Kritiken von "howardh"

Vermiglio

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 11.02.2026
Wunderbares und einfühlsames Porträt einer prekär in einem Trientiner Bergdorf lebenden vielköpfigen Lehrers-Familie gegen Ende des 2. Weltkrieges. Der Vater ist der Chef - und da gibt es nur selten eine offene Auflehnung, weder von seiner Frau noch von den Kindern. Allenfalls denkbar sind kleine Fluchten: heimliches Zigarettenrauchen, zärtliches Streicheln zwischen zwei Schwestern, verstohlene liebevolle Blicke zu einem Hausgast oder als Höhepunkt ein "Studium" der vom Vater versteckten erotischen Fotos, an denen er sich selbst - begleitet von Grammophon-Musik (u.a. Vivaldis "Vier Jahreszeiten") - hin und wieder heimlich verlustiert.

Wenn ein Kleinkind aufgrund unzureichender ärztlicher Versorgung stirbt, dann ist das zwar traurig, aber auch nicht ganz so tragisch. Die Mutter ist ohnehin schon wieder "guter Hoffnung".

Und die Hoffnung prägt den ganzen Film: Die Hoffnung darauf, dass die Lebensumstände irgendwann und irgendwie einmal besser werden.

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Maria

Musik

Maria

Musik
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 13.12.2025
Der Film spielt - nur von kurzen Rückblenden unterbrochen - nahezu ausschließlich in den letzten Wochen vor dem Tod von Maria Callas. Aber man erfährt vermutlich mehr vom Wesen und Charakter von Maria Callas, als wenn man ein typisches biopic (Bebilderung des Lebens von der Wiege bis zur Bahre) gesehen hätte. Für Angelina Jolie, die in ihrer gesamten Laufbahn nur in eher mittelmäßigen Film(ch)en mitwirkte, natürlich eine absolute Glanzrolle.

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Was uns verbindet

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 11.12.2025
Ein ungewöhnlich warmherziger Film über Menschen, die sich bislang nur als wohlwollende Nachbarn kannten und die durch einen Schicksals-Schlag auf einmal intensivst miteinander verbunden sind. Überragend ist Valeria Bruni Tedeschi in der Hauptrolle als Sandra, die genau den richtigen Tonfall zwischen Nähe und Distanz zu den übrigen Protagonisten findet.

Besonders gefallen hat mir der offene - wenn auch mit positiven Untertönen vesehene - Schluss. Nicht auszudenken, wenn man sich in Richtung Mainstream-Happy-End-Kitsch bewegt hätte.

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Die Akte Maldoror

Krimi, Thriller

Die Akte Maldoror

Krimi, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 04.12.2025
Grandiose Verknüpfung von Justiz-/Polizei-Drama und Familien-Drama. Frei angelehnt an den wohl größten Politik-Skandal in Belgien, der in den 1990er-Jahren zu einer gigantischen Groß-Demonstration (rd. 300.000 Teilnehmer) in Brüssel führte.

Der - tatsächliche - Fall des Kinds-Mörders und -Missbrauchers Marc Dutraux wurde trotz jahrelanger Ermittlungen nie ganz aufgeklärt. Lt. Wikipedia verstarben in der Zeit zwischen Dutroux’ Verhaftung und seinem Prozess 27 Zeugen unter teils mysteriösen Umständen, unter ihnen mehrere Ermittler, die mit dem Fall betraut waren, und weitere Personen, die gegen Dutroux aussagen wollten. In den meisten Fällen war Mord, Suizid oder ein tödlicher Autounfall die Todesursache.

Parallel dazu verläuft im Film die dramatische Entwicklung im Privat-Leben von Paul Chartier, des einzigen Ermittlers, der partout nicht aufgeben will und sich mit einer Sturheit ohnegleichen - und gelegentlich auch über alle gesetzlichen Vorgaben hinweg - in den Fall verbeisst bis hin - Achtung: Spoiler - zum bitteren Ende.

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Feste & Freunde

Ein Hoch auf uns!
Komödie, Deutscher Film, Drama

Feste & Freunde

Ein Hoch auf uns!
Komödie, Deutscher Film, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 10.11.2025
Gelungener Ensemble-Film vom Feinsten. Besonders positiv sticht Laura Tonke heraus, sie hat allerdins auch die dankbarste Rolle. Zehn Freundinnen und Freunde treffen sich über Jahre hinweg immer wieder aus diversen Anlässen: Silvester-, Hochzeits- und Geburtstags-Feiern, auch eine Beerdigung darf nicht fehlen. Es gibt Lustiges, es gibt Trauriges und auch Tragisches, und ganz zum Ende hin was wirklich Nachdenkliches. Unbedingt weiterzuempfehlen.

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Verbrannte Erde

Drama, Deutscher Film

Verbrannte Erde

Drama, Deutscher Film
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 15.10.2025
Ein "Film Noir" vom Allerfeinsten: Einer der ganz wenigen deutschen Filme, die sich - was die düstere Grundstimmung und Schicksals-Ergebenheit der Protagonisten anbelangt - auf Augenhöhe mit den amerikanischen und französischen Gangsterfilmen der 1940er- bis 1960er-Jahre bewegen. Ein stimmiger Cast und eine stimmige Story, geprägt von tiefer Melancholie und Ausweglosigkeit.

