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Kritiken von "ThomasKnackstedt" aus

364 Kritiken in dieser Liste

Darstellung:
  • Der Dolmetscher
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 31.07.2021
    Ergreifende Geschichte über Schuld und Sühne.

    Der 80jährige Ali Ungar(Jiri Menzel) sucht in Wien die Wohnung von Georg Graubner(Peter Simonischek) auf. Graubners Vater war im Krieg in der Slowakei für die Ermordung von Hunderten Menschen verantwortlich. Ali glaubt, dass auch seine Eltern zu den Opfern gehörten. Er will Rache. Doch geöffnet wird ihm vom Sohn, der augenscheinlich nicht weiß, was sein Vater genau im Krieg gemacht hat. Die beiden Männer treffen sich wieder und beschließen, sich auf die Suche nach der Geschichte um Graubners Vater und Ungars Eltern zu machen. In der Slowakei erwarten sie tiefe Erkenntnisse…

    Regisseur Martin Sulik hat es hinbekommen tragische Ereignisse mit unfreiwilliger Komik und einem Duo Menzel/Simonischek sehr bewegend auf die Filmrolle zu bannen. Der Film lebt zum einen von den beiden Hauptdarstellern, deren Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten, aber auch von der Frage nach Schuld und Sühne, die eben nicht in einer Schwarzweiß-Antwort gelöst werden kann. Wie sich Georg Graubner und Ali Ungar finden, das ist schon eine wunderbare Geschichte.

    Alles ist miteinander verbunden. Die Geschichte unserer Väter und Mutter bricht sich noch immer Bahn in unser Leben. Egal, ob wir das wollen oder nicht. Der Film -Der Dolmetscher- fängt das ruhig, aber auch beeindruckend, ein.
  • Palm Springs
    Lovestory, Fantasy
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 29.07.2021
    Murmeltiere und Dinosaurier.

    Die haben mit Max Barbakows Film -Palm Springs- eigentlich nichts zu tun, allerdings sind sie trotzdem allgegenwärtig. Als Harold Ramis 1993 -Und Täglich Grüßt Das Murmeltier- in die Filmwelt entließ, ahnte er ganz sicher nicht, dass er damit ein neues Filmgenre, den Zeitschleifenfilm, erfand. Es folgten zahlreiche gute und weniger gute Kopien. -Palm Springs- ist mit Sicherheit eine der Gelungensten. Das liegt vor allem an Andy Samberg(Niles) und Cristin Milloti(Sarah), die sich die Seelen aus den Leibern spielen. Gepaart mit einem wunderbaren Drehbuch von Andy Siara und J.K. Simmons(Roy), in einer perfekten Nebenrolle, ist -Palm Springs- ein herrlich verrücktes, durchgedrehtes Filmvergnügen.

    Niles ist Gast auf einer Hochzeit und gleichzeitig seit Urzeiten in einer Zeitschleife gefangen, die ihn immer wieder den gleichen Tag durchleben lässt. Bis er aus Versehen Sarah mit in die Zeitschleife nimmt. Das ändert alles. Die Frage ist nur: Wie kommt man da wieder raus? Lassen sie sich überraschen…

    Witzig, gespickt mit schwarzem Humor und echt schrägen Dialogen kommt -Palm Springs- daher. Der Film fällt unter das Motto: Love it oder leave it! Ich zähle mich seit heute zu den Liebhabern. Vielleicht probieren sie einfach mal aus, wohin sie gehören.
  • Made in Italy
    Auf die Liebe!
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 21.07.2021
    Mit leichter Hand…

    …hat James D’Arcy seinen Film -Made in Italy- gedreht. Das ist ihm überaus gut gelungen. Liam Neeson(Robert) in einer Rolle zu besetzen, die man in den letzten Jahren so gar nicht von ihm kannte, ist ein Hauptgewinn. Dazu gibt es eine unterhaltsame Geschichte, wunderbare Bilder aus der Toscana und einen ruhigen, aber sehr schön ausgesuchten, Soundtrack.

    Dem Londoner Galeristen Jack(Micheal Richardson) geht es nicht gut. Seine Ehe steht vor der Scheidung und seine Frau will ihm jetzt auch noch die Galerie wegnehmen. Jack will die Galerie kaufen, hat aber kein Geld. So kommt er auf die Idee, dass sein Vater Robert, zu dem er schon lange keinen Kontakt mehr hat, das alte Haus in der Toscana verkaufen könnte. Zusammen machen sich die beiden Männer auf den Weg. Sie landen mitten in Jacks Vergangenheit und die kann ziemlich weh tun…

    Das war eine sehr schöne Dramödie. Für einen Abend zu zweit vor dem Bildschirm ist Made in Italy genau die richtige Wahl. Mir hat das sehr gut gefallen.
  • Le Mans 66 - Gegen jede Chance
    Basierend auf der wahren Geschichte von Ford versus Ferrari.
    Action, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 18.07.2021
    7000 Umdrehungen…genau da passiert es!

