Kritiken eines anonymen Filmfans

Zwei Jahre Ferien

Die legendären TV-Vierteiler - Nach dem Roman von Jules Verne.
Abenteuer, TV-Film

Zwei Jahre Ferien

Die legendären TV-Vierteiler - Nach dem Roman von Jules Verne.
Abenteuer, TV-Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
So manchem, der in der (späten) DDR aufgewachsen ist, dürfte diesen Mehrteiler recht gut kennen - wenn auch nur um die Hälfte gekürzt, mit anderen Stimmen (und anderer Musik) und unter dem Titel "Piraten des Pazifik", unter dem die rumänische Kinofassung zu den beliebtesten Dauerbrennern in Kino und Fernsehen gehörte. Nun bekommt man endlich die Gelegenheit, die ungekürzte Originalversion zu sehen (wobei wie beim "Seewolf" auch hier kein einziger deutscher Darsteller seine Originalstimme hat) - und damit auch die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, daß die Kürzung zum zweiteiligen Kinofilm dem Klassiker gar nicht schlecht bekommen ist. Allzu weitschweifig ist besonders der erste Teil, zu sehr ähnelt die "Robinsonade" der Jugendlichen dem eigentlichen "Robinson" (ZDF 1964) - und der hinzugefügte Kommentar von Walter Ulbrich (der das Drehbuch ausnahmsweise nur überarbeitete) ist völlig danebengegangen - er zerstört die Spannung, statt sie aufzubauen. Warum trotzdem 4 Punkte? Weil "Zwei Jahre Ferien" die Schauwerte hat, die man von den populären Advents-Filmen erwartet, weil die Darsteller ein ganz großes Plus sind, weil trotz einer gewissen Langsamkeit eine Menge Atmosphäre und Spannung entsteht. Wenn diese (freie) Jules-Verne-Verfilmung auch nicht an Klassiker wie "Der Seewolf" und "Die Schatzinsel" heranreicht, erweist sie sich (im Gegensatz zu vielen Nachfolgern) den Vorbildern durchaus als würdig.

ungeprüfte Kritik

Lockruf des Goldes

Nach Jack London und Dokumenten der Zeit.
Abenteuer

Lockruf des Goldes

Nach Jack London und Dokumenten der Zeit.
Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die letzte Superproduktion aus der Reihe der ZDF-Abenteuer-Adaptionen ist nicht ganz auf der Höhe von "Der Seewolf" (was zugegeben auch eine harte Nuss wäre), aber so manche Parallele in der Qualität der Schauspieler, der Musik oder der Intensität der Bilder entschädigt für arge Lücken im Faden der Geschichte. Ein entscheidender Pluspunkt gegenüber dem Vorgänger ist die Ausstattung der DVD: Sie enthält sämtliche nach der Erstausstrahlung geschnittene Szenen - und die haben es (gerade im 1. und 4. Teil) mitunter in sich: viele atmosphärische und auch harte Szenen fielen voreiliger Kritik zum Opfer. Besonders der Kampf ums Überleben im letzten Teil ist in der ungekürzten Fassung der analogen Szene im "Seewolf" durchaus ebenbürtig. Wer den einen Film schätzt, wird auch den anderen mögen. Und für filmhistorisch interessierte Zuschauer ist die DVD ohnehin ein Muss.

ungeprüfte Kritik

Die Schatzinsel

Abenteuer, Serie

Die Schatzinsel

Abenteuer, Serie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Mit einem Wort: ein Klassiker. Wenn es eine (auf neudeutsch) Mini-Serie mit dem grandiosen "Seewolf" aufnehmen kann, dann diese. Auch wenn Michael Ande dann doch schon etwas zu alt war für die Rolle - die komplette Besetzung ist ein ganz großes Plus. Vor allem aber kommt die Genialität von Stevensons Geschichte endlich voll zum Tragen. Neben (und noch vor) der Disney-Adaption ist der Vierteiler die populärste und gültigste Film-Version, so sehr, dass es danach lange Zeit kaum Versuche gab, die Geschichte noch einmal filmisch aufzubereiten - zurecht, wie die neuesten Adaptionen bewiesen. Und ein Wort zur DVD: Was die digitale Aufbereitung aus dem arg ramponierten Gevacolor-Material (von dessen schlechtem Zustand man sich wiederholt im ZDF überzeugen konnte) herausgeholt hat, ist geradezu erstaunlich. Rundum zu empfehlen - aber Zeit sollte man sich dafür nehmen, sonst entgehen einem viele Details.

