Wer die Satire hier nicht erkennt muss blind sein. Wenn die Partei fordert die Frauenkirche abzureisen um mit den Steinen die Mauer wiederaufzubauen, oder die Parteimitglieder in Krefeld mittels Fotos Passanten fragen ob es nicht unfair ist, das Dresden so schön und Krefeld so hässlich ist, dann kommt der Film des deutschen Satiremagazins "Titanic" auf satirische Höhen. Doch es findet leider keine Weiterentwicklung statt. Nach gut der Hälfte, hat der Film alles abgegrast, der Rest sind Wiederholungen von überforderten Politikern, fassungslosen Bürgern und der dargestellten, selbstischeren Professionalität von Titanic-Chefredakteur und Partei-Vorsitzenden Martin Sonneborn, dessen beißende Satiren nicht nur im Printbereich zu finden sind, sondern auch bei TV-Perlen wie "Extra 3" oder der "Heute Show".
Im Vergleich zu "Horst Schlämmer - Isch kandidiere", der ein ähnliches Thema hatte, hat "Die Partei" die Nase klar vorne. Einigen wird der Stil der Satire zwar missfallen, andere wiederum werden die Bilder von digitalen Handkameras als äußerst authentisch empfinden. Wie auch immer, die Satire ist bei weitem nicht perfekt und beginnt gegen Ende sogar zu langweilen, aber solch eine zynische Abrechnung mit dem Superwahljahr 2009 ist an sich nicht schlecht.
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