Am Ufer des Han-Flusses fristet ein Mann (Jo Jae-hyeon) ein kärgliches Dasein. Ein älterer Mann und ein kleiner Junge bilden seine einzige Gesellschaft. Weil er unter einer Brücke lebt, nennen ihn die Leute schlicht 'Crocodile'. Seinen Lebensunterhalt bezieht er aus den Brieftaschen der Selbstmörder, die sich scharenweise von der Brücke in den Tod stürzen und deren Leichen er aus dem Wasser fischt. Eines Tages rettet er dabei die lebensmüde Hyun-jung (Woo Yun-kyeong). Noch in der selben Nacht vergewaltigt er sie. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz bildet sich ein sonderbarer Familienersatz, in dem sich die seelischen Schäden der Protagonisten nur noch durch gewalttätige Übergriffe ausdrücken lassen. Als Hyun-Jungs Ex- Freund auftaucht, eskaliert die Situation...
Mit seinen zwischen Poesie und Realismus changierenden Filmen über “geschundene Kreaturen” (Zitat 'Filmdienst') wie u.a. 'Seom - Die Insel' (2000), ' Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling' (2003) oder 'Bin-jip - Leere Häuser' (2004) hat sich der koreanische Filmemacher Kim Ki-duk beim internationalen Arthaus-Publikum als ernstzunehmender Auteur des Weltkinos etabliert. Sein erster Film 'Crocodile' aus dem Filmjahr 1996 zählt zu seinen intensivsten und wagemutigsten Arbeiten. Ein Rohdiamant, wie er nur von einem heißhungrigen Debütanten kommen kann.