Serie, Krimi, Deutscher Film
Serie, Krimi, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von
einem anonymen Filmfan am 17.09.2012Diese Veröffentlichung war, nachdem (fast) alle anderen Mehrteiler von Rudi Kurz bereits herausgebracht wurden, mehr als überfällig: "Das grüne Ungeheuer" ist eine DER Straßenfeger des DDR-Fernsehens und ein schlagender Beweis, dass auch die DEFA das Genre des Abenteuerfilms beherrschte (wenn sie den richtigen Leuten die Verantwortung in die Hand gab). Rudi Kurz brachte ein Tempo auf Kinoniveau und eine ungewohnte Härte (die Todesszene von Steve, auch wenn sie sich nur im Gesicht von Erik S. Klein abspielt) ins deutsche Fernsehen (Ost wie West), die auf Jahre nur selten wieder erreicht wurden - kein Wunder, dass schon nach wenigen Monaten der Film seinen Weg in die Kinos fand. Schmissig ist die Musik von Wolfgang Hohensee, malerisch der Balkan, der Südamerika doubelte. Das ganze große Plus jedoch sind (wie so oft) die Schauspieler - pralle Saftgestalten, die ihren Figuren Leben und Zwischentöne verleihen: Jürgen Frohriep als kantiger, zweifelhafter Hüne, Erik S. Klein und Gerd Ehlers als amoralische Schurken, die mit leichter Hand und Leutseligkeit Sympathien tückische Sympathien wecken, Fred Düren, der mit geringsten Regungen den Kontrollverlust spürbar macht. Wer klassische Unterhaltung mit großartigem Schauspiel liebt und sich nicht an der unangenehmen (aber sehr kurzen) tendenziösen, verkitschten Rahmenhandlung stört, ist bei dieser DVD genau richtig.
Weniger beeindruckend ist "Feuerdrachen" - ein Nachklapp zur erfolgreichen Serie "Das unsichtbare Visier", der ursprünglich auch unter diesem Titel laufen sollte, aber aus politischen Gründen unauffällig als Einzelfilm verheizt wurde. Die Ähnlichkeiten sind trotzdem unübersehbar, auch die Schwächen, die sich schon in den letzten offiziellen Teilen gezeigt hatten. Fans der Reihe sollten ihn nicht auslassen, aber andere Zuschauer werden wenig daran finden.
ungeprüfte Kritik