Kritiken eines anonymen Filmfans

Sherlock Holmes Collection 3 - Das Haus des Schreckens

Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
"Fünf Apfelsinenkerne" - das ist der Titel der angeblich zugrunde liegenden Geschichte und sie sind das auslösende Moment der Handlung, die mit der Vorlage absolut nichts zu tun hat. Statt dessen entwarf der Autor eine Horror-Parodie, in der sich die meisten Schrecken als Hirngespinste entpuppen und dem komischen Dr. Watson viel Raum geschaffen wird. Daß alle Beteiligten Spaß am Geschehen hatten, ist unübersehbar, auch wenn Hardcore-Holmes-Fans die Hände über dem Kopf zusammenschlagen werden. Immerhin ist die Auflösung zwar im ersten Moment absurd, aber durchaus schlüssig. Besondere Aufmerksamkeit bitte der Friedhofsszene in der "deutschen Alternativfassung" - der unübersetzbare Witz mit "Who?" (wer) und "Hoo" (Eulenschrei) wurde frech gelöst, indem die Eule - von Holmes-Sprecher Walter Niklaus synchronisiert wurde!!

ungeprüfte Kritik

Sherlock Holmes Collection 4 - Jagd auf Spieldosen

Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Der letzte Film der legendären Rathbone-Bruce-Reihe gilt allgemein als einer der schwächsten. Aber das ist nicht ganz gerecht. Gewiss - der einzige Berührungspunkt mit Doyle ist eine lose Anspielung auf die Erzählung "Skandal in Böhmen" (aber ist bei den anderen Filmen genauso). Es gibt keine temporeichen Höhepunkt und es läuft auch kein Whodunit ab, vielmehr kann man in "Dressed to Kill" einen Vorläufer zu "Columbo" sehen - der Täter ist bekannt und die Konzentration liegt auf dem Duell zwischen Detektiv und Verbrecher. Und legt man die Hitchcock-Regel zugrunde, ein Film sei so gut wie sein Schurke (und der Mann verstand ja wohl sein Handwerk), so hat die Geschichte dank Patricia Morison und Frederik Worlock recht gute Karten. Ein besonderes Bonbon der DVD dürfte weltweit einzigartig sein: "Dressed to Kill" ist mit Sicherheit der einzige Film, für dessen Audiokommentar nach über einem halben Jahrhundert (!!) ein Original-Darsteller gewonnen werden konnte. Ärgerlich allein an der deutschen Alternativfassung ist die zwar neu geschriebene, aber grauenvolle Musik (da schon bei der ersten Fassung die originale Musik verloren gegangen war).

ungeprüfte Kritik

Sherlock Holmes Collection 4 - Die Frau in Grün

Verführerin des Vergnügens - oder Geliebte des Todes?
Krimi

Sherlock Holmes Collection 4 - Die Frau in Grün

Verführerin des Vergnügens - oder Geliebte des Todes?
Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Von allen Holmes-Filmen mit Rathbone ist dieser wohl der düsterste. Kein Wunder, erzählt er doch letztlich eine Jack-The-Ripper-Geschichte (wie seine Holmes-Nachfolger "Sein größter Fall" und "Mord an der Themse", die sich dieser Thematik unverbrämt und noch finsterer näherten). Die komischen Einsprengsel bleiben rar, die Kamera ist ausdrucksstark und die Darsteller spielen mit eleganter Zurückhaltung (Hillary Brookes beste Rolle, die neben dem großen Henry Daniell sehr wohl Bestand hat). Und ab und an ist sogar ein originales Doyle-Motiv zu erkennen. Auch hier ist die deutsche "Alternativfassung" zu empfehlen, die ungekürzt ist und bessere Dialoge hat. Ein Film, den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

ungeprüfte Kritik

Sherlock Holmes Collection 4 - Juwelenraub

Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Mit Doyle hat "Terror by Night" nichts mehr zu tun - die Verbindung zu Agatha Christies "Mord im Orientexpress" liegt weitaus näher. Nun gut, das ist auch keine schlechte Empfehlung. Und hat der Film bei einer Laufzeit von einer knappen Stunde ein hübsches Tempo drauf. Rathbone, Bruce, exotisches Gift, schnucklig schlechte Trickaufnahmen und jede Menge Verdächtige (gespielt von gut gelaunten Schauspielern) - was will man denn mehr. Gute, nostalgische Unterhaltung von der Art, die dafür sorgt, daß B-Filme einen durchaus guten Ruf geniessen.

