Kritiken von "howardh"

Die progressiven Nostalgiker

Willkommen in der Welt von heute.
Komödie, Fantasy

Die progressiven Nostalgiker

Willkommen in der Welt von heute.
Komödie, Fantasy
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 04.09.2026
Luftig-leichte Sommerkomödie mit genre-üblich ungelösten Zeitreise-Paradoxien. Aber das stört nicht wirklich. Das Gegenüber-Stellen der 1950er-Jahre mit den 2020er-Jahren ist mit einigen, aber nicht zu vielen, Widerhaken versehen und sorgt öfters für Aha-Effekte.

ungeprüfte Kritik

Der Teufel trägt Prada 2

Komödie, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 03.09.2026
Der Film wirkt irgendwie aufgewärmt, segelt aber eindeutig unter falscher Flagge: Anders als im ersten Teil - dort ging es vorrangig mit viel schwarzem Humor um Stuten-Bissigkeit in einer völlig überdrehten Mode-Welt - spielt Mode jetzt nur am Rande eine Rolle. Dort spielen nur wenige Szenen, die dafür umso opulenter und aufgebrezelter (inhaltlich aber völlig belanglos) mit viel Mode-Prominenz (u.a. sogar mit Heidi Klum, die lt. Karl Lagefeld aber völlig unbekannt ist) daherkommen. Der Abspann ist ein Who's who der Mode-Gewaltigen.

Der Schwerpunkt des Films liegt auf der problematischen Entwicklung in der Medienbranche. Selbst renommierte Zeitungen, Zeitschriften und Magazine kämpfen mit riesigen finanziellen Problemen (vorrangig Wegbrechen der Werbe-Einnahmen), entstanden durch das Aufkommen von Social Media und Influencertum. Diverse Heuschrecken-Investoren geben dem Ganzen dann den Rest.

Mit Komödie hat das allerdings alles überhaupt nichts zu tun. Nachdem auch die von Meryl Streep dargestellte Hauptfigur der Miranda Priestley völlig weichgespült wurde und am Ende relativ hilflos wirkt, bleibt nur dröge Langeweile übrig. Der in einer absoluten Nebenrolle agierende Kenneth Branagh wird völlig verschenkt.

ungeprüfte Kritik

Eddington

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 31.08.2026
Ein allen Seh-Gewohnheiten gegenläufiger Film, der der ziemlich kaputten und zerrissenen US-Gesellschaft gnadenlos einen Spiegel vorhält. Lauter völlig verkorkste Typen führen einen furiosen Höllentanz auf. Trotz der Vielzahl der auftretenden Personen und der zahllosen - zum Teil offen bleibenden - Handlungsstränge tritt keine einzige positive Figur auf. Selbst Autoritäten wie z.B. der Sheriff und der Bürgermeister erweisen sich im Lauf der Handlung (Achtung Spoiler!) als absolut durchgeknallt.

Als einzige Hoffnung bleibt, sich einzureden, dass es sich ja um eine grotesk-übertriebene Satire handelt, die sich allen Realitäten entzieht. Am Ende bleiben erhebliche Zweifel.

ungeprüfte Kritik

Ein fast perfekter Antrag

Lovestory, Deutscher Film, Komödie

Ein fast perfekter Antrag

Lovestory, Deutscher Film, Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 28.08.2026
Ein an Bräsigkeit und Behäbigkeit kaum zu überbietender Langweiler-Film. Die auftretenden Kommilitonen von Heiner Lauterbach sind so brav, bieder und betulich, dass sie direkt den Wirtschaftswunder-Klischees der Nachkriegsjahre entsprungen sein könnten. Höhepunkt der Peinlichkeit ist dann eine Szene, die ebenfalls an Opas Kino aus den 1950er-Jahren erinnert ("Conny und Peter machen Musik" oder so ähnlich). Die große Frage ist eigentlich nur, wer für das alberne Toupet von Heiner Lauterbach verantwortlich ist.

Den zweiten Stern gibt es ausschließlich für Iris Berben und Heiner Lauterbach, die vermutlich am wenigsten für das Fiasko können.

ungeprüfte Kritik

Michael

Erlebe den Aufstieg des Kings - Der Aufstieg einer Legende.
Musik

Michael

Erlebe den Aufstieg des Kings - Der Aufstieg einer Legende.
Musik
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 22.08.2026
Für Michael-Jackson-Nerds ein absolutes Muss, für den Rest der Welt absolut vernachlässigbar. Extrem oberflächliches Biopic, das die - zweifelsohne vorhandenen - negativen Facetten von "Mikey" völlig ignoriert. Und dass der Film zu einem Zeitpunkt endet, als es im wirklichen Leben von Michael Jackson gerade mal richtig rund gegangen ist, passt ganz hervorragend zu dieser Form von Ikonisierung.

