Kritiken von "spiegelblicke" aus Krefeld

Des Teufels Bad

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 26.10.2025
Auch ich musste "Des Teufels Bad" mit Untertitel anschauen, da ich sonst manche Wörter schlichtweg nicht verstanden hätte -- dies trübte die düstere Atmopshäre und die Nachwirkung des melodramatischen Filmes meine Erfahrung jedoch recht geringfügig. Für kleine Andeutungen, die großes verbergen, muss der Zuschauer aufmerksam genug sein. Dass die Ehe zwischen Agnes und Wolf schlichtweg zum Scheitern verurteilt ist, liegt nicht nur an der enttäuschten Schwiegermutter, die täglich zu Besuch kommt und Agnes einzige Auflehnung darin besteht, umgeräumtes wieder an ihren Platz zu rücken. Isolation, unerfüllte Sehnsucht, Trauer, Verzweiflung und ein gewählter Lösungsweg aus der Misere, der geschichtlich dokumetiert ist.... all dies stellt gewiss keinen Unterhaltungsfilm für den Mainstream dar. "Des Teufels Bad" agiert zwischenmenschlich brutal, überzeugt in seiner Umsetzung insbesondere durch die sorgsam ausgewählte Besetzung, die nicht zuletzt durch die Ausstrahlung von Wolf, der stets zwischen Enttäuschung und Mitgefühl zu schwanken droht.

Für mich einer der intensivsten Filme mit Nachwirkung.

ungeprüfte Kritik

Memory

Drama, Lovestory

Memory

Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 03.10.2025
Insgesamt feinfühlig, dramaturgisch ausgereift und nicht auf große Effekthascherei oder verstörende Elemente ausgelegt findet "Memory" den Weg zu dem aufmerksam und den ruhigen Filmen zugetanen Zuschauer, der allerdings damit leben muss, bis zuletzt nie erfahren zu dürfen, ob es die gemeinsame Vergangenheit der Protagonisten gab und ob es gleichermaßen eine Zukunft geben kann.

"Memory" schmerzt auf vielerlei Weise, weiß jedoch gleichermaßen zu unterhalten und schwermütigen Momenten eine Lockerheit mit auf den Weg zu geben - gerade dadurch, dass der demente Saul seine Gedächtnislücken mit Humor zu nehmen weiß, entsteht eine völlig andere Betrachtungsweise auf sein familiäres Umfeld, welches ihn zwar beschützen möchte, hier und dort jedoch gleichermaßen sein eigenes Leben förmlich abspricht.

Auch Sylvia führt innerhalb ihrer eigenen Familie etliche Kämpfe, offenbart eine vermeintich kleine Schlüsselszene Großes, ohne jedoch ins Detail zu gehen.

Ein wenig unglückselig empfand ich persönlich das doch recht offene Ende, würde "Memorys" dennoch nahezu uneingeschränkt jenen empfehlen, die sich in stillen Dramen wiederfinden können.

ungeprüfte Kritik

Der Goldene Handschuh

Nach dem Roman von Heinz Strunk.
Deutscher Film, 18+ Spielfilm, Horror, Drama

Der Goldene Handschuh

Nach dem Roman von Heinz Strunk.
Deutscher Film, 18+ Spielfilm, Horror, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 30.09.2025
"Der goldene Handschuh" mag einen Großteil der Aufmerksamkeit dadurch erhalten haben, dass dieser lose auf dem Leben von Fritz Honka aufbaut - großer Kritikpunkt meinerseits jedoch genau für eben jenen Aspekt; wird der Zuschauer, der ohne dieses Vorwissen in den Film geht, auch durch die im Abspann eingeblendeten "echten Bilder" überhaupt nicht mitbekommen können, dass es sich hier um wahre Begebenheiten handelt.
Dass etliche Details ausgelassen, andere dafür fröhlich-mutmaßend um der erzählerischen Zugkraft willen ergänzt wurden, überrascht kaum, werden in der hier vorliegenden Umsetzung indes regelrecht pflichtschuldigst ein paar Details aus dem echten Leben des Serienmörders in einen Dialog eingewoben.

