Kritiken von "Chimera"

Mothra 1 - Das Siegel der Elias

Fantasy
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 17.03.2008
Mothra, der Godzilla schon ein paar Mal unter die Arme greifen durfte, wurde von den Toho Studios Mitte der 90er in einer eigenen Filmreihe reanimiert. Auch wenn der Riesennachtfalter ein gerngesehener Gast in den Godzilla-Filmen war, so zielte er vor allem auf ein jüngeres Publikum. Das merkt man leider auch dem "Siegel der Elias" an. Die Figuren sind klar in gut und böse getrennt, wobei einem besonders die durch gnadenloses Overacting auffallende Darstellerin der bösen Elfe unangenehem aufstößt und den Trashgehalt in ungeahnte Höhen treibt. Die Helden sind neben den beiden guten Elfen und Mothra natürlich ein Geschwisterpärchen, mit dem sich das Zielpublikum identifizieren kann. Den Erwachsenen Zuschauer jucken die Gören dafür herzlich wenig. Die Monsterfights sind dafür, wenn auch ab und an ein wenig lahm inszeniert, sehr effektreich in Szene gesetzt worden. Die Spezialeffekte sind in den meisten Fällen gelungen, nur hin und wieder haben sich ein paar unterirdische CGI-Effekte in den Film gemogelt. Dass das Drehbuch nicht immer durch Logik besticht ist für einen Film wie Mothra schon fast obligatorisch, weswegen ist großzügig darüber hinwegsehe.
Fazit: Typischer Monsterfilm aus Japan, der vor allem Kinder anspricht. Die Erwachsenen können sich zumindest auf die Monsterkeilereien freuen.

ungeprüfte Kritik

Leprechaun 6 - Back 2 tha Hood

Das Böse meldet sich mit einem ganz neuen Rap zurück!
18+ Spielfilm, Horror, Fantasy

Leprechaun 6 - Back 2 tha Hood

Das Böse meldet sich mit einem ganz neuen Rap zurück!
18+ Spielfilm, Horror, Fantasy
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 13.03.2008
Nach dem langweiligen Vorgänger habe ich bei den zweiten Abstecher ins Ghettoviertel schon mit dem Schlimmsten gerechnet. Auch wenn der nunmehr sechste Teil der "Leprechaun"-Reihe keine filmische Offenbarung ist, macht er insgesamt doch ein wenig mehr Spaß als Teil 5. Zwar werden auch dieses Mal gängige Farbigenklischees bedient aber zumindest wird man von unzähligen Rapeinlagen verschont. Von der Storyfront gibt es auch dieses Mal nichts Neues zu berichten - nach einer halbstündigen Einführung darf der Leprechaun dann wieder gewohnt boshaft seinem Gold hinterherjagen. Besonders schön ist dieses Mal das Intro gelungen: Eine stimmige Zeichentricksequenz erklärt dem Zuschauer die Herkunft des bösen kleinen Kobolds. Neu ist zudem, dass der durchtriebene Zwerg nicht mehr am Reimen ist und anscheinend auch seine Zauberkräfte verloren hat (warum auch immer). Außerdem finden die Morde oftmals im Off statt. Dennoch gibt es noch ausreichend blutige FX zu sehen um den Fan zufrieden zu stellen. Weniger gelungen sind dafür die wirklich grottigen CGI-Effekte, die sich irgendwo auf dem TV-Niveau der späten 90er befinden.
Fazit: "Leprechaun 6" kann punktuell überzeugen. Ihn nicht gesehen zu haben, ist aber auch nicht weiter verwerflich.

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Basil, der große Mäusedetektiv