    Wahre Geschichten sind noch immer die Besten. Diese Geschichte hier ist tatsächlich so passiert. Matt Damon kann so gut wie jede Rolle spielen. Wenn die Besetzungsliste einen Schauspieler für einen Besessenen benötigt, ist Christian Bale noch immer die allererste Wahl.

    Carroll Shelby(Matt Damon) gewann 1959, als bisher einziger Amerikaner, die 24 Stunden von Le Mans. 1966 will der große Autobauer Ford, mit Hilfe von Shelby, die Vorherrschaft der Ferraris in Le Mans brechen. Shelby fährt zwar selbst nicht mehr, aber er hat mit Ken Miles(Christian Bale) den einzigen Fahrer an der Hand, dem er den Sieg zutraut. Das Problem: Miles ist schwierig und fällt bei Ford sofort in Ungnade. Doch gegen alle Widerstände sind Miles und Shelby 1966 in Le Mans dabei. Der Ausgang des Rennens ist völlig ungewiss.

    Großes Old-School Kino hat James Mangold da auf die Filmrolle gebannt. Keine der 153 Minuten ist dabei langweilig. Das diese Geschichte tatsächlich so stattgefunden hat, ist geradezu unglaublich. Egal, ob man sich für Autorennen interessiert oder nicht, dieser Film reißt einen geradezu mit.
  • Raya und der letzte Drache
    Fantasy, Animation, Kids, Abenteuer
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 16.07.2021
    Traumhaft schön!

    Das muss man am Ende erst einmal nachwirken lassen. Allerbeste Disney-Unterhaltung mit einer wunderbaren Geschichte, brillant erdachten Figuren, perfekter Animation und Lastwagenladungen voller Herz und Gefühl. Eigentlich schreibe ich längere Rezensionen, aber hier fasse ich mich kurz: Traumhaft schön!
  • Der Duft von wildem Thymian
    Lovestory, Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 16.07.2021
    Zwei Farmen, zwei Menschen und die grünen Wiesen Irlands.

    Davon handelt John Patrick Shanleys Film -Der wilde Duft von Thymian-. Shanley arbeitet dabei alle klassischen Vorstellungen der grünen Insel und ihrer Menschen ab. Da geht es auch in Richtung Kitsch, aber sie wissen ja: Gut gemachter Kitsch ist für einen Filmemacher eine echte Herausforderung. Shanley hat das sehr ordentlich hinbekommen. Seine Story braucht knapp zwanzig Minuten bis sie zündet, doch dann ist man drinnen in dieser Story „Sie kriegen sich, sie kriegen sich nicht!“

    Rosemary(Emily Blunt) und Anthony(Jamie Dornan) kennen sich seit ihrer Kindheit. Sie wohnen auf benachbarten Farmen und kommen doch nie zusammen. Rosemarie träumt davon, aber Anthony ist schlichtweg zu schüchtern. Sein Vater Tony(Christopher Walken) könnte an Anthony verzweifeln. Die Zeit scheint Rosemary und Anthony davon zu laufen, doch das Schicksal spielt auch in Irland seine besten Karten erst zum Schluss aus.

    Es gibt Bilder wie in einer Rosamunde Pilcher Story, aber auch Dialoge, die einen direkt an Shakespeare erinnern. -Der Duft von wildem Thymian- ist eine Schmonzette; auf jeden Fall. Aber eine, die unterhält und gut gemacht ist.
  • Factotum
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 09.07.2021
    „Chinaski! Sie sind gefeuert!“

    So ergeht es Charles Bukowskis Alter Ego Henry Chinaski(Matt Dillon) bei jedem Job. Dem Autor selbst ging es nicht anders. -Factotum- beschreibt die Zeit in Charles Bukowskis Leben, bevor die ersten seiner Stories angenommen wurden. Gelegenheitsarbeit, Rennbahn, Alkohol, Bars, Frauen und Nächte auf Parkbänken. Das ist Jan(Lili Taylor), die nicht mit Henry und nicht ohne ihn klar kommt. Laura(Marisa Tomei) hält Henri über Wasser, obwohl sie selbst am Untergehen ist. Doch Henry geht seinen Weg. Der heißt: Aushalten, weitergehen, sich keine Illusionen machen. Irgendwann wird es schon klappen…

    Matt Dillon gibt hier einen wunderbaren Henry Chinaski. Der agiert sehr eng am Original und kommt authentisch rüber. -Factotum- hat so überhaupt gar nichts mit der Schreibe von Buk zu tun. Lediglich mit einer Erzählstimme werden Bukowski-Texte zum Besten gegeben. Das ist immerhin eine ganze Menge mehr als gar nichts.

