Kritiken eines anonymen Filmfans

Sindbad und das Auge des Tigers

Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Okay, es ist nicht einer der besten Filme aller Zeiten. Die Schauspieler sind keine Stars (und hätten auch nicht verdient, welche zu sein), die Geschichte ist etwas an den Haaren herbeigezogen, und selbst die Musik war in den Vorgängern besser. Aber Harryhausens Monster sind immer noch die besten - auch in Zeiten von CGI haben die Kreaturen gerade durch ihre ruckartigen Bewegungen etwas Irreales, Magisches. Dass Bild- und Tonqualität weitaus besser sind als bei TV-Ausstrahlungen, versteht sich wohl von selbst. Einer dieser Filme, die einfach Spaß machen (auch wenn das künstlerische Gewissen mit dem moralischen Zeigefinger droht).

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Sindbads 7. Reise

Sindbad, der Seefahrer, im Kampf mit den Giganten der Fabelwelt!
Abenteuer, Fantasy

Sindbads 7. Reise

Sindbad, der Seefahrer, im Kampf mit den Giganten der Fabelwelt!
Abenteuer, Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ach, es ist so schön, diesen Kindheitsklassiker wieder zu sehen. Und das Schönste ist, endlich keine verwackelten Bilder (alte Video-Fassung) oder ausgewaschene Farben (TV-Version). Sindbad so, wie er gedacht war. Wer will sich heute im Zeitalter des CGI über die kantigen Bewegungen der Monster beschweren - das macht sie doch erst so richtig monströs. Brillanter als Ray Harryhausen hat nie jemand die Puppen-Animation (im Fachjargon >Dynarama<) beherrscht. Kerwin Matthews - ein großer Junge als Sagenheld; Kathy Grant - schon im Originalformat zierlich wie eine Porzellanfigur, verkleinert auf Daumengröße; Torin Thatcher - hinterhältiger und dämonischer war nie ein Zauberer. Das Sahnehäubchen auf allem ist die donnernde Musik von Hitchcock-Experte Bernard Herrmann. Allen, die ihn nicht kennen, sei er hiermit ans Herz gelegt: Ohne Sindbad hätte es keinen "Jurassic Park" gegeben.

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Kampf der Titanen

Fantasy
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Die Krönung von Harryhausens Werk - nie war seine Tricktechnik perfekter. Und doch kam der Film genau zu einer Zeit heraus, als die technische Entwicklung ihn gerade überholt hatte. Harryhausen selbst wußte das, und so bleibt "Kampf der Titanen" auch nach einem Vierteljahrhundert sein Testament. Sehr zu bedauern, denn der nostalgische Reiz seiner Filmmonster hält an, besonders wenn sie so phantasievoll sind wie das Seeungeheuer. Und nie zuvor oder danach hat man eine so grauenvolle Medusa gesehen, zum ersten und einzigen Mal ist nachvollziehbar, warum ihr Blick alle Lebewesen in Stein verwandelt. Doch "Star Wars" hatte eine neue Ära der Tricktechnik eingeleitet, und die bei R2D2 geklaute goldene Eule Bubu betont dies auf unglückliche Weise. Was bleibt, ist ein durchweg unterhaltsamer Filmabend (mit einigen unnötigen Härten), der die alten Zeiten heraufbeschwört.

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Sindbads gefährliche Abenteuer

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Kaum zu glauben, aber der zweite Sindbad-Film (entstanden 15 Jahre nach dem ersten) ist seinem Vorgänger fast ebenbürtig. Beim Drehbuch spürt man in vielen düsteren Sequenzen und phantasievollen Dialogen die Hand des "Schirm, Charme und Melone"-Autoren Brian Clemens. Auch die Musik von Miklos Rosza beschwört noch einmal das alte Hollywood herauf. So war der Film auch schon zu seiner Entstehungszeit liebenswert altmodisch, heute ist er ein Klassiker. Umso mehr hat er es verdient, endlich in technisch einwandfreier Qualität zu erscheinen. Und das ist jetzt auch geschehen: die Bildqualität (soweit vom armseligen Negativ zu erwarten) ist recht ordentlich geraten und auch die Extras können sich sehen lassen - der Film selbst ist sowieso schon eine Entleihe wert.