Kids, Animation, Krimi

Basil, der große Mäusedetektiv

Kids, Animation, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 11.03.2008
"Basil" war einer der wenigen Disney-Filme, die ich noch nicht gesehen hatte und in Anbetracht der Meisterwerke, die das Animationsstudio in der Vergangenheit hervorgebracht hat, muss ich sagen, dass ich ein klein wenig enttäuscht wurde. Die Idee eine disneysche Sherlock Holmes-Geschichte zu inszenieren macht dabei zunächst Lust auf mehr. Doch leider ist die Geschichte zu simpel gestrickt und auch von dem typischen Ideenfeuerwerk, dass die Macher in schöner Regelmäßigkeit abbrennen, ist hier nicht viel zu sehen. Auch wenn die Story disneyuntypisch schön düster ist, so ist sie doch für die ganz Kleinen schon fast zu düster geraten. Auch taugt praktisch keine der Figuren zum Sympathieträger: Basil ist einfach nur egoistisch, Prof. Wasdenn fast schon unerträglich tollpatschig und der entführte Vater bzw. die Tochter nur Staffage. Fans von Vincent Price dürfen den großen Mimen zumindest im O-Ton singen hören. Doch auch die beiden Songs, die im Film vorkommen sind bestenfalls gehobenes Mittelmaß. Fast schon nicht mehr erwähnenswert ist da die Tatsache, dass die Figuren im Vergleich zu den sehr stimmigen und atmosphärischen Hintergründen schon geradezu dilletantisch wirken. Keine Frage, der Film ist über 20 Jahre alt - aber selbst in Klassikern wie "101 Dalmatiner" etc. haben Hintergründe und Figuren stets ein homogenes Ganzes ergeben und wirkten nicht so aufgesetzt wie es die Figuren in "Basil" tun.
Fazit: "Basil" ist nun nicht so schlecht wie es sich weiter oben vielleicht anhört, er wirkt auf mich nur unfertig und erreicht halt bei weitem nicht die Klasse wie z.B. "Der König der Löwen", "Das Dschungelbuch" oder jeder andere unsterbliche Disney-Klassiker. Einen Blick ist er jedoch allemal wert.

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Nachts, wenn Dracula erwacht

Horror, Fantasy
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 11.03.2008
Jess Franco, eher bekannt für seine oftmals nicht unblutigen Billigfilme, hat sich an die erste Werkgetreue Verfilmung von Bram Stokers unsterblichen Roman gemacht. Dazu konnte er überraschenderweise auf einen erstklassigen Cast (Christopher Lee, Klaus Kinski, Herbert Lom) zurückgreifen, der auch exzellent zu schauspielern weis. Aber ein verkorkstes, total langweiliges Drehbuch, unspektakuläre Kulissen, bis auf die erste halbe Stunde so gut wie keine Atmosphäre, Fledermäuse an Drähten und Logikfehler (Van Helsing wird urplötzlich durch einen Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt, kann aber im entscheidenden Moment wundersamerweise wieder gehen) sorgen dafür, dass diese Dracula-Adapation zur Qual wird. Das neben den Darstellern einzig positive an diesem Film, ist der doch sehr gelunge Soundtrack - aber das war's dann auch. Insbesondere das Ende des Films wirkt sehr gehetzt, so dass man schon fast aufpassen muss, das (peinliche) Finale nicht zu verpassen.
Fazit: Wegen der überragenden Schauspieler mit viel Augenzwinkern noch als akzeptabel einzustufen.

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The Last House on the Left - Das letzte Haus links

Horror, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 09.03.2008
Mit "Das letzte Haus links" schuf Wes Craven 1972 ein verstörendes, rohes und z.T. sehr unangenehmes Erstlingswerk, dass hauptsächlich durch seine Brutalität und die die damit einhergegangenen Verbote und Kürzungen von sich reden machte. Dabei ist der Film gar nicht so blutig wie viele ihn gerne hätten. Jedoch weist "Last House" eine äußerst bedrückende auf Realismus setzende Atmosphäre auf und kombiniert diese mit einem Minimaldrehbuch, welches die systematische Demütigung der zwei Mädchen und die anschließende Rache der Eltern von einem der Mädchen zum Inhalt hat. Eine Schwäche des Skriptes ist, dass auch auf der Seite der Opfer keine wirklichen Sympathieträger geschaffen werden. Die Bad Guys sind durch und durch Böse und wirken wie triebgesteuerte Tiere. Der Umstand, dass Craven bei den Malträtierungen, Demütigungen und selbst bei der Vergewaltigung immer mit der Kamera drauf hält und kaum etwas im Off geschehen lässt, gibt diesem Film selbst über 35 Jahre nach seiner Entstehung eine ungewohnte manchmal sogar unerträgliche Härte. Zwar versucht Craven ein paar komödiantische Elemente dazu in Kontrast zu setzen - allerdings wirken die beiden depperten Polizisten schlichtweg peinlich. Dennoch gebührt "Last House" als erster Vertreter der sogenannten "Rape & Revenge"-Streifen nichts desto trotz ein Platz unter den Horrorfilmklassikern und bekäme von mir 4 Sterne. Aber...
Die deutsche DVD: Ein Ärgernis. Ich habe von Netleih die Bonus-DVD mit einigen netten Extras zugeschickt bekommen. Darauf enthalten war auch der Film in einer s/w-Version mit Bildfehlern, so das der Eindruck entsteht, dass man einen der alten "Wochenschau"-Berichte aus dem Zweiten Weltkrieg sieht. Wenn auch diese Version recht nett ist, so ist sie auch ziemlich überflüssig. Wie auch immer, die Laufzeit beträgt in dieser genauso wie auch der colorierten Fassung gerade einmal 66 Minuten - im Gegensatz zu den 85 Minuten der ungeschnitten Version. Dabei zeigt gerade "Last House" fernab von den ganzen auf hochglanz polierten, "sauberen" Gewaltorgien Hollywoods wie hässlich Gewalt tatsächlich ist. Und so unangenehm der Film auch sein mag, scheinen unsere Sittenwächter gerade das nicht erkannt zu haben. Prinzipiell sind kleinere Schnitte, wenn auch sehr ärgerlich, nicht dazu angetan, dass ich die Wertung eines Filmes drücke. Aber wenn ein Film um 20 Minuten gekürzt wurde und das Resultat dadurch kaum mehr zusammenhängend ist oder die Botschaft des Films, sei sie auch noch so unbequem oder kontrovers, verfälscht wird, komme ich nicht umhin diesen Umstand entsprechend abzustrafen. Darum gibt es von mir auch nur einen Stern statt der verdienten vier.
Fazit: Glücklicherweise hatte ich die Möglichkeit den Film vor einigen Jahren in seiner unzensierten Form zu sehen. Fans von härteren Filmen kann ich die uncut-Version durchaus empfehlen. Unterhaltung im klassischen Sinne sollte man aufgrund der sehr realen und direkten Darstellung von Gewalt jedoch nicht erwarten. Für die deutsche Fassung gilt schlichtweg: Finger weg.