Genau genommen ein reiner Märchenfilm.

ungeprüfte Kritik

One Battle After Another

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 16.08.2026
Einer der meist-prämierten Filme aller Zeiten (lt. wikipedia weltweit 200 Auszeichnungen), allen voran zwei der wichtigsten Oscars (bester Film und beste Regie). Dennoch bin ich mit dem Film nicht warm geworden. Es handelt sich um eine extrem konfuse Mischung aus Action-Film, Arthouse-Kino und skurrilem schwarzen Humor. Diese Ingredienzien laufen parallel, finden aber niemals richtig zusammen. Besonders merkwürdiges Paradoxon: Der Film ist niemals langweilig, dennoch aber deutlich zu lang geraten.

Für mich persönlich bleibt nur ein hilfloses Achselzucken. Ich kann mit dem Film einfach nichts anfangen. Einziger Nährwert: Offensichtlich driften professionelle Film-Kritiker bzw. -Juroren und Kino-Mainstream-Massengeschmack immer mehr auseinander.

ungeprüfte Kritik

Bon Voyage - Bis hierher und noch weiter

Drama, Komödie
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 14.08.2026
Keine Komödie, nicht mal eine Tragikomödie (das "Komödiantische" muss man mit der Lupe suchen). Genau genommen schwebt über allem das Stichwort "assistierter Suizid". Warum Oma Marie ihren Sohn Bruno und ihre Enkelin Anna über ihre Ziele, die sie mit einer Reise in die Schweiz verknüpft, nicht einweiht, sondern ihnen was von einer Erbschaft weismacht, bleibt nebulös. Die beiden lassen sich dementsprechend auch nicht abwimmeln, sondern machen sich mit auf die Reise, zusammen mit Maries Pflegehelfer Rudy, der als einziger einen Führerschein hat.

Besonders negativ fällt Sohn Bruno auf als Super-Loser auf, der finanziell völlig abgebrannt ist und deshalb das Bankkonto seiner Tochter pländern muss. Die hat gerade zum ersten Mal ihre Periode und fühlt sich völlig alleingelassen (ihre Mutter, Brunos Ex-Frau, hat sich anscheinend nach Brasilien abgesetzt, ohne dass man Näheres erfährt).

Was an dieser Personen-Konstellation (eine absolut dis-funktionale Familie) und der skizzierten Handlung witzig sein soll, erschließt sich nicht. Für Gags sorgt allein die von Rudy heftigst verwöhnte Haus-Ratte.

ungeprüfte Kritik

Wie das Leben manchmal spielt

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 11.08.2026
Unterhaltsame Komödie über das Zusammenprallen von zwei völlig verschiedenen Lebenswelten. Zum einen ein Strafrichter, der seine Prozesse keineswegs juristisch völlig abgehoben führt, sondern zumindest versucht, in die Lebensumstände der Prozess-Beteiligten hineinzufinden. Zum anderen eine junge Frau (die eher als Sängerin bekannte Louane Emera nach über zehn Jahren Filmpause in ihrer zweiten Rolle), zwar hoch-intelligent, aber durch ihr prekäres Umfeld schwer gehandicapt und mit relativ verkorkstem Liebesleben.

Wie die beiden sich zunächst vorsichtig beschnuppern und sich dann doch langsam annähern, ist gutes Unterhaltungs-Kino, nicht mehr und nicht weniger.

ungeprüfte Kritik

Gelbe Briefe

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 03.08.2026
Gelungene Verknüpfung zwischen den Ehe-/Erziehungs-Problemen eines Künstler-Ehepaars und dessen staalicher Drangsalierung aufgrund dessen systemkritischer Haltung. Ganz große Klasse ist Özgu Namal in der weiblichen Hauptrolle.

Ganz unmerklich und zunächst in ganz kleinen Schritten schränkt der Staat die Freiheit des Paares ein. Dann gibt es auf einmal Anzeigen wegen staatsfeindlicher Hetze. Sofort werden Strafverfahren in Lauf gesetzt, die dann allerdings ganz ganz langsam betrieben werden. Allein auf die erste Anhörung müssen die Betroffenen monatelang warten. Und wenn es dann tatsächlich vor Gericht verhandelt wird, dann werden zur Untermauerung der Anklage schnell aus dem Handgelelenk neue - teils völlig banale (z.B. Rauchen in den Umkleideräumen) - Angriffspunkte fabriziert. Während dessen verlieren die Angeklagte ihre Arbeitsplätze und geraten in eine völlig prekäre Situation. Freunde und Verwandte geben nur teilweise eine Hilfestellung.