ungeprüfte Kritik

Sherlock Holmes Collection 2

Verhängnisvolle Reise - Gespenster im Schloss - Das Spinnennest
Krimi

Sherlock Holmes Collection 2

Verhängnisvolle Reise - Gespenster im Schloss - Das Spinnennest
Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Unter Fans gilt der dritte Film der Universal-Reihe (der fünfte mit Rathbone und Bruce) als einer der schwächsten. Ganz kann man dem nicht widersprechen - sehr langatmig ist er und allzu patriotisch, aber er hat durchaus seinen trashigen Charme. In der deutschen Fassung ist er gleich ein doppeltes Kuriosum - zum Einen ist er vom Original her allzu eindeutig in der Neuzeit angesiedelt statt in der Victorianischen, zum anderen aber scheute sich das DDR-Fernsehen, Holmes gegen Nazis ermitteln zu lassen (ein so ernstes Thema durch leichtbrüstige Unterhaltung zu verwässern, galt als Sakrileg - deshalb existiert auch keine zweite originalgetreue Fassung) und textete um zu Medizinern und Gangstern, die ein neues Gift erbeuten wollen - nicht gerade die geschickteste Art. Zudem wurde kräftig die Schere angesetzt, was glücklicherweise auf DVD korrigiert wurde, denn die Anfangsszene ist wunderbar fotografiert und bestimmt die beste des Filmes. Ein Meisterwerk ist "Sherlock Holmes in Washington" nicht - aber er hat doch den gewissen Unterhaltungsfaktor, dessentwegen die Rathbone-Bruce-Reihe so populär wurde und geblieben ist.
Mit dem kleinen Klassiker "Gespenster im Schloß" fand die Sherlock-Holmes-Reihe nach drei propagandistischen Anti-Nazi-Filmen zurück zum Gothic Horror (auch wenn ein Echo in Gestalt der kranken Offiziere noch zu finden ist). Ist auch die literarische Vorlage "Das Ritual der Musgraves" drastisch verändert worden, zu erkennen ist sie noch allemal, und ein hübscher kleiner Who-Done-It mit exzellenten Schauspielern ist ebenfalls draus geworden. Erfreulich, daß der Zuschauer wieder zwischen zwei deutschen Fassungen wählen kann - ich empfehle die sogenannte "Ost-Fassung" (sogenannt, da beide Fassungen in der DDR produziert wurden) - sie ist nicht nur fast ungekürzt, sondern man kann auch die Schauspieler in Hochform erleben.

ungeprüfte Kritik

Bei Oscar ist 'ne Schraube locker!

Komödie, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Ein Film aus der Zeit, als Louis außerhalb Frankreichs noch unbekannt war; der also mit erheblicher Verspätung (13 Jahre) in deutsche Kinos kam, als neue Filme mit DeFunes rar wurden. Ein Meisterwerk ist der Film nicht, dazu ist er zu wirr und chaotisch. Aber diese deutsche Fassung hat er dann doch nicht verdient: ein ungewohnter Sprecher (sein Stammsprecher hatte kurz zuvor einen Schlaganfall erlitten), dumme Sprüche, ein strunzdämlicher Titel - was aber das Schlimmste ist: völlig sinnlose und entstellende Schnitte, die den letzten Zusammenhang und selbst rudimentäre Charakterisierungen der Figuren ausradieren. Mein Tipp: Gleich auf die französische Originalfassung zurückgreifen, die wird ja gottseidank mitgeliefert. Immerhin hat der Film eine Menge guter Ideen, sie purzeln nur völlig unstrukturiert durcheinander (was hätte ein Regisseur wie Molinaro daraus machen können). Langeweile kommt nicht auf, das ist schon mal was ...