    Wer Bukowski gelesen hat, wird mit dieser Verfilmung nicht hadern. Sie ist pur, trocken, sachlich, roh und schön zugleich. Bukowski halt…
  • The Postcard Killings
    Nach dem Bestseller von James Patterson & Liza Marklund.
    Krimi, Thriller
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 08.07.2021
    Der kleine Bruder von -Sieben-.

    Den hat Danis Tanovic mit seinem -The Postcard Killings- auf die Filmrolle gebannt. Die Ähnlichkeiten sind frappierend, die Klasse des Vorgängers erreicht der Film nicht, aber: Er ist extrem spannend, funktioniert und hat mit Jeffrey Dean Morgan(Jacob Canon) und Joachim Krol(Kommissar Bubeck) zwei brillante Mimen am Start.

    Jacob Canons Tochter wird, auf ihrer Hochzeitsreise, in London ermordet. Der Mord passt in eine Serie von Taten, die sich über ganz Europa erstrecken. Canon, Detektiv aus New York, macht sich auf die Suche nach den Mördern. Es geht um Kunst, Liebe, Leid und den Tod. Verdächtige sind schnell gefunden, doch beweisen kann man nichts. Doch Jacob Canon lässt nicht locker und fügt die Teile des Puzzles nach und nach zusammen…

    Das war extrem gute Unterhaltung. Zwar gab es hier und da einige unlogische Details, doch das sind Kleinigkeiten. Insgesamt kann man als Krimifreund mit -The Postcard Killings- nichts verkehrt machen. Deshalb gibt es von mir die Empfehlung zum Anschauen.
  • Barfuß in Paris
    Komödie
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 06.07.2021
    Wundervolle Hommage an Tati, Chaplin, Laurel & Hardy, Keaton…

    Diesen Film wird man lieben oder hassen, soviel steht fest. Wer das uralte Kino noch kennt, mit Slapstick ala Stan Laurel und Co. groß geworden ist, und sich an die seltsam komischen Abenteuer von Jacques Tati erinnern kann, dem wird das Herz bei Fiona Gordons und Dominique Abels -Barfuss in Paris- scheunentorweit aufgehen. Wer all das weder kennt noch schätzt, kann mit diesen 84 Minuten Filmpoesie ganz sicher gar nichts anfangen. Ich persönlich war tief ergriffen von dieser Zeitreise zu den Anfängen der bewegten Bilder. Zur wahrlich „irren“ Story gesellen sich mit Fiona Gordon(Fiona), Dominique Abel(Dom) und Emanuelle Riva(Martha) drei Vollblutmimen.

    Fiona will ihre Tante Martha besuchen, die seit 48 Jahren in Paris wohnt. Martha soll ins Altersheim und will das nicht. Fiona trifft mit Schwierigkeiten ein, Martha haut ab, weil sie nicht eingewiesen werden will. Fiona strandet in der Stadt und ist auf die Hilfe des Obdachlosen Dom angewiesen. Der verknallt sich in Fiona und ab da geht alles nur noch drunter und drüber. Die Tanzszene auf dem Schiff, das Ballett der Füße, die Kletterpartie auf dem Eiffelturm. Wo soll man anfangen und wo aufhören. Das hier ist ein komplett verrückter Film, den man sich einfach anschauen muss.

    Zusätzlich gewürzt wird dieses herrlich skurrile Filmvergnügen mit dem Auftritt von Pierre Richard. Alter schützt vor Comic nicht, soviel steht fest.
  • Haunted Child
    Horror
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 01.07.2021
    Subtiler Horror aus Norwegen.

    Carl Christian Raabes -Haunted Child- erfüllt alle Kriterien des klassischen Horror-, bzw. Gruselfilms. Hier wird die Spannung noch im Kopf des Zuschauers erzeugt und nicht durch übertriebene Darstellungen auf dem Bildschirm. Knarrende Türen, geheimnisvolle Geräusche, rätselhafte Geschehnisse und die Dämonen der Vergangenheit sind die Zutaten für diesen atmosphärisch dichten, aber auch vorhersehbaren Plot. Dabei arbeitet -Haunted Child- mehr mit der Liebe zum Detail, als mit Nerven zerreißenden Szenen. Für die Freunde des „guten alten Gruselfilms“ ist das ganz sicher ein Gewinn.