Pluspunkte sammelt das Werk durch die schockiernd-abstoßend-realistische Darstellung sog. "gescheiteter Existenzen", welche Tag für Tag bis zur Bewusslosigkeit in der Stammkneipe hocken und sich für einen weiteren Schnaps auch gerne in die Wohnung eines bis dato unbekannten Mannes bewegen. Wie "normal" es für die alleinstehenden, zumeist älteren und ähnlich heruntergekommenen Damen ist, in eine völig versiffte Wohnung einzukehren, sich zwar über den Geruch zu wundern, sich aber nicht scheuen, für einen Schlafplatz schier alles mit sich machen zu lassen... dies wirkt ähnlich brutal wie die Übergriffe und Morde an sich, deren Brutalität zumeist außerhalb des Kamerawinkels stattfinden dürfen.

Überragend durchaus der Aspekt, wie sehr der Regisseur durch vermeintlich harmlose Bilder zu schockieren verstand und eben nicht auf bluttriefende Bilder setzte. Das innewohnende Grauen erreicht den Zuschauer wie in kaum anderen Werken; muss sich das Ganze jedoch den Vorwurf gefallen lassen, die wahre Geschichte im Kontext zum werbeträchtigen Aspekt vernachlässigt zu haben.

ungeprüfte Kritik

Wilde Maus

Komödie, Krimi, Deutscher Film

Wilde Maus

Komödie, Krimi, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 30.09.2025
Ein skurriler und zugleich umso glaubwürdiger Filmbeitrag über das Leben eines etablierten Kritikers, der Zeit seines Lebens Karriere macht, von jetzt auf gleich jedoch entlassen wird, weil gewissermaßen er selbst vom jüngeren Chef als veraltet bezeichnet wird. Georg ist durch die Kündigung derart fassungslos wie aus der Bahn geworfen, dass er zunächst völlig verloren versucht, die neue Situation mit sich selbst auszumachen. Die anfängliche Verzweiflung mutiert zur Wut, als er auch noch miterleben muss, dass er durch eine frische Kollegin ersetzt wurde, die Georgs Wissen nicht das Wasser reichen kann. Was mit einem Kratzer auf einem Auto beginnt, spitzt sich langsam zu - die neu gefundene Freundschaft zu einem ehemaligen Schulkameraden mag Georg Halt geben, jedoch gleichermaßen immer weiter von seiner Familienplanung abbringen. So viele ulkige Momente "Wilde Maus" auch innehat, so tragisch stellt sich das Werk bei genauerem Hinsehen hinaus.

Der Ausgang des Ganzen mag Unzufriedenheit auslösen, während der Film selbst kein unbedingtes "Must see" darstellt - einen Fehlgriff übt man hiermit allerdings nicht aus.

ungeprüfte Kritik

Vollblüter

Gute Mädchen können auch böse.
Drama

Vollblüter

Gute Mädchen können auch böse.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 30.09.2025
Rundherum verstörender und zugleich hochinteressanter Filmbeitrag, der nicht zuletzt aufgrund der vollends glaubwürdigen schauspielerischen Leistungen sämtlicher Beteiigter zu packen weiß. Die psychologisch-gewichtete Umsetzung mag an Werke von Michael Haneke erinnern, packt "Vollblüter" die zuschauerliche Aufmerksamkeit - sofern der moderne Filmgucker gewillt ist, des zuzulassen - von der ersten Sekunde an. Die fragliche Freundschaft von Lily und Amanda, die wechselseitig ebenso auf einer Art unerklärlicher Faszination beruht ist Dreh- und Angelpunkt von "Vollblüter", die Macht der Manipulation wie auch Hilflosigkeit wird stets ohne ausgestreckten Zeigefinger präsentiert.

Die soziopathischen Züge Amandas werden zwar eher am Rande erwähnt, stellen jedoch den Dreh- und Angelpunkt von "Vollblüter" dar - für mich ein durchweg fesselnder Filmbeitrag, der mit seinem tragisch-untragischen Ausgang noch längere Zeit geistig zu beschäftigen versteht.

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Sex Killer

Lust. Mord. Wahnsinn.
Thriller, Krimi, 18+ Spielfilm

Sex Killer

Lust. Mord. Wahnsinn.
Thriller, Krimi, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 30.09.2025
Durch den Titel "Sex Killer - Lust. Mord. Wahnsinn." wird die Erwartungshaltung ins untere Drittel gedrückt, überrascht die filmische Umsetzung hieraus resultierend schlussendlich umso mehr. Wer eingedenkt der FSK18 Freigabe auf blutrünstige Details hofft, dürfte allerdings enttäuscht werden - die Macher setzten weitaus mehr auf Atmosphäre, Dramaturgie und Kopfkino statt schlichtweg schocken zu wollen.