ungeprüfte Kritik

Robinson Crusoe

Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst.
Abenteuer, TV-Film

Robinson Crusoe

Die seltsamen und einzigartigen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst.
Abenteuer, TV-Film
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe aus York, berichtet von ihm selbst" - so der komplette Titel des Vierteilers, der sofort die Richtung angibt: keine Verfilmung ist je so dem Roman verpflichtet gewesen. Entgegen dem üblichen Vorgehen konzentriert sich der Film nicht nur auf die ausgetretene eigentliche Robinsonade, sondern beantwortet auch die Frage nach Woher und Warum. Daß dieser "Robinson" ein Riesenerfolg war (und eine ganze Reihe "Advents-Vierteiler" nach sich zog, die heute Kult sind), ist nur zu verständlich; daß er heute fast unbekannt ist, weil er noch in schwarz-weiss gedreht und Anfang der 90er das letzte Mal vom TV ausgestrahlt wurde, ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Zumal die s/w-Bilder mit ihren typisch französischen harten Kontrasten dem Geschehen eine quasi "literarisch-phantastische" Unwirklichkeit geben. Der Darsteller des Titelhelden - Robert Hoffmann - trägt die Last des Mehrteilers zum großen Teil allein auf seinen Schultern, und das macht er gar nicht schlecht. Schade nur, daß er (wie auch "Seewolf" Raimund Harmstorf) nicht mit seiner eigenen Stimme zu hören ist. Oder doch nicht? Sein Sprecher Michael Chevalier war (vielleicht außer als "Schiwago") nie wieder so gut. "Robinson Crusoe" steht auf einer Stufe mit den Klassikern "Die Schatzinsel" und "Der Seewolf". Und das ist ein Gütezeichen oberster Kategorie.

ungeprüfte Kritik

Die schwarze Tulpe

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Es war eine andere Tulpe, die in die Filmgeschichte und unerreicht blieb: Fanfan, der Husar (im Original: die Tulpe). Auch Regisseur Christian-Jaque war sich wohl bewusst, dass er den Erfolg nicht übertreffen konnte. Aber vielleicht wiederholen? ZU diesem Zweck schickte er den "Liebling der Götter" Alain Delon vorsichtshalber gleich doppelt ins Rennen. Und es gelang ihm ein höchst ansehnlicher Film, der zu Recht zu den Klassikern seines Genres gehört. Wie das Original sieht auch "Die schwarze Tulpe" das abenteuerliche Geschehen vorwiegend von der heiteren Seite, selbst den Schurken kann man aufgrund ihrer humoristischen Überzeichnung die Sympathien nicht absprechen. So flotte Fechtszenen, ohne Klimbim und Videoclip-Verzerrungen findet man heute nicht mehr. Und ein Delon, der (als Julian) geradezu erschrocken vor Frauen zurückweicht, dürfte auch ein einmaliges Erlebnis sein. Ein rundum gelungenes Vergnügen.