    Kathrin(Synnovy Macody Lund) erbt ein einsames Landhaus. Als sie es verkaufen will, ergeben sich Schwierigkeiten. Obwohl Kathrin in dem Haus geboren wurde und gelebt hat, kann sie sich an ihre Kindheit nicht erinnern. Die Menschen im kleinen Ort scheinen mehr zu wissen, als sie Kathrin sagen. Liegt ein Fluch auf dem Haus? Und dann ist da noch das kleine Mädchen Daisy(Ebba Steenstrup Saheim) das immer wieder auftaucht und verschwindet wie ein Geist…

    Synnovy Macody Lund, vor kurzem noch in der Netflix Serie -Ragnarök- zu sehen, spielt die Hauptrolle dieser Geschichte mit großer Klasse. Sie trägt den Film. Der Rest ist Dunkelheit, gute Soundeffekte und klassische Horrorelemente. Mir hat das gut gefallen und sie müssen selbst entscheiden, was sie von dem Film halten.
  • Jim Knopf und die Wilde 13
    Fantasy, Abenteuer, Kids, Deutscher Film
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 27.06.2021
    Volle Fahrt voraus!

    Heißt es dieses Mal für Jim Knopf(Solomon Gordon), Lukas(Henning Baum), Emma und Molly. Neue Abenteuer warten. Lummerland braucht einen Leuchtturm, dafür soll der Scheinriese Herr Tur Tur(Milan Peschel) engagiert werden. Nebenbei werden die Magnetberge repariert und da ist natürlich noch die Frage nach Jims Herkunft. Der Goldene Drache gibt Jim den Hinweis, wie er die Wilde 13(Rick Kavanian) finden kann, um seine Herkunft zu klären. Doch das wird gefährlich…

    Über sechzig Jahre ist es her, dass Michael Ende Jim Knopf erfand. Die Geschichte hat meine, und Millionen weitere Kindheiten begleitet. Noch heute funktioniert sie und wurde von Dennis Gansel liebevoll und kindgerecht in Szene gesetzt. Die Besetzung mit Schauspielern wie Christoph Maria Herbst(Herr Ärmel), Frau Waas(Annette Frier) und Uwe Ochsenknecht(König Alfons) ist hervorragend.

    Wer die Darstellungen der Augsburger Puppenkiste liebte, wird auch diesen Film in sein Herz schließen. Genau da gehört diese Geschichte auch hin. Schade, dass die Geschichten um Jim Knopf endlich sind. Davon könnten wir noch viel, viel mehr gebrauchen.
  • Kaffee mit Milch und Stress
    Früher war alles besser - Er wird auch Ihren Tag ruinieren.
    Drama
    Bewertung und Kritik von Filmfan "ThomasKnackstedt" am 23.06.2021
    „Das, was für mich Gestern war, ist für die hier Geschichte.“

    Früher war alles besser! Das ist die Lebenseinstellung des sturen finnischen Bauern, den wir „der Alte(Antti Litja)“ nennen. Seine Frau ist im Pflegeheim und sein alter Ford Escort ist sein Heiligtum. Als der Alte sich am Bein verletzt, muss er zur Untersuchung in die große Stadt Helsinki. Dort soll er bei seinem Sohn(Iikka Forss) und dessen Frau(Marie Perankoski) wohnen. Die Katastrophe ist vorbezeichnet. Für den Alten ist die Stadt und all die moderne Technik die Hölle. Seinen Sohn hält er für ein Weichei und seine Schwiegertochter ist ihm nicht geheuer. Der Crash der Kulturen und Generationen beginnt…

    Dome Karukoski hat seinen -Kaffe mit Milch und Stress- in der Art von -Ein Mann namens Ove- erzählt. Die Charaktere sind jedoch völlig anders. Liebevoll und detailliert, brillant mit einer Erzählstimme ausgestattet, folgen wir dem Leben des Alten, der sich nicht mehr zurechtfindet. Das ist traurig, dramatisch, spannend und teilweise brüllend komisch. Der Film zeigt, wie sich die Welt, und mit ihr die Menschen, verändern.

    Die deutsche Synchronisation ist ein wenig holprig und man braucht einen Moment, um in den Plot zu kommen. Dann genießt man einen Film, der im Gedächtnis haften bleibt. Meine Lieblingsszene: Die Baumfällung. Ich habe selten so gelacht.