Durch die eher ruhige Erzählweise, dem Fokus auf Figurenzeichnung und überzeugende darstellerische Leistungen überzeugt "Sex Killer" durchaus - gewiss hätte ein wenig mehr Spannung dem Ganzen, was doch eher Drama als knallharter Psychothriller sein mag, gutgetan, empfand ich den Serienmörder-Beitrag jedoch als durchaus gelungen, wenn man von der etwas fehl am Platz wirkenden Ermittlungstätigkeit absieht.

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Fearless Flyers

Fliegen für Anfänger
Komödie

Fearless Flyers

Fliegen für Anfänger
Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 30.09.2025
"Fearless Flyers" beginnt vielversprechend, amüsant, turbulent und auch bewegend - die Mischung der unterschiedlichen Charaktere bringt überdies Schwung in die einzelnen Szenen. Positiv hervorzuheben ebenso, dass die oft unterschätzte Flugangst authentisch dargestellt wird und der Zuschauer sich folglich in die Umstände, die das Leben der Betroffenen erschweren, gut hineinversetzen kann.
Bedauerlicherweise scheint jedoch den Drehbuchautoren ab der ungefähren Hälfte das Vorhaben in den Sinn gekommen zu sein, nun möglichst lustig und unterhaltsam agieren zu wollen. Blöd nur, dass es allenfalls bei "versucht lustig" bleibt, "Fearless flyers" indes in Richtung absurd, überdreht und zugleich irgendwie künstlich verlängert zu agieren. So erfrischend manche Gags eingangs wirkten, so hanebüchen gestaltet sich das Finale, während man zu guter Letzt als aufmerksamer Zuschauer eigentlich auch gerne gewusst hätte, wie sich das Erlebte auf die Beziehung der Protagonistin Sarah auswirkt.

Insgesamt mag "Fearless Flyers" zwar kein Fehlgriff gewesen sein, enttäuschte mich zu guter Letzt allerdings doch.

ungeprüfte Kritik

Der Spatz im Kamin

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 30.09.2025
"Der Spatz im Kamin" fängt vielversprechend an, decken sich nach und nach die unterschiedlichen Konflikte innerhalb der Familie auf. Die überaus verschlossen und abweisend wirkende Mutter Karen ist hier gewiss Dreh- und Angelpunkt, kommt auch der Zuschauer dieser nur bruchstückweise näher. Die kleine große Offenbarung, warum Karen hier und dort so ist, wie sie ist, geschieht ähnlich leise wie die weiteren bruchstückhaften Elemente, die auf ein komplex-gestörtes Familienbild hinweisen. Ein jeder der Beteiligte wirkt wie verloren in sich selbst, zugleich rebellich, zutiefst verletzt und einsam. So berührend und mitreißend "Der Spatz im Kamin" auch sein mag, so sehr verliert sich das Werk zunehmend in ein Tal der verwirrenden Elemente. Nicht genug damit, dass mehrere Fragen offen bleiben (wer hat jetzt eigentlich mit wem eine Affäre? Was ist Witz und was ist Wahrheit?), so übertrieben es die Macher meiner Meinung nach auch Richtung Wahn und Wirklichkeit.

Was bleibt, ist ein irritierte Nachgeschmack und das Bewusstsein, dass das melancholische Drama richtig gut, packend, verstörend und nachhaltig interessant hätte werden können, schlussendlich jedoch eher ein Werk Marke Mittelmaß, mit dem man sich nach dem Abspann auch nicht viel länger beschäftigen mag, darstellt.

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The Escort Wife

18+ Spielfilm, Thriller

The Escort Wife

18+ Spielfilm, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 22.09.2025
Erneut ein Film, der versucht, erotisch zu wirken, hierbei aber nahezu gänzlich scheitert. Die Story an sich ist beginnend indes gar nicht schlecht, verläuft sich jedoch in einem Tal der Logiklöcher und widersinniger Aktionen.
Ohne Spoilern zu wollen, mag der Zuschauer sich allzu oft fragen, wieso eine verhüllte Augenpartie dafür sorgt, dass diverse Menschen das Gegenüber nicht mehr erkennen - weder am Körperbau, der Stimme, dem Geruch oder sonst etwas.