Und genau das ist beabsichtigt. Der Staat sperrt seine Kritiker nicht ein, aber er treibt sie brutal in die Enge. Gleichzeitig signalisiert er gegenüber dem Rest der Welt, was Systemkritikern passiert.

Der Film bietet gutes Anschauungs-Material für die Gefahren, die entstehen, wenn extremistische Politiker bzw. Parteien an die Macht kommen und schrittweise Schlüsselpositionen besetzen.

ungeprüfte Kritik

Hamnet

Halte dein Herz offen.
Drama

Hamnet

Halte dein Herz offen.
Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 01.08.2026
Verfilmung eines Romans, der mit viel Phantasie einen persönlichen Schicksalsschlag von William Shakespeare (Tod seines 11-jährigen Sohne Hamnet) mit der Entstehung von "Hamlet" verknüpft. Ob es sich mehr um Spekulationen oder eher um einen realistischen Hintergrund handelt, muss zangsläufig offen bleiben, weil lediglich die späten - also nach dem Filmgeschehen liegenden - Lebensjahre Shakespesares relativ gut erforscht sind.

In etwa der letzten Viertelstunde des Films wird ganz großes Kino geboten, aber die rd. 100 Minuten vorher sind zum Teil schon sehr zäh und steinig. Warum seine Ehefrau (historisch relativ gesichert hieß sie Anne Hathaway, war acht Jahre älter als Shakespeare und ziemlich reich) im Film "Agnes" heißt, jünger ist und aus prekären Verhältnissen stammt, kann man nur mutmaßen.

Vermutlich wäre der Film ansonsten noch viel handlungsärner gewesen. Eigentlich geht es nämlich nur darum, dass Agnes ihrem Mann vorwirft, nicht genügend Empathie für die Familie aufzubringen und viel zu wenig anlässlich des Todes des Sohnes getrauert zu haben. Erst am Schluss wird ihr klar, dass auch er getrauert hat, halt allerdings auf völlig andere Weise als sie selbst.

ungeprüfte Kritik

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Nach dem gefeierten Bestseller von Joachim Meyerhoff.
Drama, Deutscher Film

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Nach dem gefeierten Bestseller von Joachim Meyerhoff.
Drama, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 27.07.2026
Amüsante und kurzweilige Verfilmung eines autobiografischen Romans des Schauspielers Joachim Meyerhoff. Es geht um die Irrungen und Wirrungen eines Schauspieler-Adepten in den 1980er-Jahren, einer Zeit des Theater-Umbruchs. Der Original-Text der Stücke wurde immer unwichtiger, statt dessen triumphierten die "kreativen" Text-Umdeutungen der jeweiligen Regisseure. Dabei schreckte man auch vor Klassikern nicht zurück.

Und die Schauspiel-Schüler mussten sich darauf einlassen. Grandios sind Senta Berger als alternde Diva und Michael Wittenborn als ihr Professoren-Ehemann, die die Schauspiel-Strampeleien ihres Enkels teils ungläubig, teils auch mit großartiger Toleranz und Nachsicht und auch mit einem soliden Alkohol-Spiegel begleiten. Auf die Idee, nach dem Zähneputzen mit Whisky zu gurgeln, muss man auch erst einmal kommen.

ungeprüfte Kritik

Crime 101

Ein Raub verbindet sie alle - Basierend auf der Novelle von Don Winslow.
Thriller, Krimi

Crime 101

Ein Raub verbindet sie alle - Basierend auf der Novelle von Don Winslow.
Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 27.07.2026
Die Verfilungen von Don-Winslow-Romanen geraten leider öfters etwas daneben. Seine Bücher sind sehr komplex und weisen überdurchschnittlich viele Handlungsstränge auf. An deren "Eindampfen" auf eine akzeptable Film-Länge scheitern viele Regisseure bzw. Drehbuch-Autoren.

Die Verfilmung der Winslow-Kurzgeschichte "Crime 101" dagegen ist hervorragend gelungen. Der Film ist zwar etwas länger (2 Stunden 20 Minuten), aber nicht übermäßig lang. Es gibt genügend Action-Szenen - zum großen Teil Auto-/Motorrad-Verfolgungsjagden -, aber nicht überzogen viele. Es werden zwar nicht alle Handlungsstränge aufgelöst, doch zumindest diejenigen, die für den Zuschauer am wichtigsten sind.

Mit einem Wort: Der Film bietet alles, was ein Action-Heist-Movie ausmacht, und zwar genau in der richtigen Dosierung. Und Halle Berry ist einfach nur grandios!

ungeprüfte Kritik