Verhängnisvolle Reise - Gespenster im Schloss - Das Spinnennest
Krimi
Verhängnisvolle Reise - Gespenster im Schloss - Das Spinnennest
Krimi
Bewertung und Kritik von
einem anonymen Filmfan am 02.03.2009Unter Fans gilt der dritte Film der Universal-Reihe (der fünfte mit Rathbone und Bruce) als einer der schwächsten. Ganz kann man dem nicht widersprechen - sehr langatmig ist er und allzu patriotisch, aber er hat durchaus seinen trashigen Charme. In der deutschen Fassung ist er gleich ein doppeltes Kuriosum - zum Einen ist er vom Original her allzu eindeutig in der Neuzeit angesiedelt statt in der Victorianischen, zum anderen aber scheute sich das DDR-Fernsehen, Holmes gegen Nazis ermitteln zu lassen (ein so ernstes Thema durch leichtbrüstige Unterhaltung zu verwässern, galt als Sakrileg - deshalb existiert auch keine zweite originalgetreue Fassung) und textete um zu Medizinern und Gangstern, die ein neues Gift erbeuten wollen - nicht gerade die geschickteste Art. Zudem wurde kräftig die Schere angesetzt, was glücklicherweise auf DVD korrigiert wurde, denn die Anfangsszene ist wunderbar fotografiert und bestimmt die beste des Filmes. Ein Meisterwerk ist "Sherlock Holmes in Washington" nicht - aber er hat doch den gewissen Unterhaltungsfaktor, dessentwegen die Rathbone-Bruce-Reihe so populär wurde und geblieben ist.
Mit dem kleinen Klassiker "Gespenster im Schloß" fand die Sherlock-Holmes-Reihe nach drei propagandistischen Anti-Nazi-Filmen zurück zum Gothic Horror (auch wenn ein Echo in Gestalt der kranken Offiziere noch zu finden ist). Ist auch die literarische Vorlage "Das Ritual der Musgraves" drastisch verändert worden, zu erkennen ist sie noch allemal, und ein hübscher kleiner Who-Done-It mit exzellenten Schauspielern ist ebenfalls draus geworden. Erfreulich, daß der Zuschauer wieder zwischen zwei deutschen Fassungen wählen kann - ich empfehle die sogenannte "Ost-Fassung" (sogenannt, da beide Fassungen in der DDR produziert wurden) - sie ist nicht nur fast ungekürzt, sondern man kann auch die Schauspieler in Hochform erleben.
ungeprüfte Kritik