Kritiken eines anonymen Filmfans

Sartana - Noch warm und schon Sand drauf

Western, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Gruezi Gott, Frau Stirnima" - wenn ein italienischer Pistolero mit diesen Worten auftritt, weiß der kundige Filmzuschauer, dass hier die Blödelbarden Brunnemann & Brandt ("Die Zwei") zugeschlagen haben, die unzählige Italo-Western auf deutsch bearbeiteten. Für einen alkoholischen Abend ist diese Methode ein wahrlich passendes Unterfangen, allerdings verzerrt sie den Streifen, der im Original zumindest eine Gratwanderung zwischen Komik und Coolness sein sollte (und das auch gar nicht übel bewältigt), komplett in Richtung Komödie. Dabei hat Garko in der Titelrolle hier durchaus an Souveränität gewonnen, was dem Film (der natürlich nur ein Mindestmaß an wirklicher Handlung hat) gut tut. Amüsant ist das Geschehen um Sartana durchaus, aber es bewegt sich nur im guten Mittelfeld. Wenn man allerdings gerade auf dem Italo-Trip ist, geradezu ein Muss.

ungeprüfte Kritik

Sartana - Töten war sein täglich Brot

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Trash - das ist die richtige Bezeichnung für diesen Film (und für die anderen Sartana-Streifen). Dass Gianni Garko ein etablierter Theaterschauspieler gewesen sein soll, fällt schwer zu glauben, wenn man seine grauslige Vorstellung sieht - Frank Wolff und sogar Klaus Kinski (der reichlich gelangweilt wirkt) spielen ihn mit Schmackes an die Wand. Aber Feinheiten sind in diesem Film sowieso nicht gefragt: die Kamera zoomt und wackelt, alle Charaktergesichter der 2. Reihe des italienischen Filmes scheinen hier versammelt, die Musik schreit in halb ironischer, halb ernst gemeinter Manier alle möglichen Klischees heraus. Zeitgleich drehte Parolini, der Regisseur des ersten Sartana-Filmes, seinen ersten "Sabata", der in vielen Details eine bemerkenswerte Ähnlichkeit besitzt, aber doch weitaus feinsinniger und stilvoller ist. Stil hat "Sartana - Töten war sein tägliche Brot" nicht, aber man kann seinen Spaß damit haben (der sich allerdings proportional zum Alkoholpegel erhöht). Zweifellos einer der Filme, die Quentin Tarantino schätzt.

ungeprüfte Kritik

Ein Halleluja für Camposanto

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Er sieht aus wie Sartana, er kleidet sich wie Sartana - Camposanto (Gianni Garko) wäre Sartana, würde er sich nicht in einer ungewohnten Umgebung bewegen. Als "Kindermädchen" zweier couragierter, aber gnadenlos naiver Greenhorns muss er sich mit manchen Schwierigkeiten herumschlagen, die der schwarze Taschenspieler niemals zu bewältigen hatte. Das erinnert nicht zufällig an "Verflucht, verdammt und Halleluja" - das Drehbuch stammt ebenso von Enzo Barboni. Und es hat sicher Regisseur Carnimeo gut getan, dass er es inszenieren durfte, denn dieser Film überragt seine anderen (inklusive der Sartana-Filme) um Längen. Sogar der sonst so hölzerne Garko macht einen entspannteren Eindruck. An seiner Seite verschmitzt und cool William Berger, eine schöne und (bei Camposantos Thema) überraschend wehmütige Musik von Bruno Nicolai - kein bedeutendes Werk, aber ein Film, der viel (vielleicht manchmal etwas zu viel) bietet - Grund genug, ihn auszuleihen.

ungeprüfte Kritik

Yankee

Western

Yankee

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die Inhaltsbeschreibung klingt gewöhnlich - ein Dutzenwestern wohl. Aber ein Blick auf den Regisseur lässt an diesem schnellen Urteil zweifeln. Mag man zu Tinto Brass stehen wie man will, aber wenn der Experimentator des Erotikfilmes einen Spaghetti-Western dreht, macht das zumindest neugierig. Tatsächlich hat dieser Film einige ungewöhnliche Elemente, die ihrer Zeit weit voraus waren. In der Frühphase des eigentlichen Italo-Westerns präsentiert er Gegenlichtaufnahmen, Schattenrisse und ein mitunter elegisches Tempo, wie sie in der Spätphase der Mittsiebziger typisch waren, aber 1966 einmalig. Zudem ist der kantige Philippe Leroy (bekannt aus "Sandokan" und "Leonardo da Vinci" ein eher kauziger und wunderlicher Held, keineswegs so betont (dressman-)dreckig wie vieler seiner Kollegen. Die Handlung bleibt gewöhnlich, aber spielt das beim Italo-Western nicht ohnehin oft eine untergeordnete Rolle? Die Form macht dieses Genre ansprechend - und die Form lohnt in diesem Fall.