ungeprüfte Kritik

Oscar

Komödie

Oscar

Komödie
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Schon der Titel ist ein Gag für sich: "Oscar" ist die überflüssigste und farbloseste Figur des ganzen Filmes, der natürlich von Louis de Funes und seiner hektischen Komik dominiert wird. Schwer, sich einen anderen in dieser Rolle vorzustellen, obwohl der Film nach einer beliebten Bühnenkomödie gedreht wurde (das gleiche Prinzip wiederholte sich mit ebensolchem Erfolg bei "Hasch mich, ich bin der Mörder"). Viele typische De-Funes-Gags waren hier erstmals zu sehen: das "Geigenspiel" auf der langgezogenen Nase, das "Nein"-"Doch"-"Oh!" - und erstmals sieht man Claude Gensac und Paul Preboist an seiner Seite, die fortan zu seinen Stammkollegen zählten (besonders natürlich in den "Gendarm"-Filmen). Wer hier nicht lacht, ist selber schuld. Ein bisschen schade nur, daß Louis ausgerechnet in diesem Film nicht seine gewohnte Stimme hat (weil Gerd Martienzen aufgrund seiner Beteiligung am Synchron-Streik bei der Berliner Synchron geächtet war), obwohl sein Kollege Klaus Miedel (wie auch in "Scharfe Kurven..." und "Der Gendarm vom Broadway") seine Sache hervorragend macht.

ungeprüfte Kritik

Sieben Mann und ein Luder

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Bitte nicht von der merkwürdigen Inhaltsangabe da oben verwirren lassen: Hier handelt es sich um einen parodistischen Abenteuerfilm aus der napoleonischen Zeit.
Wenn man den Namen Jean Marais liest, erwartet man im Bereich Abenteuer eigentlich eine hochdramatische Geschichte mit einem fast unbesiegbaren Kavalier, der am Ende die Dame rettet und für sich gewinnt. Nicht so hier: Schon in den eigenen Reihen hat er mit Sidney Chaplin eine harte Konkurrenz. Titelgemäß streiten ganz unterschiedliche Männer um eine durchtriebene Frau. Das klingt zwar etwas chauvinistisch, aber hier bekommen beide Seiten ihr Fett weg. Elegante Kämpfe finden nicht statt, es dominieren Partisanenaktionen und Marktplatzprügeleien. Schade und unverständlich, daß die DVD-Fassung so stark gekürzt ist - fast sämtliche Szenen der Österreicher (die im Original ziemlich vertrottelt dastehen) sind rausgeflogen. Witzig ist das Geschehen trotzdem.

ungeprüfte Kritik

Der Gejagte - Ritter der Nacht

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Einer der ganz großen und perfekten Abenteuerfilme, wie sie nur aus Frankreich kommen können. Wen kümmert es, dass er mit der (in Frankreich recht populären) literarischen Vorlage ungefähr so viel gemein hat wie die Winnetou-Filme mit Karl May. Jean Marais gibt im Film einen genauso prächtigen Helden ab wie im wahren Leben, Bourvil war sowieso einer der wunderbarsten (Tragi-)Komiker des letzten Jahrhunderts, Hunebelles Regie ist straff, Jean Marions Musik farbenprächtig. Besondere Erwähnung verdient Francois Chaumette, der einen grandiosen Schurken mit Intelligenz und Gefühl abgibt. Wehmütig macht mich allerdings die Neusynchronisation, die sich auf der DVD befindet, obwohl die DDR-Fassung (die sogar erheblich länger ist als die heute Frankreich erhältliche!) noch verfügbar war. Jedem Freund klassischer Historienfilme sei "Le bossu" mit aller Dringlichkeit ans Herz gelegt.