ungeprüfte Kritik

Der Dieb von Bagdad

Fantasy, Abenteuer

Der Dieb von Bagdad

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Alexander Korda trat 1940 an, Hollywood Konkurrenz zu machen. Ziel erreicht, überholt, Gegner platt gemacht. Was Hollywood an 1001-Nacht-Bunticals produzierte, ist längst vergessen, aber der britische Konkurrent hat sich zum Klassiker gemausert. Kein Wunder: All die fabelhaften Zauber, von denen man in L.A. nur erzählte, waren hier auf der Leinwand zu sehen, in Technicolor und auch heute noch sehenswerten Spezialeffekten (daß sie in keiner Weise mehr dem heutigen Standard entsprechen - wer will das so genau wissen). Die Farben erstrahlen, die pompöse Musik von Miklos "Ben Hur" Rozsa ebenso und einen dämonischeren Schurken als Conrad Veidt wird man kaum finden. Von nostalgischem Wert ist die deutsche Fassung (eine der ältesten, die überhaupt noch gezeigt werden) - verrauscht und pathetisch, aber gar nicht schlecht. Wer einen phantastischen Abend erleben will, ist hier perfekt bedient.

ungeprüfte Kritik

Sindbad und das Auge des Tigers

Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Okay, es ist nicht einer der besten Filme aller Zeiten. Die Schauspieler sind keine Stars (und hätten auch nicht verdient, welche zu sein), die Geschichte ist etwas an den Haaren herbeigezogen, und selbst die Musik war in den Vorgängern besser. Aber Harryhausens Monster sind immer noch die besten - auch in Zeiten von CGI haben die Kreaturen gerade durch ihre ruckartigen Bewegungen etwas Irreales, Magisches. Dass Bild- und Tonqualität weitaus besser sind als bei TV-Ausstrahlungen, versteht sich wohl von selbst. Einer dieser Filme, die einfach Spaß machen (auch wenn das künstlerische Gewissen mit dem moralischen Zeigefinger droht).

ungeprüfte Kritik

Sindbads 7. Reise

Sindbad, der Seefahrer, im Kampf mit den Giganten der Fabelwelt!
Abenteuer, Fantasy

Sindbads 7. Reise

Sindbad, der Seefahrer, im Kampf mit den Giganten der Fabelwelt!
Abenteuer, Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ach, es ist so schön, diesen Kindheitsklassiker wieder zu sehen. Und das Schönste ist, endlich keine verwackelten Bilder (alte Video-Fassung) oder ausgewaschene Farben (TV-Version). Sindbad so, wie er gedacht war. Wer will sich heute im Zeitalter des CGI über die kantigen Bewegungen der Monster beschweren - das macht sie doch erst so richtig monströs. Brillanter als Ray Harryhausen hat nie jemand die Puppen-Animation (im Fachjargon >Dynarama<) beherrscht. Kerwin Matthews - ein großer Junge als Sagenheld; Kathy Grant - schon im Originalformat zierlich wie eine Porzellanfigur, verkleinert auf Daumengröße; Torin Thatcher - hinterhältiger und dämonischer war nie ein Zauberer. Das Sahnehäubchen auf allem ist die donnernde Musik von Hitchcock-Experte Bernard Herrmann. Allen, die ihn nicht kennen, sei er hiermit ans Herz gelegt: Ohne Sindbad hätte es keinen "Jurassic Park" gegeben.

ungeprüfte Kritik

Kampf der Titanen

Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die Krönung von Harryhausens Werk - nie war seine Tricktechnik perfekter. Und doch kam der Film genau zu einer Zeit heraus, als die technische Entwicklung ihn gerade überholt hatte. Harryhausen selbst wußte das, und so bleibt "Kampf der Titanen" auch nach einem Vierteljahrhundert sein Testament. Sehr zu bedauern, denn der nostalgische Reiz seiner Filmmonster hält an, besonders wenn sie so phantasievoll sind wie das Seeungeheuer. Und nie zuvor oder danach hat man eine so grauenvolle Medusa gesehen, zum ersten und einzigen Mal ist nachvollziehbar, warum ihr Blick alle Lebewesen in Stein verwandelt. Doch "Star Wars" hatte eine neue Ära der Tricktechnik eingeleitet, und die bei R2D2 geklaute goldene Eule Bubu betont dies auf unglückliche Weise. Was bleibt, ist ein durchweg unterhaltsamer Filmabend (mit einigen unnötigen Härten), der die alten Zeiten heraufbeschwört.

