Kritiken eines anonymen Filmfans

Die Flusspiraten vom Mississippi

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 07.05.2011
Ach wie gern hätten sich alle Filmproduzenten auf Karl-May-Stoffe gestürzt, als "Der Schatz im Silbersee" sich als Supererfolg erwiesen hatte. Ach, wie klagten sie, als sie feststellen mussten, dass Produzent sich die Exklusivrechte gesichert hatte. Also - Suche nach Ersatz. Was lag näher, als den zweiten deutschen Western-Schriftsteller von Format für den Film urbar zu machen. Was? Einiges (z.B. die Cooper-Romane, auf die zu spät und zu schlecht zurückgegriffen wurde)! Denn Gerstäckers Bücher sind Krimis im Westerngewand, haben keine starken Identifikationsfiguren und keinerlei Märchenflair - als Bücher bieten sie große Reize, sperren sich aber gegen eine massenwirksame Verfilmung. Krimiexperte Jürgen Roland zu engagieren, half auch nicht weiter - und so bleibt der erste (aber beileibe nicht letzte) Trittbrettfahrer nichts weiter als genau das. Hansjörg Felmy als schnarchiger Held, Muskelprotz Dan Vadis als lächerlicher Unterschurke und Brad Harris als unbewegliches Betonkinn - unfreiwillige Komik vorprogrammiert. Zumindest Harris zeigte Talent auf seinem eigentlichen Gebiet: Als Stunt director sorgte er für Kampfszenen, die weitaus professioneller ist, als man es aus dem Gros deutscher Filme gewohnt ist. Alles andere, sogar der verlässliche Horst Frank (natürlich) als Schurke (zumindest mit eigener Stimme), bleibt im Mittelmaß stecken - im unteren wohlgemerkt. Genau das richtige für einen Trash-Abend, ansonsten ohne Reiz.

ungeprüfte Kritik

Die Pagode zum fünften Schrecken

Von der Polizei gejagt - von Verbrechern gehetzt - ein Reporter auf brandheißer Fährte!
Krimi

Die Pagode zum fünften Schrecken

Von der Polizei gejagt - von Verbrechern gehetzt - ein Reporter auf brandheißer Fährte!
Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 17.04.2011
Angeblich soll dies ja ein Edgar-Wallace-Film sein - diesen Unsinn jedoch hat das zurecht stark kritisierte Filmbuch von Joachim Kramp aufgebracht. Von Wallace ist hier nichts zu bemerken, es sei denn in der darstellerischen Beteiligung von deutscher Seite. Und dass in der hemmungslos verstümmelten deutschen Fassung (die sich trotzdem noch in die Länge zieht) Filmmusikschnipsel aus "Die Gruft mit dem Rätselschloß" finden (die hier natürlich nicht hingehören).
Wie die anderen Filme (die sich zumindest tatsächlich auf Wallace beziehen) aus der Harry-Alan-Towers-Schmiede auch ist dieser keineswegs sehenswert.

ungeprüfte Kritik

Kara Ben Nemsi - Staffel 1

Die legendäre Karl-May-Serie
Abenteuer, Serie

Kara Ben Nemsi - Staffel 1

Die legendäre Karl-May-Serie
Abenteuer, Serie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Kult entsteht durch unermüdliche Wiederholung, Legenden durch Verklärung. So auch bei dieser seit Jahrzehnten nicht mehr gezeigten TV-Serie, von deren Qualität man sich jetzt endlich überzeugen kann. Wenn ein angesehener Theaterschauspieler ohne besondere Action-Fähigkeiten einen Superhelden spielt und sich beliebte Komiker als Araber tummeln, sollte man keinen Abenteuerfilm erwarten. Tatsächlich geht der Serie sowohl das mythische Flair der Kinofilme ebenso ab wie die breite Epik des großen Bruders Advents-Vierteiler (z.B. "Der Seewolf"). Autor und Regisseur Gräwert hat scheinbar ein Sakrileg begangen, indem er die Handlung dessen beraubte, was allgemein als Reiz der May-Bücher gilt: das bunte, spannende Abenteuer. Aber - und das ist die angenehme Überraschung - dahinter kommt ein zweiter Karl may zum Vorschein, nicht weniger reizvoll. Einer, der seinen Helden mit Witz und Intellekt agieren lässt, der auf ironische Weise einen kleinen Bramarbas (also quasi sich selbst) zum zweiten Helden macht und mit bitterem Spott seine teutonischen Peiniger in der orientalischen Justiz abbildet. Gräwerts Serie ist halb Parodie, halb seriöse Komödie, nah am Original und es immer etwas ironisierend. Wen kümmerts, daß die meisten pathetisch rezitierenden Orientalen eher nach "Derrick" aussehen als nach Karl May - "Derrick" ist ja (um den Bogen zu schlagen) Kult. Und ein Quentchen davon läßt sich auch bei "Kara Ben Nemsi Effendi" finden.