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Jason und die Argonauten

Fantasy, Abenteuer

Jason und die Argonauten

Fantasy, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
"Manche halten 'Citizen Kane' für den besten Film aller Zeiten - ich sage, es ist 'Jason und die Argonauten'" Okay, die Äußerung von Tom Hanks bei der Übergabe des Ehren-Oscars an Schöpfer Ray Harryhausen war maßlos übertrieben, aber man muß zuerkennen, daß dieser Film seinen Charme hat und sein Einfluß bis in die heutige Zeit reicht. Selbst der Basilisk im zweiten "Harry Potter" ist deutlich sichtbar mit der Hydra verwandt. Die Spezialeffekte mögen heute hoffnungslos veraltet sein - damals waren sie das Beste vom Besten. Und die leicht ruckartigen Bewegungen machen die "Creatures" erst wirklich monströs. Allerdings sollte man, um "Jason" wirklich genießen zu können, in der Lage sein, schlechte Schauspieler zu ignorieren, denn von üblem Schmierengehabe (bis hin in die Synchronisation) wimmelt es. Die wuchtige Musik von Hitchcock-Intimus Bernard Herrmann reißt es gottseidank wieder raus. Sicher nicht der beste Film aller Zeiten (noch nicht mal der von Harryhausen - das ist "Sindbads 7. Reise"), aber auf alle Fälle äußerst kurzweilige Unterhaltung. Daß die Bildqualität unter dem heutigen Standard ist, liegt daran, daß viele Aufnahmen (nicht nur die Tricksequenzen) noch im Nachhinein verändert (zusätzliche Zooms etc.) und daher vom Original abgefilmt wurden.
Der Regisseur ist übrigens natürlich nicht Trickfilmer Don Bluth (wie oben angegeben), sondern Routinier Don Chaffey.

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Macbeth

Drama, Abenteuer

Macbeth

Drama, Abenteuer
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ein Meisterwerk - anders kann man es nicht sagen. Im Gegensatz zur theatralischen und antiquierten Hamlet-Verfilmung von Laurence Olivier ist Welles' Spiel mit Licht und Schatten (im Original im schönsten Schottisch) zeitlos und eine wahrhaft filmische Umsetzung, obwohl Welles niemals vom Shakespeareschen Originaltext abwich. Leider auch ein Beispiel für die Verstümmelung Wellesscher Filme, die glücklicherweise in diesem Fall nicht nur rückgängig gemacht wurde, sondern auch nachvollziehbar ist - der Vergleich zwischen beiden Fassungen ist durch die deutsche Synchronfassung (die übrigens gut geglückt ist) problemlos möglich. Unter den zahllosen Shakespeare-Verfilmungen rangiert "Macbeth" (egal in welcher Fassung) zweifellos unter den Top 10, unter den Filmen von Orson Welles sowieso.