ungeprüfte Kritik

Sindbads gefährliche Abenteuer

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Kaum zu glauben, aber der zweite Sindbad-Film (entstanden 15 Jahre nach dem ersten) ist seinem Vorgänger fast ebenbürtig. Beim Drehbuch spürt man in vielen düsteren Sequenzen und phantasievollen Dialogen die Hand des "Schirm, Charme und Melone"-Autoren Brian Clemens. Auch die Musik von Miklos Rosza beschwört noch einmal das alte Hollywood herauf. So war der Film auch schon zu seiner Entstehungszeit liebenswert altmodisch, heute ist er ein Klassiker. Umso mehr hat er es verdient, endlich in technisch einwandfreier Qualität zu erscheinen. Und das ist jetzt auch geschehen: die Bildqualität (soweit vom armseligen Negativ zu erwarten) ist recht ordentlich geraten und auch die Extras können sich sehen lassen - der Film selbst ist sowieso schon eine Entleihe wert.

ungeprüfte Kritik

Jason und die Argonauten

Fantasy, Abenteuer

Jason und die Argonauten

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Manche halten 'Citizen Kane' für den besten Film aller Zeiten - ich sage, es ist 'Jason und die Argonauten'" Okay, die Äußerung von Tom Hanks bei der Übergabe des Ehren-Oscars an Schöpfer Ray Harryhausen war maßlos übertrieben, aber man muß zuerkennen, daß dieser Film seinen Charme hat und sein Einfluß bis in die heutige Zeit reicht. Selbst der Basilisk im zweiten "Harry Potter" ist deutlich sichtbar mit der Hydra verwandt. Die Spezialeffekte mögen heute hoffnungslos veraltet sein - damals waren sie das Beste vom Besten. Und die leicht ruckartigen Bewegungen machen die "Creatures" erst wirklich monströs. Allerdings sollte man, um "Jason" wirklich genießen zu können, in der Lage sein, schlechte Schauspieler zu ignorieren, denn von üblem Schmierengehabe (bis hin in die Synchronisation) wimmelt es. Die wuchtige Musik von Hitchcock-Intimus Bernard Herrmann reißt es gottseidank wieder raus. Sicher nicht der beste Film aller Zeiten (noch nicht mal der von Harryhausen - das ist "Sindbads 7. Reise"), aber auf alle Fälle äußerst kurzweilige Unterhaltung. Daß die Bildqualität unter dem heutigen Standard ist, liegt daran, daß viele Aufnahmen (nicht nur die Tricksequenzen) noch im Nachhinein verändert (zusätzliche Zooms etc.) und daher vom Original abgefilmt wurden.
Der Regisseur ist übrigens natürlich nicht Trickfilmer Don Bluth (wie oben angegeben), sondern Routinier Don Chaffey.

ungeprüfte Kritik

Macbeth

Drama, Abenteuer

Macbeth

Drama, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ein Meisterwerk - anders kann man es nicht sagen. Im Gegensatz zur theatralischen und antiquierten Hamlet-Verfilmung von Laurence Olivier ist Welles' Spiel mit Licht und Schatten (im Original im schönsten Schottisch) zeitlos und eine wahrhaft filmische Umsetzung, obwohl Welles niemals vom Shakespeareschen Originaltext abwich. Leider auch ein Beispiel für die Verstümmelung Wellesscher Filme, die glücklicherweise in diesem Fall nicht nur rückgängig gemacht wurde, sondern auch nachvollziehbar ist - der Vergleich zwischen beiden Fassungen ist durch die deutsche Synchronfassung (die übrigens gut geglückt ist) problemlos möglich. Unter den zahllosen Shakespeare-Verfilmungen rangiert "Macbeth" (egal in welcher Fassung) zweifellos unter den Top 10, unter den Filmen von Orson Welles sowieso.

ungeprüfte Kritik