ungeprüfte Kritik

Der Graf mit der eisernen Faust

Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Die Namen "Jean Marais" und "Andre Hunebelle" stehen jeder für sich schon für Qualität. Eine Zusammenarbeit beider bürgt praktisch für ein hervorragendes Ergebnis. So auch "Die Geheimnisse von Paris" (den dämlichen deutschen Verleihtitel wollen wir mal ganz schnell vergessen). Einziger Minuspunkt dieses farbenprächtigen und rasanten Abenteuerstücks ist, daß Regisseur Hunebelle hier auf einen komischen Gegenpart (wie in "Ritter der Nacht" oder "Fantomas") leider verzichtet hat - ein Minuspunkt aber auch nur im Vergleich zu anderen Filmen des Gespanns. Leider aber hat die deutsche DVD dann doch mit einem weiteren aufzuwarten: Der Trailer ist in diesem Falle sehr verräterisch - er offenbart, daß wichtige Szenen in der deutschen Fassung herausgeschnitten wurden (nämlich die sozialkritischen Aspekte des Buches und folglich der Grund für die Feindschaft der beiden Kontrahenten) und sie leider auf DVD (entgegen der heutigen Sitte) nicht wieder eingefügt wurden. Ärgerlich!! Wer sich davon nicht ins Bockshorn jagen läßt, wird mit einem rundum stimmigen Abenteuerstück belohnt. Und das ist schon mal viel wert.

ungeprüfte Kritik

The Prisoner - Nummer 6

Thriller, Serie, Science-Fiction

The Prisoner - Nummer 6

Thriller, Serie, Science-Fiction
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
6 - das ist nicht nur die Nummer des namenlosen Gefangenen, das sollte auch die Punktwertung für diesen Serien-Klassiker sein. Obwohl die 90er doch einige großartige Serien zum Thema Verfolung und Paranoia hervorgebracht haben - so gründlich wurde der Zuschauer nie wieder in Verwirrung gebracht. Nur eine Methode von vielen ist, die zweitwichtigste Figur der Serie (Nr.2) in jeder Folge von einem anderen Schauspieler verkörpern zu lassen, um eine Identifikation zu verhindern. Die Welt wird auf den Kopf gestellt, demokratische Prinzipien als Korruptionsmethoden gezeigt. Glücklicherweise liegt "The Prisoner" auf DVD jetzt auch komplett vor - absolut unverständlich, weshalb so eine brillante Folge wie "Schizoid Man" nie im deutschen TV ausgestrahlt wurde. Diese Box sei allen unbedingt ans Herz gelegt - ausgenommen denen, die in einer Identitätskrise stecken, denn bei denen könnte das Verwirrspiel böse Folgen haben.

ungeprüfte Kritik

Danger Man - Staffel 1

Geheimauftrag für John Drake
Serie, Krimi

Danger Man - Staffel 1

Geheimauftrag für John Drake
Serie, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 02.03.2009
Wir schreiben das Jahr 1960. Weder das Publikum Großbritanniens noch das der Welt ist durch 007 verwöhnt, aber die Zeit ist reif für einen Agenten Ihrer Majestät. Auftritt für "Drake, John Drake". Allein die Coolness, mit der Patrick McGoohan (ebenso wie sein Sprecher Heinz "Edgar Wallace" Drache) Connery vorgreift, verdient nähere Betrachtung. Es erwarte jetzt keiner die weite Welt - "Danger Man" ist den "Avengers" näher als Bond (kein Wunder - Brian Clemens schrieb für beide Serien), aber das ist ja beileibe kein Nachteil. Im Gegensatz zur Laufzeit: 25 min sind eindeutig zu wenig, um eine ordentliche Handlung zu entwickeln - und darunter (und nicht unter der preiswerten Machart) leiden die frühen Abenteuer Drakes. Mit seinen vielfältigen und mitunter fast unspektakulären Einsatzorten kommt er dem Alltag eines Geheimdienstmannes jedenfalls deutlich näher als 007. Vor 15 Jahren hätte man über ihn noch gelächelt, heute kann man sich großartig über den trashigen Charme dieser Serie (die auf fiese, aber amüsante Weise als 'Captain Fantastic' in "Do not adjust your set" veralbert wurde). Schon, weil ihr genialer Gegenentwurf "Nummer 6" in noch düstererem Licht erscheint.

ungeprüfte Kritik