Drama
Bewertung und Kritik von
Filmfan "muhesse" am 01.06.2010Die Schauspielerleistungen der Protagonisten (vor allem Anne Hathaway, aber auch Rosemarie DeWitt und Bill Irwin) und die Inszenierung sind von solcher geradezu stechenden Glaubwürdigkeit ("Authentizität"), dass man zuweilen glaubt, man sähe einen Dokumentarfilm über eine Hochzeit, die tatsächlich stattgefunden hat. Diese Absicht hatte der Regisseur wohl auch, und in dieser Hinsicht ist ihm und den Hauptdarstellern (Debra Winger sei davon ausdrücklich ausgenommen) zweifellos eine Höchstleistung gelungen.
Leider wird die Bemühung um Natürlichkeit ("Independent"-Kino) durch das überflüssige, affektierte Stilmittel der wackeligen Handkamera zu steigern versucht, was anfangs (aus meiner Sicht) sehr störend ist, aber man kann sich daran gewöhnen. Auch sind die szenischen Passagen, z. B. die Huldigungen an das Brautpaar und der Verlauf der Hochzeit, teilweise vielleicht etwas zu lang geraten. Aber das tut der Erzählung letztlich keinen Abbruch.
Die Geschichte selbst ist von Anfang bis Ende glaubwürdig, kommt ohne billige dramaturgische Tricks aus - was selten ist -, und zieht dadurch unwiderstehlich in ihren Bann. Man muss sich allerdings auf den Film einlassen: Die Ursachen für die Spannungen zwischen den Figuren erschließen sich erst nach und nach, die Charaktere entfalten ihre Eigenheiten nur schrittweise. Aber gerade das macht die Darstellung spannend und eben glaubwürdig.
Wer bei einem Film "Action" braucht, ist hier völlig falsch. Wer alles in Dialogen (verbaler Natur) ausführlich erklärt bekommt möchte, ist es ebenso. Wer aber Wert auf eine realistische Erzählung und überzeugende, glaubwürdige Schauspieler (zumindest in den Hauptrollen) legt - deshalb sollte man den Film auch unbedingt in der Originalfassung sehen -, der findet in diesem Film ein Kleinod.
ungeprüfte Kritik