Drama, Science-Fiction
Bewertung und Kritik von
Filmfan "spiegelblicke" aus Krefeld am 16.08.2026"The Assessment" kommt mit einem einzigen Ort des Geschehens aus, was die bedrückende Zukunft der Erde und deren nahezu vollends isolierter Bewohner der "neuen Welt" in besonderer Weise untermalt. Durch die Handlungsbeschreibung hatte ich mir den Film völlig anders vorgestellt - ein Aspekt, der in diesem Fall keienswegs negative Auswirkungen hat. Die Kammerspielhaftigkeit, die Kulisse sowie die Konzentration auf das Wesentliche sorgen für eine dichte wie auch düstere Atmosphäre. Die Gesetzgebung, sich für eine Schwangerschaft "bewerben" zu müssen fühlt sich ähnlich kalt an wie die Gutachterin Virginia, die sieben Tage gemeinsam mit dem Paar Mia und Aaryan verbringen muss, um zu ihrer Einschätzung gelangen zu können. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Beobachtung, Bewertung, Beeinflussung und Manipulation, deren Motive man bis zuletzt nur erahnen kann. "The Assessment" gewinnt viel durch die Besuchsszene, wird dem Zuschauer hier nochmals verdeutlicht, dass Gutachter wie Virginia üblich geworden sind und sich somit lediglich für den Filmgucker völlig befremdlich anfühlen. Stete kleine Hinweise auf eine drohende Zuspitzung unterschiedlicher Natur impfen dem Gesamtwerk weitere Spannung ein - manches holt die Protagonisten wieder ein, anderes verraucht buchstäblich. Weiterer Pluspunkt für die Offenbarungen, die die Macher nachlegten, als man eigentlich schon mit dem Abspann gerechnet hat. "The Assessment" hat mich persönlich vollumfassend überzeugt; agiert dieser berührend, dramaturgisch, spannend, bedrückend wie auch bedrohlich - und leider längst nicht mehr so utopisch, wie der moderne Mensch der alten Welt es sich einzureden versucht.
Ein Werk, welches noch Tage nach der Sichtung nachhallt.
ungeprüfte Kritik