ungeprüfte Kritik

Winnetou - Die Zeichentrickserie

Frei nach Karl May.
Animation, Serie, Western, Kids

Winnetou - Die Zeichentrickserie

Frei nach Karl May.
Animation, Serie, Western, Kids
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Von diesem Schrott ist jedem abzuraten, der sich für Karl May, Zeichentrickfilme oder Western interessiert - also jedem, der sich überhaupt dafür interessieren könnte (andere werden sowieso die Finger davon lassen - und das ist gut so). Schlechtes Buch, schlechte Synchronisation, schlechte Musik, miserable Animation - ab auf den Müll.

ungeprüfte Kritik

Das Vermächtnis des Inka

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Der im Ansatz ungewöhnlichste Karl-May-Film der 60er, der in der Ausführung gewöhnlichste. Auch wenn immerhin eine Menge originaler Motive verwendet wurden (die Winnetou-Filme ließen zu dieser Zeit schon sämtliche Bezüge vermissen), stellte der Autor sie in andere Zusammenhänge, die Mays Intentionen zuwider laufen. Die Erzählung ist eine eher heiter angehauchte, der Film legt es auf eine unangemessene Tragik an. Zu viele Anklänge an den Italo-Western gibt es (die brutale "Schlüssel"-Szene ist ein Schlag ins Gesicht), allem voran die Musik, die eigentlich für einen anderen Film komponiert wurde und ausgesprochen unoriginell ist. Und welcher Teufel ritt Marischka, aus dem Jungen Antonio eine Frau zu machen und diese in einer (natürlich tragischen) Liebesgeschichte mit Haukaropora zu verquicken? Zudem zeigt Walter Giller kaum komisches Talent, während Chris Howlands Don Parmesan absolut nichts mehr mit Mays Figur zu tun hat. Ein mittelprächtiger Abenteuerfilm, den sein selbst gewählter Anspruch weiter nach unten drückt.

ungeprüfte Kritik

OSS 117 - Heiße Hölle Bangkok

Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Andre Hunebelle - ein Profi des Abenteuerfilmes. Robert Hossein - ein charismatischer Schurke mit Zwischentönen. Eine phantasievolle Musik von Michel Magne ("Angelique") und durchaus schmissige Action-Szenen. Trotzdem dümpelt der damals noch ernst gemeinte Auftritt von OSS 117 im Mittelmaß dahin. Es ist zudem etwas gewöhnungsbedürftig, Sindbad als James Bond (der natürlich eindeutig das Vorbild war) im Taschenformat zu erleben. Immerhin weitaus sehenswerter als das Gros der Bond-Imitate.

ungeprüfte Kritik

OSS 117 - Pulverfaß Bahia

Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 11.01.2011
Andre Hunebelle - ein Profi des Abenteuerfilmes. Mylene Demongeot und Raymond Pellegrin - Darsteller, die ebenso für Qualität bürgen. Eine phantasievolle Musik von Michel Magne ("Angelique") und durchaus schmissige Action-Szenen. Trotzdem dümpelt der dritte Auftritt von OSS 117 (eigentlich der vierte, wenn man die Verfilmung aus den 50ern mitrechnet) im Mittelmaß dahin, was zum einen am extrem farblosen Hauptdarsteller Stafford aus Österreich liegt (immerhin mit der gleichen Synchronstimme wie beim Vorgänger Matthews: Holger Hagen) und zum anderen daran, dass alles naturgemäß mehrere Nummern kleiner ist als bei 007, der natürlich eindeutig das Vorbild war. Immerhin weitaus sehenswerter als das Gros der Bond-Imitate.

ungeprüfte Kritik

Die letzten Zwei vom Rio Bravo

Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 07.01.2011
Kein großer Italo-Western, noch nicht einmal ein echter, wenn man die Grundregeln anlegt, die vor allem der parallel produzierte "Für eine Handvoll Dollar" festgelegt hat. Ein schnarchiger Heldendarsteller, der schon damals kein Star war und heute (den Deutschen) vor allem als verunglückter "Old Firehand" in Erinnerung ist. Das Drehbuch verkitscht und mit schwammiger Figurenzeichnung - allenfalls die Kamera kann schöne Bilder bieten und auch die Musik von Ennio Morricone ist schon weitaus innovativer als im Vorläufer "Drei gegen Sacramento". Womit der Film wirklich punkten kann, ist Schurkendarsteller Horst Frank (hier leider wie so oft mit fremder Synchronstimme, auch wenn Helmo Kindermann, der ihn mehrfach synchronisierte, einen guten Job macht), den das Titellied prompt auch zur zentralen Figur macht. Er lohnt die Entleihe, auch wenn er das Ende des Filmes nicht erlebt. Schade ...