Drückt man diesbezüglich bereits ein Auge zu, bleibt leider kein zudrückbares mehr über, um hinsichtlich die Unsinnigkeit der Racheidee ein weiteres zu schließen. Schlussendlich macht der ganze Plan in "The escort Wife" nichtmal ansatzweise Sinn, lag Patricia von Anfang an das Druckmittel in der Hand, welches sie sich zu guter Letzt zu nutzen macht.

Ihre Forderung "ich möchte das Auto" liefert letztendlich nur noch Fremdscham.

Nette Idee, lausige Umsetzung.

ungeprüfte Kritik

The Retirement Plan

Action
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 21.09.2025
Ein neuerdings typischer Nicolas Cage Film, welcher von einer recht soliden Grundidee aus startet, dann aber über kurz oder lang ins Tal der Übertriebenheiten abdriftet. So wirklich ernst nehmen kann man die meisten der aufgezeigten Action-Szenen nicht, erinnern diese mehr oder minder unfreiwillig an frühere Werke von Terence Hill und Bud Spencer. Gewiss agiert "The Retirement Plan" kurzweilig, darf der Hauptdarsteller auch hier die ein oder andere Überaschung im Gepäck haben und für teilweise spektakuläre Szenen sorgen - gleichermaßen verliert sich die Spannung der eigentlichen Geschichte in dem Durcheinander, so dass ich eher von einem "kann man, muss man aber wirklich nicht" Gesamtwerk sprechen mag.

ungeprüfte Kritik

Treasure - Familie ist ein fremdes Land

Nach dem Bestseller 'Zu viele Männer' von Lily Brett.
Drama

Treasure - Familie ist ein fremdes Land

Nach dem Bestseller 'Zu viele Männer' von Lily Brett.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 21.09.2025
"Treasure" ist ein Film, der seine vollständige Wirkung in einer vermeintlich kleinen Szene entfaltet - der Vater-Tochter-Trip durch die Orte der Vergangenheit trägt viele skurrile Szenen inne, in denen sich der Zuschauer über die ungleichen Familienmitglieder durchaus amüsieren, teilweise eben auch echauffieren kann. Der Drang seitens Ruth, unbedingt die Orte zu besichtigen, die die Zeit vor ihrer Geburt ihren Vater und auch ihre Mutter gesprägt haben, kollidiert mit Edeks steten Einfallsreichtum, die Tour in eigene Bahnen zu lenken. Gemeinsam mit einem Taxifahrer macht sich die kleine Familie auf den Weg, der völlig anders zum Ziel verlaufen wird, als es seitens Ruth geplant war. Was durchweg locker-leicht bishin komödiantisch klingt, trägt viele dramaturgische Szenen inne - vollends bedrückende Momente entstehen aus sich selbst heraus, ohne das es einem großem Brimborium seitens der Drehbuchautoren bedurft hätte. Die kleine große Offenbarung, warum Edek die starren Reisepläne seiner Tochter von Anfang an gewissermaßen sabotiert, geht tiefst unter die Haut und legt die grausame Gewichtigkeit des Hintergrunds derartig sezierend frei, dass es schmerzt.

Durch die grandios gewählte Besetzung wie auch die gelungene Kombination mit einer gewissen - niemals fehlplatzierten - Leichtigkeit ensteht mit "Treasure" ein Werk, welches seinem titelgebeneden Filmnamen alle Ehre macht.

ungeprüfte Kritik

September 5

The Day Terror Went Live
Drama

September 5

The Day Terror Went Live
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 21.09.2025
"September 5" ist gewiss nicht vergleichbar mit anderen modernen Umsetzungen einstiger Tragödien, fühlt sich der Zuschauer hier Dank Kulisse, Kostüm und Stimmung tatsächlich in die früheren70er Jahre zurückgesetzt. Die Umsetzung begrenzt sich ausnahmslos auf die Sicht des Nachrichtensenders und konzentriert sich auf die Entscheidungen hinsichtlich der Übertragung eines politisch motivierten Geiseldramas, welches in heutiger Zeit vielen in Vergessenheit geraten oder gar gänzlich unbekannt ist. Die Spannung, die aus "September 5" heraus entsteht, mag für den ein oder anderen eine Geduldsprobe darstellen, wirkt das Gesamtwerk eher interessant und packend als hollywoodmäßig mitreißend und imposant.

Ein Film somit, der nicht der puren Unterhaltung dient, sondern den man die Möglichkeit geben sollte, auf eigene Art wirken zu können.

ungeprüfte Kritik