Victoria

Verbringen Sie eine Nacht mit Victoria

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   10.03.2016
Victoria ist ein Film, der zum Nachdenken anregt - und damit ist nicht nur der Inhalt gemeint. Allein die Tatsache, dass kein einziger Schnitt in diesem Film vorhanden ist, verlangte von den Schauspielern absolute Professionalität.

Die Laufzeit des Film beträgt rund 140 Minuten.

140 Minuten, in denen kein Schauspieler den roten Faden verlieren darf, kein gravierender Fehler sich einschleichen darf, denn rausschneiden geht nicht! Diese Tatsache beeindruckte an diesem Film am meisten.
In Echtzeit erlebt der Zuschauer, wie sich Victoria (Laia Costa), ein junges Mädchen aus Madrid, im Berliner Nachtleben einer Gruppe von jungen Männern anschließt, um mit ihnen über den Dächern Berlins die Nacht ausklingen zu lassen.
Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Rogowski), Blinker (Burak Yigit) und Fuß (Max Mauff) sind keine Kinder von Traurigkeit, Boxer war sogar schon einmal im Knast. Darauf baut nun auch die fortlaufende Handlung auf.

Um eine alte Rechnung zu begleichen, sollen Boxer und seine Freunde eine Bank überfallen. Als einer von ihnen unerwartet ausfällt, steht dieses Vorhaben auf dem Spiel, was Boxer den Kopf kosten könnte. Widerwillen bittet Sonne, der ein Auge auf Victoria geworfen hat, nun sie, als Fahrerin einzuspringen. Victoria zögert nicht lang und stimmt zu. Was als ausgelassene Partynacht beginnt, führt sie und die Jungs an einen Punkt, an dem ihr Leben in Gefahr ist.
Der Dreh in Echtzeit lässt einen an manchen Stellen fast vergessen, dass es Schauspieler in einem Film sind, denen man zusieht. Auch wenn einem manche Sequenzen (z.B. die Szene, in der sich Sonne und Victoria näher kennenlernen) lang vorkommen, stellt man im Nachhinein fest, dass diese Szenen wichtig für den Film sind.
Der Zuschauer baut eine Beziehung zu den Protagonisten auf und dafür ist es auch wichtig, die der Protagonisten untereinander nachvollziehen zu können.

Der Plan One-Cut steht

Ein Club, eine Bank, eine Tiefgarage, ein Café, ein Hotel. Die Wege zwischen all diesen Locations mussten überschaubar sein. Niemand möchte der Gruppe bei einer 20-minütigen Autofahrt zusehen. Eine Herausforderung für Regisseur Sebastian Schipper und sein Team, die nur so zu meistern war, dass der Club kurzerhand nachgebaut wurde.

Sebastian Schipper über Victoria:

"Wir wollten uns einem Wahnsinn ausliefern, wie wollten auf Tuchfühlung mit einer Katastrophe gehen. Ein Banküberfall in einem Film ist nichts Neues, doch als unsichtbarer Zuschauer das alles hautnah mitzuerleben, das macht es zu einer der größten Erlebnisse eines Lebens", so Schipper über seinen Film.

Victoria ist realitätsnah und ganz und gar nicht hollywoodmäßig übertrieben. Victoria ist ein Film, der Sebastian Schipper alles abverlangte. Ganze 5 Jahre hat er an dem Drehbuch gearbeitet. Dialog sucht man im Schippers Drehbuch vergebens, Dialoge und kleine Interaktionen sind von den Darstellerin alle frei improvisiert.

Auch wenn der Dreh an sich eine Sache von rund 2 Stunden war, gab es - wie Schauspieler und Regisseur berichten - im Vorfeld jede Menge Arbeit. Schipper hat während der Proben ganze Szenen einfach rausgeworfen oder neue hinzugefügt. Bis 2 Tage vor dem Drehbeginn wurden Dinge zu der Handlung des Films hinzugefügt.

Der Mann hinter der Kamera:

Kameramann Sturla Brandth Grøvlen hat jedes der vielen lobenden Worte über ihn verdient. Über die gesamte Länge des Drehs machte er es sich zur Aufgabe, jede Emotion einzufangen, in einem Wechsel brillanter Farben, Helligkeiten und Schärfe. Für diese beachtliche Leistung wurde er auf der Berlinale mit einem 'Silbernen Bären' ausgezeichnet.

Auszeichnungen Deutscher Filmpreis:

  • Filmpreis in Gold für den besten abendfüllenden Spielfilm
  • Beste Regie (Sebastian Schipper)
  • Beste weibliche Hauptrolle (Laia Costa)
  • Beste männliche Hauptrolle (Frederick Lau)
  • Beste Kamera/Bildgestaltung (Sturla Brandth Grøvlen)
  • Beste Filmmusik (Nils Frahm)

Der Trailer:


© Wild Bunch

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Victoria

Drama

Eine Stunde noch, dann neigt sich auch diese Nacht in Berlin wieder dem Ende zu. Vor einem Club lernt Victoria (Laia Costa), eine junge Frau aus Madrid, vier Berliner Jungs kennen: Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Rogowski), Blinker (Burak Yigit) und Fuß (Max...  mehr »

Produktion:
2015
Medien:
DVD, Blu-ray, VoD
Freigabe:
FSK 12
Bewertung:
Material zu Victoria (Deutschland 2015) © Wild Bunch