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Herr Satan persönlich

Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Ein Schlüsselwerk ... aber es gibt Schlüssel zu Türen, die besser verschlossen bleiben sollten. Orson Welles präsentierte sich mit diesem Film von seiner eitelsten Seite. Kein verwegener Experimentator wie mit "Citizen Kane", kein rebellischer Außenseiter wie mit "Der Prozeß". Deutscher und englischer Titel stellen die von Welles selbst gespielte Figur in den Vordergrund, und das zurecht. Es gibt keinen Gegenpart, der charismatische Künstler spielt in mehrfacher Hinsicht ins Leere. Nie ist die Kamera auf Augenhöhe - typisch Welles - aber diese gekippten Einstellungen aus Frosch- oder (manchmal) Vogel-Perspektive sind nur Selbstzweck. Fast hat es den Anschein, dass ein Schüler Welles' Stil kopiert hätte, ohne die Einstellungen auf ihren Sinn zu hinterfragen. Ein extrem blasser Held, eine extrem dünne Handlung - das ist zu wenig, viel zu wenig. Und einmal scheint es, dass Welles den ganzen Film eigentlich nur wegen zwei Szenen gedreht hat: die Offenbarung des eigentlichen Auftrages und die Szene mit dem Flohzirkusdirektor (herrlich gesprochen von Fritz Rasp, dem besten deutschen Krimitypus vor Kinski). So ist es nicht allzu schade, dass die Qualität der DVD extrem zu wünschen übrig lässt (was soll man von McOne auch Anderes erwarten) - produziert von einem ausgeleierten Video-Master mit verwaschenem, kontrastarmem Bild, verwackelt und voller Verschmutzungen. Wenn euch nach Welles ist und ihr "Citizen Kane" schon auswendig kennt, greift zu "Der Prozess". Dort gibt es neben einer irritierenden Kafka-Geschichte und einer intelligenten filmischen Umsetzung einen brillanten Anthony Perkins und einen sporadisch, aber gezielt auftretenden Welles - weniger ist mehr.

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Der Prozess

Drama, Krimi

Der Prozess

Drama, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Einmal nur habe ich diesen Film bisher gesehen, Jahre ist es her - und es geradezu beunruhigend, wie viel ich von ihm behalten habe. Kann man einem Film ein größeres Kompliment machen als dass er sich ins Gedächtnis eingebrannt hat? Über weite Strecken hält er sich genau an Kafka, von dem man doch eigentlich meinen sollte, dass er unverfilmbar wäre. Aber Welles scheiterte an Kleinigkeiten (Geld, Eitelkeit, Tod eines Hauptdarstellers, Diebstahl des Filmmaterials), nicht an der großen Unmöglichkeit dieses Filmes. Ein Film wie dieser hätte in den USA gar nicht entstehen können, er ist ganz und gar europäisch, trotz seines amerikanischen Regisseurs und seines amerikanischen Hauptdarstellers (der französisch sprach, als wäre er an der Seine geboren). Es gibt viele Dinge, die ich in dieser Besprechung anreißen könnte, aber mehr als das könnte es nicht werden. Darum - seht ihn euch an. Verwirrend, genial, deprimierend, feurig, düster, kraftvoll, provokant, markant. Seht ihn euch an!

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Spione am Werk

Thriller, Krimi

Spione am Werk

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Wer von Clouzot nur "Lohn der Angst" kennt, könnte von diesem Film überrascht, ja erschreckt werden, denn auf den ersten Blick hat er nur wenig mit ihm gemein. Keine flirrende Hitze, sondern graue Innenräume; statt der scheinbar geradlinigen Erzählung mit der langen Exposition wird der Zuschauer schnell in die Verwirrung geworfen, aus der er nicht mehr entlassen wird. Schaut man etwas genauer hin, wird man der Gemeinsamkeiten gewahr: Keine Figur ist das, was sie zu sein scheint, innere Ruhe erscheint anfangs als Feigheit. Und letztlich ist "Spione am Werk" das Spiegelbild von "Lohn der Angst" ("Die Teuflischen" ist nicht nur dazwischen entstanden, sondern bildet formal auch den Mittelpunkt einer klaren Linie) - im einen Film sind allzu klare Situationen etabliert, aus denen sich keine Figur befreien kann, weil sie sie so klar sind, im anderen gibt es Verwirrungen, glasharte Brüche und Wirbel, denen sich auch keine Figur entziehen kann, WEIL sie so verworren sind. Ist es nun eine überdrehte Agentengeschichte, ein kafkaesker Alptraum - oder vielleicht sogar (wie Ustinov gegen Ende des Filmes es ja andeutet) wirre Fieberphantasie eines Irrenarztes, der den Boden unter den Füßen verloren hat? Wer Filme mit klarem Ende oder gar Lösungen liebt, sollte Clouzots letztes Meisterwerk meiden - denn er verweigert dem Zuschauer genau diese konsequent.