ungeprüfte Kritik

Das Rattennest

Nach dem Roman von Mickey Spillane.
18+ Spielfilm, Krimi

Das Rattennest

Nach dem Roman von Mickey Spillane.
18+ Spielfilm, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 19.01.2013
Gut, und jetzt mal eine etwas seriösere Kritik (s/w als Argument GEGEN einen Film anzuführen, zeugt nicht von großer Kompetenz).
Aldrichs zweiter Film kämpft mit dem Problem, das viele Film noir der 50er Jahre haben: Die allzu trashige Handlung, die kriminalistische Kombination zunehmend durch Brutalität ersetzt. Aldrich trat die Flucht nach vorn an, indem er Logik gänzlich ignorierte und die Brutalität auf ein für die Entstehungszeit erstaunliches Maß anhob. Gerade das absurde Ende ist faszinierend und abstoßend zugleich (sicher, wer an bluttriefende Splattermovies gewöhnt ist, dem kann es nichts bieten, aber andere Zuschauer wird das irritierende Moment sicher im Gedächtnis bleiben). Ein sehr widersprüchlicher und in sich zerrissener Film, mehr Wagnis und Experiment (eins, das nicht völlig geglückt ist), aber dadurch interessant - wenn man einen Kopf zum Denken hat.

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Straßenfeger 33 - Das grüne Ungeheuer + Feuerdrachen

Serie, Krimi, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.09.2012
Diese Veröffentlichung war, nachdem (fast) alle anderen Mehrteiler von Rudi Kurz bereits herausgebracht wurden, mehr als überfällig: "Das grüne Ungeheuer" ist eine DER Straßenfeger des DDR-Fernsehens und ein schlagender Beweis, dass auch die DEFA das Genre des Abenteuerfilms beherrschte (wenn sie den richtigen Leuten die Verantwortung in die Hand gab). Rudi Kurz brachte ein Tempo auf Kinoniveau und eine ungewohnte Härte (die Todesszene von Steve, auch wenn sie sich nur im Gesicht von Erik S. Klein abspielt) ins deutsche Fernsehen (Ost wie West), die auf Jahre nur selten wieder erreicht wurden - kein Wunder, dass schon nach wenigen Monaten der Film seinen Weg in die Kinos fand. Schmissig ist die Musik von Wolfgang Hohensee, malerisch der Balkan, der Südamerika doubelte. Das ganze große Plus jedoch sind (wie so oft) die Schauspieler - pralle Saftgestalten, die ihren Figuren Leben und Zwischentöne verleihen: Jürgen Frohriep als kantiger, zweifelhafter Hüne, Erik S. Klein und Gerd Ehlers als amoralische Schurken, die mit leichter Hand und Leutseligkeit Sympathien tückische Sympathien wecken, Fred Düren, der mit geringsten Regungen den Kontrollverlust spürbar macht. Wer klassische Unterhaltung mit großartigem Schauspiel liebt und sich nicht an der unangenehmen (aber sehr kurzen) tendenziösen, verkitschten Rahmenhandlung stört, ist bei dieser DVD genau richtig.
Weniger beeindruckend ist "Feuerdrachen" - ein Nachklapp zur erfolgreichen Serie "Das unsichtbare Visier", der ursprünglich auch unter diesem Titel laufen sollte, aber aus politischen Gründen unauffällig als Einzelfilm verheizt wurde. Die Ähnlichkeiten sind trotzdem unübersehbar, auch die Schwächen, die sich schon in den letzten offiziellen Teilen gezeigt hatten. Fans der Reihe sollten ihn nicht auslassen, aber andere Zuschauer werden wenig daran finden.

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Kerabans phantastische Reise

Kids, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.07.2012
Uneingeschränkt zu empfehlen! Der Name Manfred Grätz bürgt für qualitativ hochwertigen Puppentrickfilm und gleichzeitig Treue zum Original (bestes Beispiel: "Die Spur führt zum Silbersee"). Mit diesem Film gab er den Staffelstab an Manfred Durniok weiter, der ein würdiger Nachfolger wurde. Spannend, witzig, mit erstaunlicher Charakteranimation - ein perfektes Vergnügen für Erwachsene und Kinder, die mit diesem (und anderen Filmen der gleichen Reihe) hervorragend an den Meister der Science-Fiction herangeführt werden können. Hoffen wir, dass bald auch "Von der Erde zum Mond" auf videobuster entleihbar ist.

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Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Der letzte gemeinsame Auftritt von Winnetou und Old Shatterhand hat immerhin eines auf seiner Seite - er wahrt die Charaktere weitaus mehr, als es die letzten Produktionen getan hatten. Mit dem angeblich zugrunde liegenden Buch hat er natürlich nichts zu tun, sondern ist eindeutig ein Remake von "Der Schatz im Silbersee". Schablonenhaft ist er allerdings, aber die Inszenierung von Harald Reinl holt doch noch einiges aus dem (wieder einmal!) langweiligen Drehbuch von Herbert "Derrick" Reinecker (der sich hinter dem Pseudonym Alex Berg versteckte) heraus. Wunderschöne Musik von Martin Böttcher, aber alles mindestens eine Nummer kleiner als in den ersten Filmen (Clarke Reynolds kann nicht mit Terence Hill oder gar Götz George mithalten, Vojo Govedariza nicht mit Gojko Mitic und Rik Battaglia war schon zu oft der Schurke). Wenn man gerade im May-Fieber ist, sollte man sich auf keinen Fall von diesem Film abhalten lassen, den eines hat er (wenn auch nur in Restbeständen) immer noch: Flair.