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The Green Deal

Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 10.10.2025
Im Ganzen gesehen ist der Film einfach nur deprimierend. Er zeigt alle negativen Aspekte und Auswirkungen der Globalisierung - im konkreten Fall anhand der Palmöl-Produktion. Als erstes trifft es die indigene Bevölkerung, der ihr Land wegenommen wird. Als nächstes werden dann die regionale Natur und Umwelt geschädigt und zuletzt - in diesem Stadium sind wir allerdings noch mitten drin - werden die globalen weltweiten Ressourcen verbraucht, die unseren Kindern und Enkelkindern einmal bitter fehlen werden. Und alles nur wegen der Gier einzelner Beteiligter.

Die Problematik wird filmisch gut aufgearbeitet. Es geht um kriminelle Machenschaften bis hin zum Mord wie auch um korrupte Polizei und Justiz in Dritte-Welt-Ländern. Und in der ganz großen Weltpolitik scheint es auch nur um politisches Geschachere zu gehen. Auf allen Ebenen herrscht ein gewaltiger moralischer Werteverfall. Nur einige wenige versuchen, dagegen aufzubegehren.

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We Live in Time

Eine Liebe. Ein Paar. Jeder Moment.
Drama, Lovestory

We Live in Time

Eine Liebe. Ein Paar. Jeder Moment.
Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 12.08.2025
Es gibt Filme, die sind einfach nur grandios. So wie dieser Film: Kein Spektakel-/Überwältigungskino, aber auch kein extrem reduziertes und abstrahiertes Kammerspiel. Einfach nur zwei Menschen, die sich lieben, die sich streiten und sich auch wieder versöhnen. Emotional extrem mitreißend und unvergesslich allein schon die Szene, als Florence Pugh - daheim auf der Toliette hockend - ihrem Partner nach Ablauf der Test-Wartezeit das Ergebnis eines Schwangerschafts-Tests mitteilt. Unbedingt Taschentücher bereithalten!

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Rebel - In den Fängen des Terrors

Drama, Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 07.06.2025
Der Film hat zwei Handlungsorte, zwischen denen er ständig - teils auch mit Zeitsprüngen vor und zurück - hin und her wechselt. Zum einen das relativ beschauliche Brüssel (prekärer Alltag einer alleinerziehenden arabisch-stämmigen Mutter, die sich als Putzfrau durchschlägt, um ihre beiden Söhne durchzubringen) und zum anderen der ab etwa 2011 zwischen Diktator Assad und dem IS tobende Bürgerkrieg in Syrien.

Die dortigen Szenen sind übelst von Krieg, Terror, Grausamkeit und Fanatismus geprägt und genaugenommen unerträglich. Unerträglich vor allem deshalb, weil der informierte Zuschauer weiß, dass es sich um keine fiktive Story handelt und dass es damals wirklich so zugegangen ist.

Extrem harte Kost!

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King's Land

Abenteuer, Drama

King's Land

Abenteuer, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 07.06.2025
Eine beinahe Wildwest-Film-hafte Anmutung, sie spielt allerdings in Nord-Jütland Mitte des 18. Jahrhunderts:

Der König haust - umgeben von diversen Schmeichlern und Höflingen - weit entfernt in seinem Kopenhagener Schloss (ähnlich dem US-Präsidenten in Washington) und vor Ort gilt nur das von den ansässigen Adligen (ähnlich den US-Rinder-Baronen) rücksichtslos ausgeübte Faustrecht.

Mads Mikkelsen spielt einen ausgemusterten Offizier, der rücksichtslos sowohl sich selbst als auch anderen gegenüber und mit grandioser Sturheit nach oben will.

Ein absolut gelungener Film!

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Konklave

Was hinter diesen Mauern geschieht, wird alles verändern.
Thriller, Drama

Konklave

Was hinter diesen Mauern geschieht, wird alles verändern.
Thriller, Drama
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 21.04.2025
Genau genommen hat nur eine einzige Dialog-Szene mit Ralph Fiennes eine gewisse religiöse Tiefe. Im übrigen ist der Film sehr konventionell mit leichten Thriller-Anklängen inszeniert. Visuell überragend ist eine Szene, in der die Kardinäle während eines Regens einen Brunnenhof überqueren und jeweils einen Regenschirm öffnen: 103 völlig identische weiße Regenschirme von oben betrachtet - einfach nur grandios. Die Haupt-Auftritts-Szene von Isabella Rossellini (sie ergreift völlig ungefragt in einer wichtigen Angelegenheit das Wort gegenüber allen anwesenden Kardinälen) ist allerdings, nach allem, was man über Vatikan-Interna weiß, extrem unglaubwürdig.

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Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Nach dem gleichnamigen Roman von Daniela Krien.
Deutscher Film, Drama, Lovestory

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Nach dem gleichnamigen Roman von Daniela Krien.
Deutscher Film, Drama, Lovestory
Bewertung und Kritik von Filmfan "howardh" am 07.04.2025
Gelungene Verknüpfung der sich gerade dramatisch ändernden äußeren Rahmenbedingungen (unmittelbare Nachwende-Zeit in Thüringen) mit den sich ebenfalls von großen Umwälzungen begleiteten Entwicklungen im Privat-Leben einer jungen Frau, hervorragend dargestellt von Marlene Burow.

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