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Die Teuflischen

Thriller, Krimi

Die Teuflischen

Thriller, Krimi
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Der Film verliert keine Zeit mit Einführung seiner Personen:Nach zwei Minuten (und einem Vorspann, dessen Musik nicht zufällig an "Psycho" erinnert - es wird bis zum Schluß die einzige bleiben) ist alles klar umrissen und man kann mit erschreckender Kälte zur Sache kommen. Von da an lässt Clouzot den Zuschauer nicht mehr los - er spielt mit dem "Kind, das bittet: Papa, mach mir Angst" (Zitat Clouzot) so grandios, wie es nur nóch Hitchcock konnte (der den Film bewunderte und ärgerlich war, daß ein Franzose diesen eigentlich für ihn geschriebenen Stoff perfekt umgesetzt hatte). Abgesehen davon, daß "Die Teuflischen" eine der Inspirationen für "Psycho" war, taucht hier eine Figur auf, die einem auch merkwürdig bekannt vorkommt: Charles Vanel als Inspektor A.D., mit zerknittertem Mantel, Zigarre und unerschütterlicher Ruhe ist zweifellos der Ahne von Kult-Figur Columbo. Übrigens: Auch das DVD-Cover führt in die Irre - es gibt hier keine untertitelten Szenen im Original, die DVD präsentiert die ungekürzte zweite Kinofassung.

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Ohne Dollar keinen Sarg

Särge ohne Leichen - Der Kopfgeldjäger ...der keine Gnade kennt.
Western

Ohne Dollar keinen Sarg

Särge ohne Leichen - Der Kopfgeldjäger ...der keine Gnade kennt.
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Zu den großen Italo-Western zählt dieser zweifellos nicht. Dafür bleibt noch nicht einmal die Geschichte lange genug im Gedächtnis, ebensowenig wie der eigentliche Hauptdarsteller Richard Wyler. Getragen wird der Film voll und ganz vom Debütanten Tomas Milian, der jedem Spaghetti-Fan ein Begriff sein dürfte. Sein Balanceakt zwischen Schurke und Identifikationsfigur hebt "The Bounty Killer" über das Mittelmaß hinaus. Die DVD bringt den Film (wie sich das gehört) in restaurierter Fassung heraus, allerdings mit merkwürdig verwischten Bewegungen (so also bekommen unsere mediterranen Nachbarn ihre Filme zu sehen). Allerdings hätte man sich doch die Mühe machen sollen, eine weniger beschädigte Kopie der relativ ungekürzten deutschen Fassung zu besorgen. Die alte Video-Fassung, die zusätzlich auf der DVD ist, ist maximal für den interessant, der wissen will, in welch hanebüchener Qualität der Film bisher auf Video zu sehen war. Summa summarum ein kurzweiliger Filmabend mit den Revolverhelden aus Italien - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Django - 10.000 blutige Dollar

Zehntausend blutige Dollar
Western

Django - 10.000 blutige Dollar

Zehntausend blutige Dollar
Western
Bewertung und Kritik von einem anonymen Filmfan am 20.01.2013
Der Name Django ist wie üblich eine Erfindung des deutschen Verleihers - aber hier ist er nicht einmal so abwegig. Nicht nur durch die Besetzung von Loredana Nusziak wird ein Bogen zum Original von Corbucci geschlagen - fast könnte dieser Film die Vorgeschichte zu "Django" sein. Hin und her gerissen bin ich zwischen Begeisterung und Abscheu. Es gibt schon einige recht perverse Szenen in diesem Film, geradezu nekromantisch, aber die düstere, melancholische Musik von Nora Orlandi holt wieder viel heraus. Hauptdarsteller Garko (Gary Hudson) kann seinem Spielpartner Camaso (eigentlich Claudio Volonte, der kleine Bruder von Gian Maria) nicht im Entferntesten stand halten, zählt aber zu den arrivierten Western-Gesichtern. Im Vergleich zu seinem Produktionszwilling "Django, der Bastard" schneidet dieser auf jeden Fall besser ab und bekommt von mir (gerade so) die Wertung "gelungen".

ungeprüfte Kritik