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Siesta

Der mystisch-erotische Thriller nach dem gleichnamigen Roman von Patrice Chaplin.
18+ Spielfilm, Thriller

Siesta

Der mystisch-erotische Thriller nach dem gleichnamigen Roman von Patrice Chaplin.
18+ Spielfilm, Thriller
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 05.03.2008
Mary Lamberts ("Friedhof der Kuscheltiere") Erstling ist ein ambitioniertes, symbolträchtiges Werk mit Starbesetzung, das leider nicht so recht funktionieren will. Zum größten Teil liegt das an dem sehr verworren konstruierten Drehbuch, das die Geschichte mittels Flashbacks zu erzählen versucht. Unglücklichweise verwirren die hinzugefügten Puzzelstücke nur noch mehr, als dass sie was erklären. Oftmals scheinen einige Rückblenden sogar gar keinen Zweck zu erfüllen, außer auf der Symbolträchtigkeit von Engeln herumzureiten (Kit als Schutzengel; der Taxifahrer als Engel des Todes etc.). Einigen Cineasten mag es durchaus Spaß machen diese Symbolik zu entdecken und zu entschlüsseln und ich bin prinzipiell kein Feind von symbolschwangeren Filmen - doch sollte die Erzählstruktur nicht davon bestimmt werden, was wie in diesem Fall oft in einen sterbenslangweiligen Film resultiert. Zwar bietet das Ende ähnlich wie in Filmen wie "The Sixth Sense" einen Knalleffekt - doch verpufft dieser aufgrund mangelnder Logik zu einem kleinen Windhauch. Die Schauspieler hingegen sind allererste Klasse, was bei Namen wie Ellen Barkin, Jodie Foster und Martin Sheen auch nicht weiter verwundern sollte. Wer wegen der FSK 18-Freigabe auf einen harten Film hofft, wird ebenfalls enttäuscht: Der Film trägt dieses Siegel offensichtlich nur wegen der recht harmlosen (sofern man es denn so nennen darf) Vergewaltigungsszene gegen Ende des Films. Die zahlreichen Erotikszenen sind zwar stilistisch gut inszeniert, wirken aber oft auch einfach nur aufgesetzt.
Fazit: Etwas zu verworren geratener und todlangweiliger Film mit großartigen Schauspielern, dessen überraschendes Ende einen ziemlich kalt lässt.