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Die Pyramide des Sonnengottes

Western, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Kaum konnte man glauben, daß nach dem recht schwachen ersten Teil der zweite noch abfallen könnte, aber so ist es leider. "Die Pyramide des Sonnengottes" bietet außer dem originellen Titel-Bau kaum etwas, das den Film sehenswert macht. Das Drehbuch besteht aus zerrupften Aktionen ohne Sinn - rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln - und aus zumeist dümmlichen Dialogen. Die Schauspieler bieten Schmierentheater und sowohl Musik als auch Kampfszenen kennt man schon aus dem ersten Film. Daß auf DVD eine Kopie mit miserabler Tonqualität zu finden ist (die letzten ZDF-Ausstrahlungen waren deutlich besser) fällt dadurch schon gar nicht mehr ins Gewicht. Von einmaliger Dümmlichkeit ist auch das Interview, das sich als Extra auf der DVD befindet, aber damit gibt es zumindest ein homogenes Bild.

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Der Schatz der Azteken

Abenteuer, Western

Der Schatz der Azteken

Abenteuer, Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Es ist schon manche Filmmusik recht verräterisch gewesen - und auch "Der Schatz der Azteken" hat dieses Schicksal erlitten. Schon die ersten Töne der allzu simplen Titelmelodie verraten, daß hier keine Meister am Werk gewesen sind. Umso schmerzlicher die Erkenntnis, daß Alt-Meister Robert Siodmak hier auf dem Regiestuhl saß, von dem nicht nur Meisterwerke, sondern auch der nicht bedeutende, aber großartige May-Film "Der Schut" stammen. Aber in dem Bemühen, einen aufwendigen Abenteuerfilm herzustellen, ist Produzent Brauner in die falsche Richtung geprescht. Viele Aktionen, wilde Grimassen und mittendrin ein Star, der wie eine Marmorstatue wirkt, aber bei etwas feinerem Spiel doch leicht überfordert ist - garniert mit Musik, die von überall her geklaut ist (vor allem vom italienischen Sandalenfilm) und sich in enervierendem Maße wiederholt. Das klingt alles nach einem ziemlich miesen Film. Ja - aber das heißt nicht, daß er nicht irgendwo auch unterhaltsam ist. Zumindest findet man zwischen all dem Kitsch und hanebüchenen Dialogen immer wieder einen Brocken echten May (was keineswegs selbstverständlich ist); zudem tauchen achtbar dargestellte historische Figuren (durchaus ambivalent gezeichnet) auf, die für Kurzweil sorgen. Ansonsten sieht man dem Film seine katastrophalen Produktionsbedingungen an - diese fürchterlichen Atelier-Aufnahmen. Trashig - das ist die richtige Bezeichnung für den ersten Karl-May-Film der 60er, der keine Goldene Leinwand ergattern konnte. Und in diesem Begriff steckt heutzutage ebenso viel Negatives wie Positives.

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Der Schut

Abenteuer

Der Schut

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Eine der besten Karl-May-Verfilmungen und zweifellos das im Abstand beste Konkurrenzprodukt zur legendären Winnetou-Serie der Rialto: recht nah am Original, gut gespielt, mit toller Musik und trotz der Laufzeit von zwei Stunden keine Minute langweilig. (Man sollte nur keine großen Erwartungen in den Namen >Siodmak< setzen - straff inszeniert, aber unter seinen Möglichkeiten.) Und endlich ist auch er auf DVD zu sehen. Keine rotstichigen, ausgeleierten Video-Bilder mehr, nein - tolle Bilder direkt vom Original (wirklich vom Original: im Vorspann wird Marie Versini falsch als "Maria" geführt - ein Lapsus, der bei späteren Kopien durch neue Vorspänne korrigiert wurde) mit leuchtenden Farben und - das wars. Keine Extras. Ein bißchen enttäuscht das schon, wenn man bedenkt, daß für die Rialto-Serie erst von Kinowelt, dann von UFA mit Extras nicht gespart wurde. Naja, es geht ja um den Film. Und den mal so zu sehen, wie er gedacht war, lohnt auf jeden Fall die Entleihe.

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Winnetou und sein Freund Old Firehand

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.03.2012
Laut Titel spielt Winnetou hier eine Hauptrolle? Lüge!! Der komplette Film ist abgestellt auf einen Hauptdarsteller, der trotz seiner langen Karriere noch einen Film wirklich auf seinen breiten Schultern tragen konnte. Der "Kanada-Cow-Greis" Rod Cameron war die denkbar schlechteste Besetzung für den charísmatischen Old Firehand, das Drehbuch miserabel, und der geniale Peter Thomas hätte lieber die Finger von einer Western-Musik lassen sollen. An diesem Film gibt es nun wirklich nichts Interessantes.

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