Als Ausdruck einer sensorischen Flucht ist 'Le Lac' ein Hineingleiten in das Hier und Jetzt - die Betrachtung der Gegenwart, um sich ihr körperlich und vollkommen hinzugeben. Am Ende einer Segel-Regatta auf einem großen See, lösen sich eine Frau (Clotilde Courau) und ein Mann (Bernard Stamm), zwei menschliche Archetypen, vereint durch den Verlust, allmählich von der Welt und der Zeit, von ihren jeweiligen Zeitebenen und Zeitläufen...
'Le Lac' (2025) von Fabrice Aragno ist ein Film der wenigen Worte, ein Film des Klangs, ein Film der Bilder. Landschaften werden als Charaktere inszeniert, Körper als Landschaften begriffen. Das Wandeln zwischen Leben und Tod, die auf einfache und menschliche Weise ausgelotete und dargestellte Beziehung des Paares - konfrontiert mit den unaufhörlichen Widerständen der Elemente - bildet den filmischen Ausdruck dessen, was wir alle in unserem Leben, ob nah oder fern, bereits empfunden haben. Der dritte Protagonist ist der Genfersee, jene Kulisse, die unsere Ufer umschließt. Vor unseren Augen entfaltet sich die Geschichte dieser verzweifelten Leidenschaft, in der Welt zu sein. Wir möchten auf die andere Seite übersetzen, doch wir können es nicht, und dennoch vernehmen wir die Stimme dieses Lebens im Rauschen der Wellen, im Atem des Windes, in den vorüberziehenden Wolken, im einsamen Ruf der Vögel. Doch dies verlangt nach einem Ruf des Herzens und jener tiefen inneren Erschütterung, die die Natur hervorruf.