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Draculas Hexenjagd

Horror, Fantasy

Draculas Hexenjagd

Horror, Fantasy
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 26.02.2008
"Draculas Hexenjagd" ist mal wieder eine Mogelpackung des deutschen Verleihs, denn mit der Dracula-Reihe der Hammer-Studios hat diese Produktion aus zuvor genanntem Hause nichts zu tun. Dennoch suggeriert der Titel, wobei es hier eigentlich geht: Nämlich die Verquickung der damals recht populären Vampir- und Hexenfilme. Und das funktioniert mit einigen kleinen Abstrichen auch recht gut. Atmosphärisch ist der Film Hammer-typisch wieder einmal Top. Doch anscheinend tut sich das Drehbuch recht schwer damit, die beiden Thematiken Vampire und Hexen miteinander zu verquicken. Lange Zeit weiß man nicht so recht in welche Richtung der Film will. Zudem werden Puristen des klassischen Horrors mit recht derben Splattereinlagen vor den Kopf gestoßen. Absolut genial ist hingegen die Leistung von Peter Cushing, der sich nach dem Tod seiner geliebten Frau umso mehr in die Arbeit gestürzt hat, was er hier eindrucksvoll unter Beweis stelt. Auch hat "Twins of Evil", so der treffendere Originaltitel, kaum unter Längen zu leiden, was ihn zu einem kurzweiligen Vergnügen werden lässt.
Fazit: Für Hammer-Verhältnisse ein etwas derber aber nichts desto trotz unterhaltsamer Horrorfilm der alten Schule.

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Kinder des Zorns 5 - Feld des Terrors

Vom Meister des Horrors Stephen King.
18+ Spielfilm, Horror

Kinder des Zorns 5 - Feld des Terrors

Vom Meister des Horrors Stephen King.
18+ Spielfilm, Horror
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 26.02.2008
Hier ist er also - der mittlerweile fünfte Teil, der auf einer Kurzgeschichte von Stephen King basiert. Das Blöde dabei ist nur, dass bereits mit dem ersten Teil alles gesagt wurde, was man zu dem Thema sagen kann. So wundert es nicht, dass die Story von "Feld des Terrors" hahnebüchen und voller Logiklöcher ist. Die Charaktere sind bestenfalls eindimensional und werden von grauenhaften Nachwunchsschauspielern gemimt. Ja, selbst David Carradine verkommt in diesem langweiligen Murks zu einer Lachfigur. Die Splattereffekte werden erst zum Ende hin ein wenig blutig und verdienen selbst dann diese Bezeichnung nicht. Ach, wisst ihr was? Ich habe bereits 80 Minuten meines Lebens mit dem Film verschwendet und habe keine Lust mehr, dieses Review weiterzuführen.
Fazit: Aufgrund übermäßiger Langeweile rate ich jedem die Finger von diesem, nennen wir es mal Film, zu lassen.

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Maniac Cop 2

Sie haben das Recht zu schweigen - für immer und ewig!
Horror, 18+ Spielfilm, Krimi

Maniac Cop 2

Sie haben das Recht zu schweigen - für immer und ewig!
Horror, 18+ Spielfilm, Krimi
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 19.02.2008
Nach dem nicht uninteressanten aber dennoch etwas mauen ersten Teil metztelt der irre Cop nun munter weiter. Erstaunlich ist bei diesem Aufguss, insbesondere für das Horrorgenre, das der zweite Teil doch mehr Spaß macht als der Vorgänger. Zwar ist die Handlung auch dieses Mal nicht sonderlich originell, da sie die des Vorgängers leicht variiert noch einmal durchkaut, aber die wennigen Änderungen tun dem Film gut. Zum einen wird die Geschichte etwas flotter und mit wesentlich mehr Action inszeniert. Das dürfte den Horrorfan zwar etwas enttäuschen, doch als Wiedergutmachung fließt auch mehr Blut als im ersten Teil. Auch die Idee dem ähnlich wie Jason Vorhees oder Michael Myers fast unbesiegbaren Cordell einen weiteren Serienkiller zur Seite zu stellen ist durchaus reizvoll. Doch leider wurde dieser Ansatz kaum aufgegriffen und weiter ausgelotet. Schade! Ansonsten ist an der B-Movie-Front, zumindest was Inszenierung, Darsteller etc. angeht, alles beim Alten geblieben.
Fazit: Einen Tick unterhaltsamer und kurzweiliger als der erste Teil, dürften Genrefans ihre Freude am zweiten Auftritt des "Maniac Cops" haben. Den Sprung in die obere Liga schafft die Serie aber auch mit diesem Teil nicht.

