Drama
Bewertung und Kritik von
Filmfan "Moebius" am 04.01.2026Erst Film gesehen und hinterher die große Kontroverse darum mitbekommen. Im Westen von Preisen überhäuft, hat diese französische Produktion, die in Frankreich gedreht wurde, sich viel Ungnade eingehandelt.
Sie versucht vor allem anfangs, aktiv feministisch und "woke" zu wirken (mit Themen wie häusliche Gewalt gegen Frauen, Diskriminierung von Frauen und Nicht-Weißen..), bleibt dabei aber so oberflächlich, dass es überhaupt nicht überzeugt. (Zitat: "Der sieht schon aus wie Einer der Frauen schlägt")
Tatsächlich aber sind wohl Teile der Trans-Community aber insbesondere Mexikaner brüskiert über das, was dieser Film macht - und gerade das Zweite kann ich gut nachvollziehen.
Die Drogenkriege mit dem "Verschwinden" von Menschen sind ein ernstzunehmendes, ungelöstes Problem des Landes. Jetzt kommt ein Film daher und nutzt das als Kulisse für eine humorvolle Operette. In dieser wird ein knallharter Drogenboss zur lieben Tante und alle ihre Taten werden ihr ohne Konsequenzen verziehen. Auch die Narcos in den Gefängnissen bereuen ihre Taten massenweise und erzählen bereitwillig irgendeiner Frau von einer NGO, wo all die vergrabenen Leichen liegen. Die werden dann mal eben alle ausgebuddelt und gefühlt haben sich alle dann lieb.
Die wohl einzige mexikanische Schauspielerin, Adriana Paz, spielt eine Frau, deren verschleppten Ehemann sie sowieso gehasst hat weil er sie schlug - was die Taten der trans Hauptcharakterin noch weiter entsühnt.
Ich kann schon verstehen, wenn Leute da finden, dass der Film ihr Leid nur benutzt und darauf herumtrampelt.
Abgesehen davon fand ich den Film beim Schauen durchaus unterhaltsam, kann die "0 gute Lieder"-Kritik aber verstehen - und so krass, wie die Cannes-Zitate im Trailer vermuten lassen, ist er bei Weitem nicht.
Alles in allem eine mixed bag, aber dadurch interessant.
ungeprüfte Kritik