Nach einer wahren Begebenheit, ist dies die Geschichte von vier Brüdern, die unterschiedlicher nicht sein können. Der Soldat Dimitri (Mikhail Ulyanov) verkörpert ungestümes Temperament und ungezügelte Leidenschaft. Im Intellektuellen Ivan (Kirill Lavrov) findet der gottlose Nihilismus seine Personifikation. Der Novize Aljoscha (Andrey Myagkov) ist Sinnbild für Reinheit, Demut und Frömmigkeit. Schließlich Smerdjakow (Valentin Nikulin), der 'Stinkende', er steht für den malträtierten, leicht beschränkten Stiefsohn und -bruder, der als Bediensteter im Hause seines leiblichen Vaters Fjodor Pawlowitsch (Mark Prudkin) sein Leben fristet. Dieser Patriach prasst, zecht, spottet und zieht nicht zuletzt durch seine Affäre mit der jungen Geliebten Dimitris den geballten Hass seiner Söhne auf sich. Der Mord an Fjodor Pawlowitsch erscheint deshalb als beinahe unvermeidliche Folge in dieser Familientragödie, die in die tiefsten Abgründe und die erhabensten Momente der menschlichen Seele blickt...
Die Regisseure Kirill Lavrov, Ivan Pyrev und Mikhail Ulyanov folgen in ihrer werkgetreuen 'Die Brüder Karamasow' (1969) Verfilmung Dostojewskis Resümee über Leben und Leid, wahre Liebe und Affekt, tatsächliche Schuld und Unschuld. Die Antworten fallen dabei so mannigfach aus, wie es die unterschiedlichen Charaktere der Geschichte sind. Zugleich symbolisieren die Karamasows zusammengenommen das Russland der 1870er Jahre, wie es der weltberühmte Schriftsteller sah: heißblütig, ungläubig, gottesfürchtig, zornig und hilfsbedürftig.