit: Gewohnt unterhaltsam abgespulte Comicverfilmung, die ihre Bösewichte aber komplett verschenkt.
  • Thor 3 - Tag der Entscheidung
    Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 07.05.2018
    Es fragt sich mal wieder, warum man den für den Weltuntergang bekannten Titel "Ragnarök", der ja nun ALLES sagt, hier angeblich aus Copyrightgründen nicht verwenden durfte. Statt "Götterdämmerung" zu wählen wurde nun ein banaler "Tag der Entscheidung" daraus. Die Marvelfilme haben wirklich an ihren Eindeutschungen zu leiden. Die Bewertung des Filmes ist schwer. Er ist mit Sicherheit bombastisches Popcorn-Comic-Kino, welches blendend unterhält und alles parat hat, was sich Auge und Ohren wünschen können. Jedoch schätzte man an den ersten Marvelverfilmungen noch den "relativen Realismus", der sich aber immer weiter in Richtung Over-The-Top-Action entwickelt hat. Teil 1 wurde noch von einem Shakespeare-Mimen inszeniert, hier nun ist es ein Spaßvogel aus Neuseeland. Man packt also schon mal jemanden bei den Füßen und schlägt ihn, wie in einem Bugs Bunny Clip, rechts und links auf den Boden, woraufhin der kurz den Kopf schüttelt. Nunja, es ist eine Comicverfilmung, nicht vergessen. Warum man diesem dritten Thor-Film nun den Humor der Guardians of the Galaxy aufgelegt hat, ist offensichtlich, denn in kommendem "Infinty War" werden Thor und die beliebten Raumfahrer zusammenarbeiten. Fazit: Völlig anderer Stil, aber blendende Unterhaltung. Wer gnadenlose Übertreibungen und (etwas zu viel) Humor nicht mag, für den ist hier mit Sicherheit Schluss mit Marvel. Wer ein knallbuntes Unterhaltungsfeuerwerk sucht, ist richtig.
  • Insidious 4 - The Last Key
    Schrei, bevor es dich zum Schweigen bringt.
    Thriller, Horror
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 07.05.2018
    Das Bindeglied zu den anderen Insidious-Filmen ist hier erneut Elise, ansonsten hat er, außer ein paar Querverweisen, herzlich wenig mit den Vorgängerfilmen zu tun. Trotzdem er einige ordentliche Grusel- und Schreckeffekte beeinhaltet, halte ich diesen Streifen für den schwächsten der Reihe. Der Dämon mit seinen Schlüsselfingern birgt für mich persönlich wenig Logik. Einmal kann er den Schlüssel sozusagen "magisch" durch die Haut seiner Opfer schieben, im nächsten Moment schlitzt er sich jedoch eine kleine Öffnung...Beklemmend hingegen ist die Hintergrundgeschichte um Entführungsopfer, auf die ich nicht weiter eingehen darf. Sozusagen bildet dies den realen Horror der Geschichte, die explizit auf Elises Vergangenheit zurückschaut. Wahre Fans der Reihe werden das lieben, halbherzige Zuschauer allerdings werden irgendwann den Faden verloren haben und mit einigen Verweisen nichts mehr anfangen können. Das macht jedoch nichts, denn athmosphärisch und unheimlich geht es allemal zu...und Sie als Zuschauer werden einige Spukgestalten viel eher sehen, als die selbsternannten Geisterjäger. In einer Szene fängt die Spezialkamera nämlich etwas ein und da wollte ich rufen: "Ey, seht ihr das denn nicht!", als sich nach gefühlter Minute der Darsteller entschließt: "Geh noch mal zurück, da war was!" - Naja, sowas dient wohl dem Spannungsaufbau. Fazit: Durchaus gewohnt unheimlicher Ableger der Insidious Reihe, der aber deutliche Abnutzungserscheinungen zeigt.
  • Confession of Murder
    Tödliches Geständnis
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "videogrande" am 16.04.2018
    Es ist ja immer so eine Sache, wenn man behauptet, ein Film wäre unglaubwürdig oder meinen Sie, es gäbe Wookies und Hobbits? Es kommt eben immer darauf an, welches Genre man uns verkaufen will. „Confession of Murder“ als „realer“ Kriminalfilm ist gerade für uns Europäer von Anfang an merkwürdig, weil in Korea scheinbar die Straftat des Mordes verjährt und sich in diesem Film ein Killer plötzlich zum Medienstar aufschwingen kann, weil ihm nach 15 Jahren keiner mehr „was kann“. Gut, die Situation ist leider entsetzlich real. Das der vermeintliche Killer knappe 30 Jahre alt ist, demzufolge zur Tatzeit also gute 15 Jahre alt war, ist schon mal großer Mumpitz. Zunächst beginnt der Film gewohnt stark und ernst, verliert sich aber dann in hanebüchene und arg an Hollywood orientierten Actionsequenzen, die man in „Lethal Weapon“ noch mochte, die hier aber fast wie eine Persiflage wirken und in Over-The-Top-Filme gehören, wenn sie auch sehr dynamisch sind. Je länger der Film läuft (und er ist arg lang!), desto offensichtlicher wird er zur satirischen Medienkritik. Das TV-Duell ist unfassbar. Selbst leichte Comedyeinschübe beeinhaltet der Streifen. Ich frage mich nur, ob er eine Satire sein soll. Dem gegenüber steht nämlich ziemlich ernst gemeinte Dramatik. Kurzum: Ein völlig unausgegorener Action-Rache-Film, gepaart mit ulkiger Gesellschaftskritik, der gar nicht genau weiß, was er sein will. Zudem zieht sich alles übertrieben in die Länge.