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Panzerkreuzer Potemkin

Kriegsfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 18.02.2008
Heutigen Kinogängern weitgehend unbekannt, gilt "Panzerkreuzer Potemkin" doch zu einen der frühesten und zugleich prägendsten Klassikern der Filmgeschichte. Der Beginn der Revolution der russischen Unterschicht gegen das Zarentum im Jahre 1905 wird von Regisseur Eisenstein in eindringlichen Bildern festgehalten, die fast ausnahmslos durch ungewöhnliche aber absulut treffend ausgewählte Einstellungen bestechen. Zudem bediente sich erstmals in der Geschichte des Films ein Regisseur einer der ureigensten Eigengheiten des Films - nämlich die Tatsache, dass man die Erzählstruktur und das Tempo mittels Schnitte verändern kann. Unvergesslich ist in diesem Zusammenhang die legendäre nicht enden wollende Szene auf der Treppe von Odessa, in der das panische Volk vor den massakrierenden Soldaten flüchtet. Oder der mit einem schreienden Baby besetzte Kinderwagen, der herrenlos die Stufen hinunterrollt. Dabei hat Eisenstein die nur wenige Sekunden dauernde Fahrt aus mehreren Perspektiven aufgenommen und sie zu Steigerung der Dramaturgie immer wieder in das eigentliche Geschehen hineingeschnitten, wodurch die eigentlich Fahrt wesentlich längert anmutet. Diese Szene wurde u.a. vo Hitchcock in "Mord", Terry Gilliam in "Brazil" und von De Palma in "The Untouchables" kopiert. Auffallend für einen Stummfilm ist auch, dass sich Eisenstein wirklich nur auf das Nötigste beschränkt. In "Panzerkreuzer Potemkin" gibt es keine überflüssigen Szenen, wodurch die Erzählweise selbst heute noch erfrischend flott ist. Langeweile kommt praktisch nicht auf.
Noch eine kleine Info am Rande: Nach der von ICESTORM auf DVD veröffentlichten geschnittenen DDR-Fassung, ist diese hier ungeschnitten.
Fazit: "Panzerkreuzer Potemkin" ist ein wegweisender Film, der zudem noch sehr unterhaltsam ist und den Zuschauer auch heute noch zu fesseln vermag. Wer von sich behauptet Filmfan zu sein, muss Eisensteins Geniestreich einfach gesehen haben.

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Roger Cormans Frankenstein

Horror, 18+ Spielfilm

Roger Cormans Frankenstein

Horror, 18+ Spielfilm
Bewertung und Kritik von Filmfan "Chimera" am 12.02.2008
Roger Corman, einst durch seine atmosphärischen Edgar Allan Poe-Verfilmungen zu verdienten Ruhm gekommen, nahm nach über 10 Jahren Pause wieder auf dem Regiestuhl platz. Leider ist das Ergebnis nicht ganz so rühmlich ausgefallen. Obwohl der Ansatz mit der Zeitreise sicher reizvoll ist, verliert sich Corman zu sehr in Belanglosigkeiten um zu gefallen. Die erste Stunde vergeht recht zäh, da unser Professor aus der Zukunft erst mal mit Sightseeing, dem Anbandeln mit Mary Shelly und dem Retten von unschuldig Verurteilten zu tun hat. Nebenbei muss er natürlich auch noch versuchen in seine Zeit zurückzukehren und den Zeitriss wieder schließen. Irgendwann taucht auch Dr. Frankenstein selber auf - und man fragt sich, warum er sein mordendes Monster nicht einfach umbringt. Leider erhält man auf diese Frage keine zufriedenstellende Antwort - genauso wie einem einige der oben angesprochenen Handlungsstränge wie Pausenfüller vorkommen um Zeit zu schinden bzw. überhaupt keine Aufklärung erfahren. Besonders das Ende des Films entzieht sich völlig einer Auflösung und lässt de Zuschauer mit vielen Fragen im Raum stehen. John Hurt hatte nicht seinen besten Tag und Raul Julia sieht Tim Curry überraschend ähnlich. Die Effekte wie auch die Mattepaintings sind nicht die Besten. Einzig die wenigen recht harten Splattereffekte können ein wenig überzeugen. Doch auch diese sind zu schnell geschnitten, um den Gorehound zufrieden zu stellen. Der Film hat trotz allem seine Momente - jedoch verblassen diese im Vergleich zu den Kardinalsfehlern, die Corman bei seiner Frankensteinversion begangen hat.
Fazit: Unausgegorenes Kuriosum, das letztendlich an dem (hüstel) Drehbuch (hüstel) und der unspektakulären Inszenierung krankt. Schade Roger - aber wer rastet, der rostet. Scheint was dran zu sein.

ungeprüfte Kritik