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Jules Verne - Box 2

Stadt aus Stahl - Die Reise zum Planet des Grauens - Reise ins Zentrum der Zeit
Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer

Jules Verne - Box 2

Stadt aus Stahl - Die Reise zum Planet des Grauens - Reise ins Zentrum der Zeit
Science-Fiction, Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 26.07.2010
Die Tschechen haben ein gutes Händchen für Jules Verne - vielleicht, weil ihnen der eigenwillig schrullige Humor des Franzosen liegt, vielleicht, weil sie nicht versuchen, ihn dramaturgisch zu verbessern. Unter den zahllosen Verne-Verfilmungen tummeln sich eine Menge derer, die nur noch den Namen des Autors verwenden - wenige vertrauen auf die visionäre Kraft des Originals. Diese Verfilmung des Roman "Die 500 Millionen der Begum" tut es - und zurecht. Wie in "Erfindung des Verderbens" (genial verfilmt vom Tschechen Karel Zeman) entwickelte er die Horrorvision einer Bombe, wie sie leider nur 100 Jahre später Wirklichkeit wurde. Unschwer lassen sich die Parallelen des Eisprojektils zur bakteriologischen Kriegsführung ziehen (nur 15 Jahre zuvor wurde John Sturges für einen ähnlichen Plot in "Satan Bug" als absurd verlacht). Ludvik Raza widersteht einer Verwässerung der Geschichte durch eine Liebesgeschichte (der Held ist bereits verheiratet und weiht seine Frau nicht in sein Vorhaben ein) und zeigt statt dessen düstere Bilder, die sich ins Hirn einbrennen - Tod, Hilflosigkeit, aber auch (ach wäre die Wirklichkeit doch auch so) überirdische Gerechtigkeit: der amoralische Geschäftsmann geht an seiner eigenen Maßlosigkeit zugrunde.
Jedem Verehrer von Jules Vernes Visionen, aber auch Liebhabern guter, weil origineller Science-Fiction sei dieser Film (der glücklicherweise in originaler Kinosynchronisation vorliegt) ans Herz gelegt.
Über die ebenfalls zur Box gehörenden amerikanischen Machwerke sei nur der Mantel des Schweigens gebreitet ...

ungeprüfte Kritik

Little Britain

Serie, Komödie

Little Britain

Serie, Komödie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 03.07.2010
Mit Sicherheit das Widerlichste, was je aus dem sonst so comedy-sicheren Großbritannien kam. An manchen Sketchen hätte Goebbles sicher seine Freude gehabt - sie hätten seine Argumentation zur "Volksgesundheit" absolut unterstrichen. Hier wird nicht mit Tabuüberschreitungen oder schlechtem Geschmack Geschäft gemacht, denn was die beiden Machwerker (ich weigere mich, sie "Komiker" zu nennen) anbieten, geht über beides weit hinaus. Nicht einmal Pointen bringen sie, denn sie wiederholen in den wiederkehrenden Figuren (oder vielmehr Masken) auch immer wieder die selben Gags (oder vielmehr Plattitüden). Jeder, der über diesen geistigen Abfall lacht, sollte dringend über sein eigenes Menschenbild nachdenken.
Minuspunkte würde vergeben, wäre das hier möglich.

ungeprüfte Kritik

Die verzauberte Marie

Nach einem Märchen von Jewgeni Schwarz.
Kids, Fantasy

Die verzauberte Marie

Nach einem Märchen von Jewgeni Schwarz.
Kids, Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Ein perfekter Märchenfilm, wie es nur wenige gibt. Wie schade, dass der große Jewgeni Schwarz die Umsetzung seines Theaterstückes "Zar Wasserwirbler" nicht mehr erleben konnte - er wäre stolz auf Rou gewesen. Spannung, Komik, Poesie, großartige Schauspielerleistungen (bis in die deutsche Synchronisation), eine farbenprächtige Musik - wer sich bei diesem Film langweilt, ist wohl schon zu sehr durch amerikanische Knallerei und sogenannte coole Sprüche verdorben. Alle jedoch, die sich den Zauber der Märchenwelt nicht nehmen lassen, werden diesen Klassiker lieben und ihn nie vergessen.

ungeprüfte Kritik

Feuer, Wasser und Posaunen

Nach einem russischen Volksmärchen
Fantasy

Feuer, Wasser und Posaunen

Nach einem russischen Volksmärchen
Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 06.03.2010
Der beste Film eines der besten Märchenfilm-Regisseure, die es jemals gab - ein Meisterwerk, ohne Frage. Und ein Fest für Freunde des großen russischen Komikers Georgi Milljar, der hier gleich in zwei Rollen zu sehen ist: als Gerippe Unsterblich (eine verwandte Rolle spielte er bereits 23 Jahre zuvor) und als Hexe Baba Jaga (die er sogar zweimal vorher schon verkörperte). Aber auch die anderen Darsteller können sich sehen lassen, besonders der junge Hauptdarsteller sei hervorgehoben, der überzeugend den von den "Posaunen des Ruhms" überheblich gemachten Wassja spielt. Witzige Dialoge, wunderbare Tricks, prunkvolle Musik, farbenprächtige Ausstattung - Herz, was willst du mehr. Die wie so oft brillante DEFA-Synchronisation rettet den Film ohne Verluste ins Deutsche. Nicht nur für die Weihnachtszeit geeignet, aber in dieser auf jeden Fall ein absolutes Muß!

ungeprüfte Kritik